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Devise der Helfer: Vorwärts, wir bauen jetzt zurück

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erstellt am 17.Jun.2013 | 05:51 Uhr

Boizenburg | Alle Sandsäcke und Kalksandsteinblöcke, die der zusätzlichen Sicherung vor der Flut dienten, haben offensichtlich ihre Aufgabe erfüllt. Für sie heißt es nun: "Vorwärts, wir ziehen uns zurück". Der Pegelstand zeigte 673 Zentimeter, als am Boizenburger Hafen freiwillige Helfer am Sonnabend, gegen Mittag, damit begannen, die erhöhten Deichkronen und die Hafenwand wieder auf ihre ursprüngliche Höhe zu bringen. Einmal mehr nahmen sich freiwillige Helfer aus den Reihen der Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr gemeinsam dieser Aufgabe an. Ein bekanntes Bild aus den vergangenen Tagen, welches dennoch immer wieder mit seiner ganz besonderen Schönheit seinen Betrachter zu begeistern vermag. Das Wasser sinkt, doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei.

Halten die Deiche dem enormen Druck der Massen stand?, lautet die Frage, die alle hoffen und bangen lässt. Beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) ist man auf alles vorbereitet, versichert Frank Müller gegenüber unserer Redaktion, auf die Frage, was das StALU bei einem Deichbruch tun würde.

"Unsere Aufgabe besteht in erster Linie darin", so der Abteilungsleiter Naturschutz, Wasser und Boden, "mit unseren Fachberatern einen Deichbruch zu verhindern , das heißt, gefährliche Problemstellen zu erkennen und fachkundige Empfehlungen zum Verbau dieser Stellen zu geben. Im Falle eines Deichbruches würde unser Amt ebenfalls fachberatend nach Lösungen suchen, die Lücke möglichst klein zu halten oder bei ganz großem Glück zu schließen."

Bei den jetzigen extremen Wasserständen wäre Letzteres, so Frank Müller, eher unwahrscheinlich. Beim Höchstwasserstand würden immerhin um die vier Tonnen Wasser auf einem Quadratmeter Deich lasten. Daher habe erste und einzige Priorität das frühzeitiges Erkennen von Problemstellen und die fachgerechte Bewertung durch die Berater des StALU, betonte Frank Müller. Das war so, ist so und wird wohl auch so bleiben.

Wie er hinzufügte, würden die Berater nicht nur aus dem StALU Westmecklenburg gestellt. Sie kämen auch aus den anderen Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt des Landes, also Mittleres Mecklenburg, Vorpommern, Mecklenburger Seenplatte und dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) mit Sitz in Güstrow. Für diese Unterstützung ist sicher nicht nur Frank Müller sehr, sehr dankbar.

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