Vellahn : Die Großprojekte reifen

Bürgermeister Ulrich Stein
Bürgermeister Ulrich Stein

Durchbruch bei Finanzierung der neuen Kindertagesstätte / Konsum hat überraschend mit Bauarbeiten in Vellahn begonnen

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24. September 2015, 08:00 Uhr

Sichtbarstes Zeichen anstehender Veränderungen in Vellahn sind die seit ein paar Tagen laufenden Bauarbeiten für den neuen Vellahner Konsum. Doch dem zentralen Ort einer Großgemeinde mit vielen Ortsteilen stehen noch einige Großprojekte ins Haus, die den Neubau des Supermarktes, bei aller Bedeutung, noch in den Schatten stellen werden.

Wichtigste Neuigkeit: Die Finanzierung der neuen Kindertagesstätte in Vellahn ist so gut wie geklärt. Das bestätigte Bürgermeister Ulrich Stein in einem Gespräch mit unserer Redaktion in dieser Woche. Danach ist es bei einem Termin im Schweriner Landwirtschaftsministerium gelungen, grundsätzliche Fragen zu lösen. Stein: „Wir sind uns in vielen Fällen einig geworden, darüber bin ich sehr froh. Jetzt fehlt nur noch eine Detailabstimmung mit der Fachbehörde des Landkreises über die richtige Dimensionierung der Flure in der neuen Kita. Und wenn das durch ist, dann kann es mit den Bauarbeiten schon sehr schnell losgehen.“

Bei dem Neubau der Kita geht es immerhin um ein Projekt von etwa vier Millionen Euro Gesamtkosten, es geht um insgesamt 132 Plätze in der Einrichtung. Der neue Kindergarten soll die bestehenden und nicht mehr zeitgemäßen Kindergärten in Camin, Vellahn und Rodenwalde ersetzen. Die Gemeinde will die neue Einrichtung nicht selbst in ihre Trägerschaft nehmen. Es gäbe dazu, so Stein, entsprechende Bewerbungen. Zielsetzung sei es, die Einrichtung bis Ende kommenden Jahres in Betrieb nehmen zu können. Trotz aller Förderung rechnet die Gemeinde bei dem Kitaprojekt mit einem Eigenanteil von gut 1,2 Millionen Euro, die sicher über einen Kredit finanziert werden müssen.

Und während in Vellahn derzeit viel über den Schnittzustand einer langen Hecke an einer der wichtigsten Straßen diskutiert wird, bereitet die Gemeinde intensiv die nächsten Bauprojekte vor.

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht dabei das Eigenheimgebiet am Berge. Bis zu 40 Eigenheime sollen hier entstehen, 24 konkrete Anmeldungen soll es bereits geben. Wichtig, die Gemeinde will die Flächen selbst vermarkten, eine Bindung an einen Bauträger gibt es nicht. Der Quadratmeter Bauland soll für unter 50 Euro an die Bauwilligen verkauft werden. Für Vellahn wäre dieses Gebiet ein wichtiger Fortschritt bei der Ansiedlung von Familien. Auch hier seien die Vorbereitungen soweit gediehen, dass sehr bald mit dem Start der Arbeiten gerechnet werden kann. Zu dem neuen Wohngebiet gehört noch ein anderes Vorhaben. Die Gemeinde will Wohnungen mit Betreuung anbieten. Die Rede ist dabei von 60 Wohneinheiten, die entstehen sollen. Bereits jetzt in dieser frühen Phase gibt es zehn Anmeldungen dafür. Vellahn will das Projekt nicht allein bauen, sondern sich einen Investor suchen. Nach den guten Erfahrungen in anderen Städten will Vellahn damit auch älteren und bedürftigen Menschen eine Möglichkeit bieten, unter möglicher Betreuung in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können.

Für den plötzlichen Baubeginn der Hagenower Konsumgenossenschaft kann die Gemeinde nichts, wohl aber für die begleitenden Baumaßnahmen, die zum „Deal“ mit dem Konsum gehören. So wurde die Verkehrsführung hin zur Schule neu geordnet, es gibt veränderte Einfahrten. Dafür erwarb der Konsum das Gemeindegrundstück und hat nun auf dem früheren Parkplatz mit den Arbeiten begonnen. Hintergrund sei die überraschend schnelle Einigung der Genossenschaft mit einer Bank über die entsprechende Bürgschaft, bestätigte Konsumvorstand Ralf Bade auf Nachfrage unserer Zeitung. Ziel sei es, den Bau im März kommenden Jahres zu übernehmen und ihn möglichst Ende März zu eröffnen. Dazu müsse aber auch die Witterung mitspielen. Ursprünglich wollte der Konsum schon viel früher beginnen und Ende diesen Jahres eröffnen. Das scheiterte damals an der Finanzierung. Die Gemeindevertretung Vellahn wird derweil am kommenden Montag zu ihrer nächsten Sitzung ab 19.30 Uhr im Atrium der Schule tagen. Zur Sprache soll dabei auch das umstrittene Thema Bauhof kommen.

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