Sonne über Hagenow : Die Energiewende kommt in Gang

Die Solarbauer Andy Jech und Sebastian Plazek montieren Photovoltaikmodule auf das Dach der Kindertagesstätte von Pritzier. Inzwischen ist die neue Anlage in Pritzier fertig gestellt. Hirschmann
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Die Solarbauer Andy Jech und Sebastian Plazek montieren Photovoltaikmodule auf das Dach der Kindertagesstätte von Pritzier. Inzwischen ist die neue Anlage in Pritzier fertig gestellt. Hirschmann

Eine ganze Gemeinde im Bereich des Amtes Hagenow Land freut sich ab sofort noch mehr auf sonnige Tage. Denn auf dem Dach der Kindertagesstätte in Pritzier ist nun eine Photovoltaikanlage installiert worden.

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07. Mai 2013, 10:13 Uhr

Hagenow/Pritzier | Auf dem Dach der Kindertagesstätte in Pritzier ist eine neue Photovoltaikanlage installiert worden. Nach den Worten des stellvertretenden Bürgermeisters Thomas Witt soll der dort erzeugte Solarstrom größtenteils in der Gemeinde verbraucht werden. So sollen die elektrischen Anlagen im Kindergarten mit Solarstrom betrieben werden. Außerdem sei geplant, das nahe Sportlerheim auf dem Sportplatz mit Solarstrom zu versorgen.

"Der Eigenverbrauch soll so hoch wie möglich sein, der Strom, der dann übrig bleibt, den werden wir verkaufen. Wir haben uns für die Solaranlage entschieden, um den steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken und um langfristig eine Einnahmemöglichkeit in der Gemeinde zu haben", sagte der stellvertretende Bürgermeister kürzlich bei der Bauabnahme für die neue Solaranlage. So wie Pritzier denken viele Gemeinden im Bereiches des Amtes Hagenow Land. Nach den Worten der Amtsvorsteherin Brigitte Wolf und des Amtsvorstehers Alfred Matzmohr kommt die Energiewende in den Gemeinden des Amtes in Gang.

In Hülseburg entsteht das erste Bioenergie-Dorf im Amtsbereich. Dort seien nach den Worten von Bürgermeisterin Brigitte Wolf die Energie-Lieferverträge für die Bürger so gut wie in Papier und Tüten. Seinerzeit hatten rund 40 Verbraucher, Einwohner aus Hülseburg und Presek, ihr Interesse bekundet, Wärmeernergie und warmes Wasser von der privat betriebenen Biogasanlage im Dorf zu beziehen. Damit wären zwei Drittel der Einwohner Nutznießer der Abwärme. Nach den Worten von Janine Holz, der zuständigen Bauamtsleiterin im Amt Hagewow-Land, laufen jetzt die Planungen für das Leitungsnetz von der Biogasanlage zu den einzelnen Verbrauchern in beiden Orten. Das Leitungsnetz in Hülseburg wird von der Gemeinde finanziert und gebaut, öffentliche Fördermittel fließen zudem mit rein. So ist die Nutzung der Bioenergie in der Gemeinde Hülseburg für die Verbraucher schließlich ein Gemeinschaftswerk von öffentlicher und privater Hand.

Nutzung der Sonnenenergie, um Stromkosten zu minimieren

"Wenn alles gut läuft, soll noch in diesem Jahr die Wärme geliefert werden", sagt Brigitte Wolf im Gespräch mit SVZ. Im Jahre 2009 habe man sich zum ersten Mal mit der Nutzung von Bioenergie in der Gemeinde gedanklich auseinander gesetzt, so die Bürgermeisterin weiter.

Nach den Worten des leitenden Verwaltungsbeamten Alfred Matzmohr gibt es in den Amtsgemeinden etliche Beispiele für die Nutzung von Sonnenengergie.

"In der Gemeinde Bandenitz, in Gammelin und jetzt auch in Hoort sind Photovoltaikanlage installiert. Die Zielstellung besteht überwiegend darin, die eigenen Stromkosten zu minimieren. In der Amtsverwaltung stehen wir den Anfragen und dem Interesse der Bürgermeister bei der Nutzung regenerativ erzeugter Energie positiv gegenüber. Auf Wunsch rechnen wir auch Anfragen aus den Gemeinden durch. Ansonsten warten wir darauf, dass die Gemeinden durch die Nutzung der Windenergie mehr profitieren, so wie es von der Politik angekündigt war", sagte Alfred Matzmohr. Doch nicht überall trifft die Nutzung der erneuerbaren Energie auf die uneingeschränkte Gegenliebe der Einwohner. SVZ liegt ein Leserbrief vor, der sich auf die Gemeindevertretersitzung von Bandenitz vom 24. April bezieht, auf der über mögliche Windkrafträder in den Bereichen Radelübbe und Gammelin informiert worden sei.

Auf Nachfrage der Schweriner Volkszeitung sagte der Gammeliner Bürgermeister Manfred Kebschull gestern für seine Gemeinde, dass es Interesse von Investoren gebe. In beiden Gemeinden, Gammelin und Bandenitz, wünschen sich Einwohner, dass die jeweiligen Vertretungen gemeinsam mit den Anliegern akzeptable Lösungen erarbeiten, um den Haushalt der Gemeinden mit Einnahmen zu stärken.

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