Hagenow : Die Bundeswehr in Afghanistan: Grenadiere sind bereit

Hagenower Soldaten im vergangenen Jahr bei einer gemeinsamen Übung mit amerikanischen Soldaten in Vorbereitung auf die Aufgaben als „Speerspitze“ der Nato.  Fotos: Mayk Pohle (2)
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Hagenower Soldaten im vergangenen Jahr bei einer gemeinsamen Übung mit amerikanischen Soldaten in Vorbereitung auf die Aufgaben als „Speerspitze“ der Nato. Fotos: Mayk Pohle (2)

Hagenows Soldaten stellen mehrere „Feuerwehren“, sind jedoch in keinem Einsatz

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11. Januar 2018, 05:00 Uhr

Entgegen anderslautender Meldungen von gestern sind aktuell keine Hagenower Soldaten in den Einsatz nach Afghanistan geflogen. Noch nicht.

Oberstleutnant Jan Friedrich Tillmann, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 401 wunderte sich gestern auch über die Meldungen. „Das stimmt so nicht. Wir sind mit verschiedenen Einheiten in Bereitschaft, falls sich die Lage dort unten verschärfen sollte. Mehr jedoch nicht.“

Konkret sind knapp 100 Soldaten der vierten Kompanie unter Hauptmann Melissa Muth als so genannte „Force Protection“ Einheit in Rufbereitschaft. Tillmann: „Die stehen jederzeit Gewehr bei Fuß und haben eine Zeit von 30 Tagen, um im Einsatz zu sein. Diese Soldaten würden wir mit ihrer persönlichen Ausrüstung in den Einsatz nach Mazar I Sharif schicken, um dort die Ausbilder der afghanischen Armee zu schützen. Bisher sind wir jedoch nicht alarmiert worden.“ Tillmann erklärte dies gestern am Tag des gemeinsamen Neujahrsempfanges der Stadt und des Bataillons.

Ab dem Monat März würden dann tatsächlich einige wenige Soldaten seines Verbandes in das Krisengebiet am Hindukusch verlegt werden. „Da handelt es sich um Einzelfälle, um Spezialisten, Logistiker zum Beispiel, die ganz normal mit den Kontingenten ausgetauscht werden und für ein halbes Jahr runtergehen.“ Auf nach Afghanistan heißt es dann ab Juli für wahrscheinlich 68 Soldaten der dritten Kompanie, die als reguläre „Schutztruppe“ für die Ausbilder fungieren werden. Diese Truppe der Deutschen gibt es ständig und kann im Krisenfall verstärkt werden. Der Einsatz obliegt der Politik.

Und, es gibt noch eine weitere Alarmeinheit im Bataillon, die im Bedarfsfall jederzeit sogar weltweit verlegt werden kann. Dabei geht es um 150 Mann der 2. Kompanie, die zur „Speerspitze“ der Nato gehören. Tillmann: „Deren Einsatzgebiet läge vermutlich in Osteuropa. Im Gespräch ist derzeit, dass dieses Soldaten in Norwegen üben werden. Sicher ist das noch nicht.“ Die Bereitschaft, als sehr schnelle Eingreiftruppe verlegt zu werden, gilt für diese Einheit im übrigen das ganze Jahr.

Ansonsten wird sich das Bataillon vor allem im Frühjahr umfangreichen Übungen auf dem Truppenübungsplatz in Bergen widmen. Ab Mitte März dann mit einem neuem Kommandeur. Jan-Friedrich Tillmann wird am 12. März seinen Nachfolger, Oberstleutnant Alexander Radzko, in Hagenow empfangen. Tillmann, der dann drei Jahre Chef in Hagenow war, wird nach Berlin ins Bundesministerium für Verteidigung mit einer neuen Aufgabe versetzt.

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