zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

15. Dezember 2017 | 21:01 Uhr

Neuhof : Die Begeisterung für Gärtnern eint

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Regionalgruppe der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur gegründet. Gisela und Klaus Sokolowski aus Neuhof sind Mitstreiter

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Von grünen Kreuzgängen, verträumten Wegen und strategisch geplanten Sichtachsen geprägt, haben sich Gisela und Klaus Sokolowski hinter ihrem neugotischen Haus, einem ehemaligen Pferde- und Kutschenstall von 1860, ein Refugium der Stille und Anmut geschaffen. Das aus Baden-Würthemberg stammende Ehepaar ist 1994 nach Mecklenburg-Vorpommern umgesiedelt. Den Ambitionen des Mannes folgend, wie die Gattin lächelnd im SVZ-Gespräch gesteht. Den Schiffsausrüstungs- und Ladenbaubetrieb habe er nach Neuhof mitgenommen.

„1997 haben wir angefangen, passend zum Wohnhaus, einen architektonischen Garten anzulegen. Das war hier alles mal Brachland mit Rinderstall, Nebengelass und überwuchert“, erinnert sich Gisela Koslowski. Nicht wissend, wieviel Zeit und Arbeit sie künftig in ihn investieren werde. „Man müsste 365 Tage im Jahr jeweils mindestens drei Stunden tätig sein. Das schafft keiner. Aber ein paar Stunden die Woche sind wir schon damit beschäftigt, alles in Ordnung zu halten. Mein Mann hat immer eine Akku-Schere dabei“, sagt die 65-Jährige und zeigt auf die unzähligen Buchsbaumkugel, Büsche und Wandelgänge, denen regelmäßig mit Formschnitt Einhalt geboten wird.

Die kreativen Pläne für dieses außergewöhnliche Lebenswerk habe der Ehemann mit Maßstablineal gezeichnet, mit ihr zusammen geschmiedet an kalten Winterabenden. Praktisch aus dem Kopf gezaubert. „Mein großer Traum ist noch eine Orangerie. Da sind wir immer noch am diskutieren, teils auch kontrovers. Und das schon seit zwei bis drei Jahren“, berichtet Gisela Sokolowski schmunzelnd. Das müsse ein lichtdurchflutetes Gebäude werden, mit großen Fenstern für die vielen alten Topfpflanzen, die sie besitze. Und lobt den Fleiß ihres Mannes, der nicht nur Hecken und Formgehölze schneide sondern auch Wege pflastere und Mauern aus Natursteinen baue. Die habe er unter dem alten Kuhstall gefunden. „Für das Bepflanzen bin ich zuständig.“


Arbeit im Garten schon als Kind geliebt


Die Arbeit im Garten habe sie schon als Kind geliebt, verrät die Wahl-Neuhoferin. Doch Gärtnerin sei sie später leider nicht geworden. Dennoch sei ihr die Beschäftigung mit Bäumen, Sträuchern und Blumen mittlerweile ein Lebensbedürfnis. „Ich habe ein gestörtes Verhältnis zum Zimmerpflanzen. Die werden bei mir meist nie was“, gesteht die Hobby-Gärtnerin, die zusammen mit ihrem Mann seit 2010 auch der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e. V. angehört. „Wir sind derzeit etwa 12 000 Mitglieder in Deutschland.“ Die Gesellschaft vereine sowohl Besitzer großer und kleiner Gärten als auch Profis wie Landschaftsarchitekten, Denkmalpfleger, Gartenbuchautoren oder Gartenfotografen. Alle eine die Begeisterung für das Gärtnern mit all seinen Facetten.

„Der jüngste Zweig der einst in Hamburg aus der Taufe gehobenen Gesellschaft ist 2016 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet worden“, freut sich Gisela Sokolowski. „Ich habe das Gefühl, dass die Gestaltung von Gärten immer mehr ins öffentliche Interesse rückt. Es wird immer mehr Leuten wichtig, sich auch ein Stück zu repräsentieren, ihrem Lebensgefühlen Ausdruck zu verleihen.“ Es gäbe so viele Schätze vor der eigenen Haustür, die es zu bewahren gelte. „Bei mir sind das beispielsweise die alten Linden und Apfelbäume. Sie stellen ein kostbares, unbezahlbares Kulturgut dar. Das zu fördern hat sich die Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, die ja deutschlandweit aktiv ist, auf die Fahnen geschrieben. Und es ist gut, dass es jetzt auch in MV einen Zweig davon gibt. “

Ähnlich sieht das Beate Schöttke-Penke, die Vorsitzende des Vereins „Offene Gärten in MV e. V.“ „Ich kenne diese Gesellschaft schon ganz lange und bin auch Mitglied. Für das Thema Gärten kann man sich gar nicht genug engagieren. Ich glaube, dass eine Zusammenarbeit auf beiden Seiten erwünscht ist.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen