Amt Neuhaus : Dezente Hinweise, die Äpfel bitte nicht zu „ernten“

Nur probieren, nicht ernten!
Nur probieren, nicht ernten!

Verein Konau 11 stellt Schilder an den Obstbaumstrecken auf, für die er Pflege und Ernte übernimmt

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18. September 2015, 12:00 Uhr

Sie sind wieder unterwegs an den Straßen der Gemeinde Amt Neuhaus: die „Apfelklauer“. Mit fremden Kennzeichen, gerne auch einen Anhänger an den Pkw gehängt, „ernten“ sie das Obst, das ihnen nicht gehört, reißen die Früchte manchmal sogar brutal von den Ästen, um sie dann zu einer Mosterei zu bringen.

Jetzt kann sich demnächst niemand mehr darauf berufen, er habe nicht gewusst, dass die Bäume jemandem gehören, der dort auch ernten darf und will. Das ist nämlich der Verein Konau 11, der im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Gemeinde, der Stadt Bleckede und dem Landkreis Lüneburg die Verantwortung für die Pflege der rund 2500 Obstbäume an den Kreis- und Gemeindestraßen und auf den Streuobstwiesen übernommen hat. Der Verein hat jetzt an diesen Strecken Schilder aufgestellt, auf denen steht, wer die Bäume pflegt und warum. Dezent heißt es dann weiter: „Durch die Vereinbarung überträgt die Gemeinde das Ernterecht an den Verein. Gerne können Sie aber von dem Obst kosten.“ Ob das die Diebe abhält muss man abwarten. Bei der Polizei in Neuhaus sind aktuell und auch in der Vergangenheit keine Anzeigen eingegangen.

Beim Aufstellen der Schilder wird der Verein Konau 11 von den Obstbaumwarten unterstützt. Sie treffen eine Vereinbarung mit dem Verein und übernehmen die Pflege einer bestimmten Strecke. Dafür dürfen sie die Äpfel und Birnen ernten. Umso ärgerlicher, wenn nach der Pflege nichts zu ernten übrig bleibt.

Inzwischen gibt es 19 Obstbaumwarte, die alle an Praxisseminaren des Vereins teilgenommen haben. Dort wurde theoretisch und vor allem praktisch geübt, wie die „Erziehung“ junger Bäume erfolgen muss und wie die weitere Pflege, sprich der Obstbaumschnitt, durchgeführt werden sollte.

Den nächsten Themenabend, um sich theoretisch weiterzubilden, bietet der Verein am Mittwoch, dem 30.September, an. Dann referiert der Pomologe Jan Bade ab 18.30 Uhr im Hofcafé „Gelber Richard“ zum Thema Sortenbestimmung.

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