Stadtwerke Hagenow : Die nächste Generation übernimmt jetzt

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Geschäftsführer Holger Klöhn übergibt in wenigen Tagen die Leitung an Andreas Posner

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14. März 2018, 18:42 Uhr

Bei den Stadtwerken steht in den kommenden Tagen ein Wechsel an der Führung an. Mit Wirkung vom 1. April wird der langjährige Chef des kleinen, aber feinen Betriebes die Führung an seinen Nachfolger übergeben: Auf Holger Klöhn folgt nun Andreas Posner. Beide standen gestern für ein ausführliches Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung zur Verfügung.

„Ich schätze an ihm seine Bescheidenheit, Ehrlichkeit und sein Vermögen, im richtigen Moment auch einmal zu schweigen.“ So sieht der scheidende Stadtwerkechef Holger Klöhn mit seinen 65 Jahren seinen Nachfolger. Andreas Posner wiederum schätzt mit seinen 33 Jahren an seinem Chef und Mentor dessen Erfahrung, das breit gefächerte Wissen und die Art mit Menschen und Problemen umzugehen. Und schnell merkt man, die beiden Männer ziehen nicht erst seit ein paar Tagen am gleichen Strang. Kein Wunder, dass sich Klöhn schon sehr langfristig um seine Nachfolge kümmern konnte. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke, der ganz wesentlich mit Hagenower Stadtvertretern besetzt ist, hatte den neuen Geschäftsführer bereits im September vergangenen Jahres faktisch bestätigt.

Am 27. März wird dann der Tag des offiziellen Abschieds vor der Belegschaft gekommen sein, gibt es einen Empfang mit Ehrengästen. Holger Klöhn geht dann mit 65 Jahren und ein paar Monaten in Rente. Die 25 Jahre bei den Stadtwerken macht er nicht mehr ganz voll, dafür fehlen noch ein paar Monate.

Sein Nachfolger ist seit September 2001 an Bord, zunächst als Kaufmann für Bürokommunikation. Klöhn erkannte schnell das Potential des Hagenowers, förderte und forderte ihn. Nicht zuletzt durch das Fernstudium im Verwaltungsbereich wurde der „Assistent“ auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet.


Erfolgreiche Firma mit vielen Standbeinen

Klein aber fein, wirtschaftlich erfolgreich und gut geführt und jetzt auch noch mit einem lange vorbereiteten Wechsel an der Führung: Die Hagenower Stadtwerke vermitteln nicht nur den Eindruck eines soliden Unternehmens, sie sind es auch den Zahlen nach. Allein im vergangenen Jahr wurde gut eine Million Euro Gewinn gemacht. Geld, das der Stadt über die Gewinnabführung zugute kommt. „Auch dafür gibt es Stadtwerke, damit die Ergebnisse guten Wirtschaftens allen Bürgern der Stadt etwas nützen“, rührt Klöhn, der ursprünglich aus Ludwigslust kommt, die Werbetrommel.

Posner hingegen ist Ur-Hagenower von der Geburt über die Schulzeit. Der Single ohne Kinder hat als Leidenschaft die Fahrten mit seinem schnellen Motorrad zu bieten und freut sich auf die Herausforderungen. Denn die Umwälzungen im Energiebereich werden auch um Hagenow keinen Bogen machen. Neben der Versorgungssicherheit für die Tausenden Kunden im Strom- und Gasbereich will sich Posner mit seinem Team den neuen Anforderungen stellen. So werden die so genannten Smart-Meter (Stromzähler) kommen. Dazu rechnen die Stadtwerke in Sachen Elektroautos mit einigen Herausforderungen beim Aufbau der nötigen Lade-Infrastruktur. So sei beispielsweise nicht klar, ob und wann man dafür neue Stromleitungen verlegen müsse.

Gut aufgestellt sind die Stadtwerke schon jetzt beim Thema alternative Energien. So kommen aktuell 60 Prozent der Fernwärme in der Stadt von den Blockheizkraftwerken, die über Redefiner Biogas per Leitung gespeist werden . Die anderen 40 Prozent werden aus Erdgas gewonnen.

Die Belegschaft des Unternehmens ist mit aktuell 49 vergleichsweise klein, die Zahl der betreuten Kunden umso größer. Es geht um etwa 8000 Kunden im Strom- und 4000 Kunden im Gasbereich. Dazu kommt die Betriebsleitung für den Wasser- und Abwasserbereich für die Hagenower Region. Und da steht einiges an Aufgaben an. So steht fest, dass die Kapazitäten bei der Wasserförderung erhöht werden müssen. Anlass sind die Erweiterungspläne bei der Emsland-Food (Kartoffelveredlung). Die will ihre Verarbeitungskapazität verdoppeln, damit steigt auch der Wasserbedarf deutlich. Somit besteht Baubedarf im Wasserwerk, das nahe Warlitz steht.

Angst, mit der Rente in ein Loch zu fallen, hat der scheidende Chef Holger Klöhn nicht. „Die Musik fängt mich auf“, erklärte der Rosenzüchter mit einem Lächeln. Zudem bleibt er seiner alten Firma, die er über 12 Jahre als Geschäftsführer geleitet hat, noch ein wenig verbunden. Und er denkt in diesen Tagen viel an seinen Mentor und früheren Chef zurück. „Ich habe den Posten damals von Werner Strauß übernommen und ich habe ihm viel zu verdanken.“

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