Boizenburg : Die Kids von der Schneckenpolizei

Am Ende der Aktion wurde das neu gepflanzte Gemüse ordentlich von den „Elbpiraten“ begossen.
Am Ende der Aktion wurde das neu gepflanzte Gemüse ordentlich von den „Elbpiraten“ begossen.

Kinder der „Elbpiraten“ konnten am Montag zusammen mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus ein Gemüsebeet anlegen

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27. Juni 2017, 07:00 Uhr

Seit gestern sind Alex, Jana, Mira, Tylor und die anderen Vorschulkinder der AWO-Kita „Elbpiraten“ stolze Schneckenpolizisten und Gießmeister. Denn gestern konnten sie durch die Unterstützung der Edeka-Stiftung und des Boizenburger Konsums ein eigenes Gemüsebeet in ihrem Kindergarten anlegen. Sogar ein Minister wollte dieses Ereignis nicht verpassen, Till Backhaus beobachtete ganz genau, ob die „Elbpiraten“ alles richtig beim Pflanzen machen.

Unter der humorvollen Anleitung der Studenten Christoph und Shirine aus Lüneburg bereiteten die Kids das Beet vor und pflanzten dann selbst Kohlrabi, Radieschen, Grünkohl oder Salat und säten Karottensamen aus. Die Teamleiter erklärten den Kindern mit dem Daumen-hoch- und-runter-Spiel aber auch, vor welchen Tieren sie ihre neuen Pflanzenfreunde in Zukunft beschützen müssen und welche gut für sie sind. Dass Schnecken die Blätter wegfressen, wussten alle Kinder, wie nützlich aber Rudi Sturm, der Regenwurm ist, keines. „Dabei lockern Regenwürmer nicht nur die Erde auf, sondern düngen sie auch gleich“, erklärte Christoph, der sonst Ingenieurwissenschaften studiert.

„Im sensiblen Umgang mit Pflanzen, Tieren und anderen Menschen entwickeln die Kinder Empathie und Verantwortungsbewusstsein für die Welt, die sie umgibt“, sagte der Landwirtschaftsminister in seinem Grußwort. „Ich finde es gut und wichtig, wenn sich schon die Kleinsten mit Gärtnern und dem Anbau von Pflanzen, dem Miteinander der Natur und damit auch mit unser aller Lebensgrundlage beschäftigen. So kann man lernen, wo das Essen herkommt.“

Er sei ein großer Fan der Schulgärten in den Polytechnischen Schulen der DDR, erklärte Backhaus. Deshalb habe er 2016 einen Gartenwettbewerb für Schulen und Kindergärten durchgeführt, bei dem 72 Schulen und Kitas mit jeweils bis zu 5  000 Euro unterstützt wurden, um sich ihren eigenen Garten anzulegen. Die Nachfrage bei Kita-Kindern, Schülern, Erziehern und Lehrern ist jedoch viel größer, daher sei er sehr froh gewesen, von der Aktion „Gemüsebeete für Kids“ der Edeka-Stiftung zu erfahren und hoffe darauf, die Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelkonzern auch auf Schulgärten ausdehnen zu können.

Dass dieses Interesse auf Gegenseitigkeit beruht, bestätigte gestern Philipp Hennerkes, der Leiter der Politikabteilung der Edeka-Zentrale, der sich zusammen mit der Chefin der Unternehmenskommunikation von Edeka Nord, Marion Grundmann, die Pflanzaktion bei den „Elbpiraten“ ansah.

„Nein, das ist schon etwas Besonderes, dass wir hier sind“, meinte Philipp Hennerkes im Gespräch mit der SVZ. „Aber es ist auch ziemlich ungewöhnlich, dass sich ein Minister dieser Sache so annimmt.“

Seit 2008 gibt es das Projekt „Gemüsebeete für Kids“ von der Stiftung des Lebensmittelkonzerns, 720  000 Kinder haben darüber inzwischen ihr eigenes Gemüse gepflanzt und geerntet, allein 2017 gab es 1  850 neue Gemüsebeete in Kindergärten.

„Wir haben uns schon einmal für das Projekt beworben, sind da aber nicht ausgewählt worden. Deshalb ist es sehr schön, dass es diesmal geklappt hat“, freute sich Kitaleiterin Annika Plog. Das Gärtnern passe sehr gut zum Konzept ihres Kindergartens, der sich die Lehren von Sebastian Kneipp und damit auch gesunde Ernährung und gesundes Leben auf die Fahnen geschrieben habe. Dass dieses Konzept von Eltern und Kindern sehr gut angenommen wird, beweist vielleicht auch die Auslastung der Kita mit derzeit 57 Kindern.

Die „Elbpiraten“ selbst waren jedenfalls hoch konzentriert bei der Sache und gaben auf Anweisung ihres Gießmeisters Tylor am Ende Liebling Kohlrabi und dem anderen jungen Gemüse einen ordentlichen Schluck Wasser auf die Blätter.

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