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Hagenower Kreisblatt

22. Oktober 2017 | 11:50 Uhr

Testorf : Designerin mit Hühnerspleen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Sie entwirft Spielplätze für den ganzen Norden – Anke Meixner aus Testorf „pendelt“ zwischen zwei Arbeitsleben, die sich gut ergänzen

von
erstellt am 05.Nov.2016 | 12:00 Uhr

Ob Piratenturm oder Klettersegel – was Anke Meixner in ihrem Büro in Testorf entwirft, steht auf den Spielplätzen im ganzen Norden, von Schwerin bis Hamburg und Schleswig-Holstein. Eine „total spannende“ Aufgabe für die 55-Jährige. Immer im Hinterkopf, was Spielen für Kinder bedeutet. „Das ist die Urform des Lernens“, sagt sie. Gerade arbeitet sie in ihrem Spielplatz-Büro im alten Bauerngehöft an der Landesstraße 04 an Kletterobjekten aus Beton für den Bauspielplatz in Schwerin.

Doch schon seit 1990 designed sie Kinderwelten. Sie habe sich einfach mal daran gewagt. Dass es für sie einmal in Richtung Handwerk geht, schiebt die diplomierte Künstlerin und Designerin auf ihr Studium in Burg Giebichenstein. Dort sei Kreativität aber auch Handwerkliches gefördert worden. Und so hat sie heute zwei Schaffensfelder: Spielplätze und Papierkunst. Das eine zum Geld verdienen mit vielen kreativen Inhalten, aber auch vielen Herausforderungen. Das andere als „träumerischer“ Gegensatz. Bei der Beschäftigung mit Papier sei sie frei. Sie müsse sich zum Beispiel an keine Kosten halten. Aber „Beides geht nicht ohne das Andere“, sagt Anke Meixner. Jedes beflügele die Kreativität des Anderen.

Und so genießt die gebürtige Bernburgerin ihre Zeit auf dem Mecklenburger Land, mit zwei Arbeitsplätzen und ihrer Patchworkfamilie. Ihre Mutter lebt mit im Haus, die fünf Kinder von ihr und ihrem Mann, dem Künstler Ulrich Rudolph, kommen gern zu Besuch. Und neuerdings singt Anke Meixner auch, im Zarrentiner Gospelchor „The Ciscoes“. „Das ist mal was anderes“, sagt sie. Mehr über sich, ihren Hühnerspleen und ein Treffen mit dem verstorbenen Vater verrät sie im Interview zum Wochenende mit Franca Niendorf.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Dass ich alles, was ich tue, gut machen möchte. Das ist wichtig für mich.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Im Sommer im Garten, im Winter mit meinem Mann vor dem Kamin.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Kartoffeln-Sammeln.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Wenn ich mich recht erinnere für Bastelmasse.
Wo findet man Sie am Ehesten?
Entweder im Spielplatz-Büro oder in der Papierwerkstatt.
Was stört Sie an anderen?
Wenn ich so das Gesamt-Weltgeschehen sehe, hab’ ich Angst vor der Gier der Menschen.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Da denke ich sofort an meine Oma. Sie ist 103 geworden, war Bäuerin mit dem Herz am rechten Fleck. Sie ist in vielen Dingen auch ein Vorbild für mich.
Was würden Sie gern noch können?
Besser singen.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
So leben zu können wie jetzt. Lieben zu dürfen, eine tolle Familie zu haben und an dem Ort zu leben, wo man sich wohl fühlt.
Wen würden Sie gern einmal treffen?
Ich würde gern meinen Vater kennenlernen. Er ist gestorben, als ich ein Baby war. Einfach, um ihn kennenzulernen und zu sehen, wo ich herkomme.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Käse aus Violas Regionalwarenladen und auch oft Galliner Leberkäse.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Keine bestimmte. Ich bin neugierig und offen für alles. Wenn ich selbst koche, dann traditionell mecklenburgisch.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Alles, was ich kriegen kann von T. C. Boyle. Es ist faszinierend, in welche Situationen er sich reinfühlen kann. Am Beeindruckendsten finde ich die „Wassermusik“.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Aufs Landleben.

Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Einfach noch mehr Zeit in der Papierwerkstatt verbringen.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Ich glaube, optimistisch.
Wo ist für Sie Heimat?
Mecklenburg. Ich bin zwar nicht hier geboren, aber groß geworden.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

1. Frieden und Auskommen für alle Menschen.

2. Dass achtsam mit allen Ressourcen umgegangen wird.

3. Dass bei mir alles so bleibt, wie es ist.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?

Ich hab’ einen Hühnerspleen. Ich liebe Hühner. Das kommt von meiner Oma.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Ingelore Niendorf. Sie arbeitet beim Ausbauhandwerk in Zarrentin. Oder Dagmar Poltier, die Bauamtsleiterin von Boizenburg. Beide stehen Ihre Frau im Leben, fachlich und menschlich.

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