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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 12:25 Uhr

Hagenow : Die Ersten im Berufe-Universum

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenower Schüler testen als Erste in Mecklenburg-Vorpommern die digitale Berufsorientierung der Agentur für Arbeit mittels Tablets

von
erstellt am 02.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Jannick huscht mit dem Finger über den Bildschirm des Tablets. „Maschinen steuern“ – volle Punktzahl, „Bauen“ – nur drei Punkte, „Reinigen“ – zwei. Der Achtklässler der Hagenower Heincke-Schule bewertet seine Interessen und Stärken in einem Computer-Programm der Agentur für Arbeit. Zusammen mit seinen Mitschülern erkundet er gestern als Erster in Mecklenburg-Vorpommern das Berufe-Universum mittels Mini-Computer. „Das ist zeitgemäßer“, begründet Berufsberaterin Gundula Stelzer das neue Projekt. Und es baue Berührungsängste ab, schließlich würden die jungen Leute heute täglich mit Smartphone oder Tablet hantieren. Mit jeweils einem Klassensatz touren die Agentur-Mitarbeiter jetzt durch M-V, Schleswig-Holstein und Hamburg, um die Jugend einen Schritt weiter in Richtung Traumjob zu bringen. Heute sind sie noch in Hagenow. Die nächsten Ziele: Lübtheen, Dömitz und Grimmen.

Berufe sind wie Planeten in den unendlichen Weiten des Universums. Sich dort zurecht zu finden, fällt Jugendlichen oft nicht leicht. „Ihr habt zwar noch ein bisschen Zeit“, sagt Gundula Stelzer zu den Achtklässlern. Aber die sollte man sinnvoll nutzen, um zu schauen, was passt zu mir. 500 Ausbildungsberufe gebe es in ganz Deutschland. Die könne man nicht alle kennen. Deshalb sei es wichtig, Schritt für Schritt über Interessen, Stärken, Hobbys, Praktika zu analysieren, welcher Beruf es mal werden könnte.

Und genau dabei soll die Internetseite „www.planet-berufe.de“ helfen. Jannick Panknin klickt sich durch den Fragebogen und die Stärken-Analyse. Beim Mathematischen Verständnis stockt er. Wie fast alle Mitschüler. „Das ist schwer“, raunt es durch den Raum. Gundula Stelzer gibt ihnen Recht. Auch bei den Eignungstests sehe sie immer wieder, dass Mathe am schwierigsten ist. Jannick kämpft sich durch. Am Ende gibt es zwei Punkte. Dafür schneidet er bei „Sorgfalt“ und „Zusammenhänge erkennen“ gut ab. „Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen und die Antworten gewissenhaft auszuwählen“, sagt Berufsberaterin Gundula Stelzer. Desto stimmiger sei am Ende das Ergebnis des möglichen Berufe-Pools.

Keiner fragt, wie es geht, alle „sind intensiv dabei“, resümiert Sabine Schwarz, stellvertretende Leiterin der Prof. Dr. Friedrich Heincke Schule. Und auch der Berufsorientierungs-Kontaktlehrer Hans-Jürgen Hinrichs erkennt seine Schüler kaum wieder. „Es ist so eine ruhige Lernatmosphäre hier“, sagt er. Jeder blickt konzentriert auf seinen eigenen Mini-Computer.

Die Heincke-Schule ist eine Schule mit Berufswahl-Siegel. Von der siebten Klasse an beschäftigen sich Lehrer und Schüler mit dem Thema. Berufe-Parcours, Potenzialanalyse, Job-Messen, Praktika, Bewerbungstraining, Einzelgespräche mit dem Berufsberater: „Wir nutzen alles, was der Berufsorientierung dient“, sagt Sabine Schwarz. Die Schüler müssten rechtzeitig an das Thema herangeführt werden, sehen, welche Möglichkeiten es alles gibt, und dabei auch mal nach links und rechts schauen.

Und diese gezielte Förderung spüre man, bestätigt Berufsberaterin Gundula Stelzer. Die meisten Neuntklässler etwa wüssten schon, was sie später beruflich machen wollen.

Jannicks Profil aus dem Berufe-Universum: technische Jobs sollen ihm liegen. „Das kommt hin“, sagt der Schüler. In die Richtung könnte es gehen. Wissen tut er es aber noch nicht so genau. Bei seinem Praktikum in der neunten Klasse möchte er das mal testen.

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