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Hagenower Kreisblatt

21. Oktober 2017 | 18:00 Uhr

Nostorf : Die gute Seele der Kartoffelzucht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Seit 61 Jahren arbeitet Wilfried Prüfer für die AFM Nostorf. Ohne ihn würde es den Agrarbetrieb seit diesem Jahr wohl nicht mehr geben

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2017 | 08:57 Uhr

Eigentlich wollte Wilfried Prüfer aus Nostorf der SVZ nur Bescheid sagen, dass am 17. September das jährliche Kartoffelfest in Nostorf stattfindet. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass das Stattfinden des Festes in diesem Jahr alles andere als selbstverständlich ist. Denn Robert Reinke, der erst 2015 die Geschäftsführung der „AFM-Agrarprodukte-Feldfrucht-Milch-und Fleischgesellschaft mbH“ (AFM) von dem damals 78-jährigen Wilfried Prüfer übernommen hatte, wurde im November letzten Jahres krank und schmiss hin - nicht zuletzt wegen der schwierigen Situation der Landwirtschaft im Allgemeinen und der AFM im Besonderen, wie es heißt. „Dann wollten die 23 Gesellschafter verkaufen“, berichtet Wilfried Prüfer. Und das hätte das Ende des Betriebes mit derzeit 13 Mitarbeitern bedeutet, in dem Wilfried Prüfer seit 1956 arbeitet und den er als sein Lebenswerk sieht. Vor allem dank seines Engagements konnte der Verkauf abgewendet werden. Nur zehn Gesellschafter verkauften letztendlich ihre Anteile und mit Thomas Arndt vom Gemüsegarten Gresse wurde ein neuer und erfahrener Geschäftsführer gefunden. „Ich sehe optimistisch in die Zukunft“, erklärte dieser gegenüber der Schweriner Volkszeitung. Mehrheitsaktionär sei im übrigen die Agrar GmbH „Schaaletal“ Kogel. 4  000 Hektar Land werden jetzt im Verbund bewirtschaftet, 1  200 davon gehören der AFM.

„Durch den Verbund können jetzt die anfallenden Arbeiten mit hoher Arbeitsproduktivität und Effektivität durchgeführt werden“, analysiert der gelernte Agronom Prüfer. „Der Anbau wird heute so koordiniert, wie ich mir das früher in der DDR immer vorgestellt habe. Früher in den 50ern wurde morgens in der Maschinen- und Traktorenstation (MTS) besprochen wo die Maschinen eingesetzt werden, heute wird ebenso am Morgen besprochen, wo die Technik hin und was passieren soll.“ Gerade an diesem Morgen habe er beim Dreschen mit Thomas Arndt besprochen, dass das geerntete Getreide zu nass sei - es darf standardmäßig nur 14,5 Prozent Feuchtigkeit enthalten - und zum Trocknen nach Wittenburg zur ATR gebracht werden soll. „So muss es sein: große und moderne Technik, das richtige Know How und die Besten arbeiten im Ackerbau“, freut sich Wilfried Prüfer. Sorgen bereitet ihm natürlich wie allen Landwirten im Norden der verregnete Sommer. Dadurch hätten die Kartoffeln mit der Fäule zu kämpfen. Die eigentliche Ernte der Kartoffeln beginne aber erst im September, während sie beim Getreide, Gemüse und Salat im vollen Gange ist.

„Das war schon ein massiv nasser Sommer“, sagt auch Thomas Arndt. „Da ist schon außergewöhnlich viel Regen gefallen. Der Juli ist der nasseste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.“ Gerade die Extremniederschläge seien das, was alle Landwirte zum Verzweifeln bringe. „Aber was soll’s“, meint Thomas Arndt. „Das muss man abhaken und auf die nächste Saison hoffen.“

Die AFM möchte trotz allem ihr Kartoffelfest am 17. September feiern, ab 10.30 Uhr geht es in der Festscheune Rensdorf hoch her mit den Schaalseemusikanten, der Dörpschaft Hagenow, der Goombay Dance Band, buntem Markttreiben und allen möglichen Kartoffelgerichten, wobei die Kartoffelpuffer inzwischen Kultstatus genießen. Kinder können eine Heuburg erkunden, Traktor fahren, Tiere streicheln, basteln oder in der Hüpfburg toben. Neu sind Kremserfahrten und Flurbegehungen mit Erläuterungen der Mitarbeiter der AFM und des Gemüsegartens Gresse. Außerdem gibt es Busfahrten zu den Rinderställen und zum Bio-Schweinezuchtbetrieb von Hanno Offen. Am Tag zuvor findet ab 13 Uhr das Nostorfer Erntefest statt, mit dem Umzug der Erntewagen und Tanz ab 19 Uhr.

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