Hülseburg : Die mit den Kühen aufstehen

Die Kuh „Elli“ von der Milchhof Hülseburg GmbH erbrachte bisher eine Gesamtleistung von 100  000 Liter Milch.  Fotos: Dieter Hirschmann
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Die Kuh „Elli“ von der Milchhof Hülseburg GmbH erbrachte bisher eine Gesamtleistung von 100 000 Liter Milch. Fotos: Dieter Hirschmann

Maria Lehmann und Jan Bohlmann sind die besten Melker / Kienzle KG Neuhof mit zwei Platzierungen beim Melkwettbewerb vertreten

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26. April 2017, 21:00 Uhr

Sie sind frühmorgens hellwach. Die Melker, die gestern sehr früh zum Wettbewerb nach Hülseburg fuhren, waren nicht nur hellwach, sondern meistens auch noch aufgeregt. Der Landeskontrollverband für Milchleistungs- und Qualitätsprüfung hatte zum Wettbewerb der besten Melker eingeladen. 13 Teilnehmer fanden sich um 4 Uhr in den Ställen der Milchhof Hülseburg GmbH ein, mit dem Wettmelken ging es dann gegen 4.30 Uhr los. Unterstützt wird diese regelmäßige Aktion in Zusammenarbeit mit dem Bauernverband, den Molkereien und der Rinderallianz.

„Beim Melkwettbewerb geht es uns vor allem um die Qualität der Milch. Die Melker stehen 365 Tage im Jahr parat, um ihre Arbeit zu machen, auch an Feiertagen und Wochenenden. Sie wissen, was sie tun, weil sie Qualitätsarbeit abliefern müssen“, macht Annegret Wilken vom Kontrollverband auf das wichtigste Kriterium des Melkwettbewerbes aufmerksam.

So ein Wettbewerb sei deshalb so wichtig, weil die Melker den entscheidenden Anteil daran haben, dass qualitativ hochwertige Milch an die Molkereien zur Weiterverarbeitung geliefert werden. Die Milch aus Hülseburg wird übrigens nach Upahl zu Arla geliefert.

Auffällig ist, dass viele junge Leute sich dem Wettstreit der Berufsgruppe stellen, unter ihnen beispielsweise Karoline Richter (28) von der Agrargenossenschaft Lübtheen. „Ich nehme am Wettbewerb teil, weil ich sehen will, was ich kann“, sagte sie gestern im SVZ-Gespräch. Die junge Frau hat eine siebenjährige Berufserfahrung als Melkerin. Jannis Schwarz (19) aus Dömitz ist Auszubildender im Landgut Tripkau. Er war gestern mit dabei, weil sein Betrieb ihn geschickt hat. Jan Bohlmann (22), er arbeitet in der Agrarproduktion Zeetze, nahm zum ersten Mal an einem Melkwettbewerb teil. Er fand es durchaus interessant, Erfahrungen von Berufskollegen mitzubekommen. Sebastian Messner (30) vom Landgut Tripkau: „Ich arbeite seit 13 Jahren als Melker. Wenn ich an so einem Wettbewerb teilnehme, deshalb, um etwas Neues zu erfahren“, sagte er auf SVZ-Nachfrage.

Gastgeber der gesamten Aktion gestern früh war Dietrich Groth, Geschäftsführer der Milchhof Hülseburg GmbH. „Es ist den Milchbetrieben und den Teilnehmern sehr hoch anzurechnen, dass sie trotz der Milchsituation, die auf den Höfen herrscht, an diesem Wettbewerb teilnehmen. Und ich finde es Klasse, dass nicht nur Berufskollegen im mittleren Alter dabei sind, sondern auch viele junge Menschen. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Beruf des Melkers durchaus interessant ist“, sagte er mit dem Hinweis, dass der Melker natürlich bei so einem Wettbewerb seine Leistung darstellen könne, die dann auch Wert geschätzt werde. Aus seinem Betrieb ist der Azubi Sören Gralki mit dabei.

Für die Hülseburger, die etwas mehr als 400 Kühe haben, gab es gestern zudem die Ehrung der Kuh „Elli“. Die Milchkuh, die im Jahr 2004 geboren wurde, erbrachte bisher eine Gesamtleistung von 100   000 Liter Milch. Nach den Worten von Dirk Hamann von der Rinderallianz MV spricht diese Milchmenge für eine hohe Nutzungsdauer der Milchrinder, die sich eben in den Ställen in Hülseburg wohl fühlen. Das Jungvieh geht auf die Weide. Im zertifizierten Betrieb bekommen die Tiere gentechnikfreies Futter. Im vergangenen Jahr produzierte der Betrieb mehr als 3,5 Millionen Liter Milch.

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