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Ludwigslust-Parchim : Die Abfall-Diskussion hält an

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Umweltausschuss muss Entscheidung über geplante Abfallentsorgung im Landkreis vertagen. Endgültiges Urteil fällt am 26. Mai

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Die Absicht, bestimmte Teilbereiche der Abfallentsorgung in die Hand des Landkreises zu legen, führte Mittwochabend auch im Umweltausschuss des Kreistages zu weiteren Diskussionen.

Fragen zu möglichen Einsparungen, zu entstehenden Synergieeffekten mit der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und zu weiterem Personal, das neu eingestellt werden muss, standen dabei im Raum. Und die Entscheidung der Verwaltung, einen Teil der Anlagen des Nachtragswirtschaftsplanes 2016, in denen es um genaue Zahlen und Informationen zum bereits laufenden Vergabeverfahren geht, nicht im öffentlichen Teil zu behandeln, führte zu Unmut bei den Ausschuss-Mitgliedern. „Uns liegen keine ausreichenden Unterlagen vor, um über so eine gravierende Entscheidung des Landkreises zu entscheiden“, hielt Vorsitzender Ronny Schult für das Protokoll fest. Die Einschätzung des Projektes wurde somit auf eine Sondersitzung vertagt.

Am 26. Mai, zum nächsten Kreistag, wird eine abschließende Entscheidung zum Abfallwirtschaftsbetrieb Ludwigslust-Parchim erwartet. Bis dahin sollte das Projekt in allen Fachausschüssen vorgestellt werden.

Geplant ist, mit dem Beschluss des Kreistagsausschusses vom 14. März, dass das Einsammeln, Befördern und Verwerten von Abfällen, wie Sperr- und Elektromüll, Hausschrott und Papier, Pappe und Kartonagen ab 1. Januar 2017 in kommunaler Eigenregie durchgeführt wird (SVZ berichtete mehrfach).

Bei dieser Entscheidung gehe es jedoch nicht vordergründig um große Einsparungen, diese fallen eher gering aus, erklärt der Leiter des Abfallbetriebes Steffen Grünwaldt. Der Vorteil sei, dass man so in Zukunft flexibler reagieren könne. Zudem ergeben sich gewisse Synergien mit Eigenbetrieben. „Es ist vorgesehen, die Fahrzeuge auf den Betriebshöfen der Busbetriebe im Kreis unterzustellen“, so Grünwaldt am Mittwochabend. Alle Abstimmungen mit der VLP seien soweit, dass der Abfallbetrieb starten könne.

Mit einer Investitionssumme von rund 2,5 Millionen Euro sollen elf neue Fahrzeuge angeschafft werden, acht Hecklader, drei Seitenlader und vier Transporter. Diese sollen in den Betriebshöfen in Hagenow, Ludwigslust und Parchim und eventuell Sternberg stehen. Zudem könnten die bereits vorhandenen Werkstätten und Sozialräume der Höfe mit genutzt werden. Die Ausschreibungen für die Fahrzeuge haben bereits begonnen.

Die zusätzlichen Aufwendungen für nötiges Personal belaufen sich in diesem Jahr auf 85 000 Euro. Derzeit sind 21 Fahrer, ein Disponent und ein Mitarbeiter für die Planung vorgesehen. Die Stelle des Disponenten soll bereits zum 1. Juli besetzt werden, die Stellen der Fahrer bis zum 1. Dezember. Damit könne sich das Personal einen Monat lang auf die bevorstehenden Arbeiten vorbereiten und einarbeiten. „Die Personalausschreibungen beginnen aber erst, wenn der Kreistag ein mehrheitliches Votum gebracht hat“, fügt der Leiter des Abfallbetriebes hinzu.

Für die Beschaffung der Fahrzeuge, Altpapierbehälter und die benötigte Software will der Abfallwirtschaftsbetrieb noch in diesem Jahr einen Kredit aufnehmen. Für die Bürger im Landkreis soll sich vorerst nichts ändern, es bleibt bei der angekündigten Kostensteigerung von 20 bis 30 Prozent bei den Entsorgungsgebühren.

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