Greven : Die Auferstehung des Gewerbegebietes

Peter Tarnowski (li.) und Karsten Inderbiethen in einer der beiden großen Grevener Hallen. Beide Firmen legen jetzt los.  Fotos: Pohle
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Peter Tarnowski (li.) und Karsten Inderbiethen in einer der beiden großen Grevener Hallen. Beide Firmen legen jetzt los. Fotos: Pohle

Gleich zwei Mittelständler bringen jetzt Leben und Produktion in die verwaisten HGL-Hallen

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05. Juli 2015, 08:16 Uhr

Zwei Unternehmer aus dem Hamburger Raum, Peter Tarnowski und Karsten Inderbiethen, sind „schuld“ daran, dass sich nun im eigentlich schon verwaisten Grevener Gewerbegebiet an der B 191 einiges tun wird. Tarnowski ist Geschäftsführer der „U. Günther GmbH“, einem Unternehmen, das sich selbst als Experte der Druckvorstufe für die Verpackungsindustrie bezeichnet. Karsten Inderbiethens Forma hört auf den knackigen Namen „cup candle“, er ist Untermieter bei der anderen Firma und spezialisiert auf Teelichter, die nicht in Aluminiumbecherchen abgefüllt, sondern in recyclebaren Kunststoff gepackt werden. Das Ganze ist patentiert.

Beide Firmen haben die ersten Monate der Vorbereitung hinter sich, jetzt legen sich auch praktisch in den Hallen los, in denen die insolvente Firma „HGL“ früher durchaus erfolgreich arbeitete.

Warum ausgerechnet Greven? Weil das Angebot rundum gestimmt habe, weil Greven in ziemlicher Nähe zum Hamburger Raum und dicht an der Autobahn liegt. Weil die beiden Hallen mit mehr als 7000 Quadratmetern bezahlbar waren und beide Unternehmen in dem kleinen Gewerbegebiet für sich jede Menge Entwicklungsmöglichkeiten sehen. „Wir haben uns auch andere Standorte angesehen,“ erzählt Peter Tarnowski. „Das hier hat mich und später auch die anderen wirklich überzeugt.“

Und es gibt noch eine Person, die Anteil an der Ansiedlung hat. Berit Steinberg, die Chefin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Sie bekam uneingeschränktes Lob von beiden Unternehmern. Dass sich jemand so sehr um die Ansiedlung gekümmert habe, das hätten sie in den alten Ländern noch nicht erlebt.

Es wird einen stufenweisen Aufbau einer Produktion in Greven geben, für beide Unternehmen. Für die „U.Günther-Gruppe“ geht es darum, im dritten Quartal erst einmal mit 30 Leuten an den Start zu gehen. Die Mehrheit davon werde man aus den bisherigen Betrieben mitbringen. Zusätzlich werden auch Mitarbeiter aus der Region gesucht. Vorteil für Peter Tarnowski und sein Team: Mit Folienprint agiert ein wichtiger Kunde in direkter Nachbarschaft. Und die Firma Schurpack baut ja gerade im Businesspark eine Faltschachtelfabrik.

Obwohl die Hallen in Greven auf den ersten Blick ganz gut aussehen, ist doch noch einiges zu tun, bevor hier gearbeitet werden darf. Ein Problem ist der Brandschutz, der noch für einiges Geld auf Vordermann gebracht werden muss. Die Vorgängerfirma hatte die Auflagen nie umgesetzt.

Obwohl das Objekt klein ist, geht das junge Unternehmen „cup candle“ mit einigen Investitionen und viel Schwung an die Grevener Produktion. Für den Anfang, so Karsten Inderbiethen, sei an 13 oder 14 Leute gedacht, in zweiten Schwung könnten es dann schon 30 bis 50 werden. Die ersten sind schon eingestellt. Es geht um Menge, pro Jahr werden allein in Europa zwölf Milliarden Teelichter verkauft. Doch die meisten haben ein Aluminiumtöpfchen. cup candle will mit seinem patentierten Verfahren nicht nur Kunststoff nehmen, der recycelt werden kann. Künftig soll der Kunststoff auch noch komplett aus Bioprodukten hergestellt werden. Die wechselvolle Geschichte ihres Vorgängerbetriebes kennen die beiden nur aus Erzählungen. Die Protestschilder der letzten Demo haben sie dann beim Aufräumen gefunden.

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