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Medizintechnik in Hagenow : Die neue „Röhre“ für das Krankenhaus

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Krankenhaus bekam gestern erstmals MRT-Gerät Einsatzbereitschaft für Ende März versprochen Umfassender Umbau der Radiologie

Das hatte schon etwas von Weihnachten gestern im Hagenower Krankenhaus, als die Männer einer Transportfirma den  tonnenschweren aber hochmodernen Koloss in einen durch Stahlplatten abgeschirmten Raum im Erdgeschoss bugsierten. Begeistert beobachtet und fotografiert von Schwestern, Ärzten und Verwaltungsmitarbeitern. Angeliefert wurde da ein Kernspintomograph, besser bekannt als MRT-Gerät,  hergestellt in Holland und vor einem halben Jahr bestellt. Mit dem Gerät beginnt in der Hagenower Region ein neues Zeitalter der Diagnostik. Bisher mussten Patienten nach Schwerin, Lüneburg, Hamburg oder anderswo hinfahren, um einen Termin in der „Röhre“ zu bekommen. Für gesetzlich Versicherte gibt es da zum Teil monatelange Wartezeiten. Das wird nun besser werden können.

Das, was da gestern aus dem holländischen Eindhoven kam, ist nicht nur ein hochmodernes und vor allem auch deutlich leiseres Gerät, es bietet auch mehr Platz für die Patienten mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern. „Das hat derzeit hier niemand, wir versprechen uns eine Menge davon“., schwärmte Dr. Volker Schulze, der Geschäftsführer des Klinikums Westmecklenburg. Zusammen mit dem Einbau kostet das Ganze 1,2 Millionen Euro und soll mindestens für die kommenden acht Jahre Dienst tun.

Doch der Einbau des MRT-Gerätes ist nur Teil eines größeren Projektes. Umbau der Radiologie und der Zentralen Notaufnahme heißt die Überschrift. Insgesamt geht es um Investitionen von vier Millionen Euro. Bereits bestellt ist ein so genannter Bucky-Tisch für die Röntgenabteilung. Dahinter verbirgt sich ein voll digitalisiertes Aufnahmegerät, das modernste in ganz Norddeutschland, wie Helge Mantzel, der Leitende Verwaltungsdirektor der Klinikums, verrät. Hohe Auflösung, Aufnahmen aus allen nur denkbaren Richtungen, ohne dass der Patient bewegt werden muss und vor allem ein schnelles Gerät soll  nach Hagenow kommen.

Kostenpunkt: 250 000 Euro. Bis Ende des zweiten Quartals soll auch noch ein Angiograph angeschafft werden, ein Gerät, mit dem sich Gefäße gut darstellen und auch behandeln lassen.

Das Geld für die Aktion setzt sich aus 2,9 Millionen Euro Fördermitteln vom Land, einer Extra-Zulage durch Sozialministerin Birgit Hesse in Höhe von 250 000 Euro zusammen. Die restliche Summe, so Mantzel gestern, werde über Eigenmittel und Darlehen der Sparkasse finanziert. Das Krankenhaus stehe solide da, sonst wäre so etwas nicht möglich.

Der Umbauplan sowie die umfassende Aufwertung der Radiologie sind ein schon lange gehegter Wunsch und haben mit dem viel diskutierten Verhältnis zwischen den Standorten Hagenow und Ludwigslust nichts zu tun. Das bestätigten Schulze und Mantzel auch noch einmal auf Nachfrage unserer Redaktion. Damit die Investitionen am Krankenhaus auch langfristig ein Erfolg werden können,  ist die Hilfe und Mitarbeit der Ärzte in der Region unerlässlich. Den Kollegen sollen das Gerät und die neuen Möglichkeiten der Radiologie an einem Tag der offenen Tür am 25. März umfassend vorgestellt werden.

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