Brahlstorf-Schwerin : Der Zug der genervten Pendler

Fahrplanwechsel mit Verschlechterungen: Nicht alle Züge der Linie RE1, hier ein Archivbild am Hauptbahnhof Schwerin, halten in Schwerin Mitte. Pendler stellt das vor Probleme.
Fahrplanwechsel mit Verschlechterungen: Nicht alle Züge der Linie RE1, hier ein Archivbild am Hauptbahnhof Schwerin, halten in Schwerin Mitte. Pendler stellt das vor Probleme.

Nach Fahrplanwechsel der Bahn: Mehrere Petitionen und Unterschriftensammlung beim Verkehrsministerium eingereicht

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15. Februar 2018, 21:00 Uhr

„Es ist nervig, dass Berufspendler ständig neue Arbeitszeiten mit ihren Arbeitgebern abstimmen müssen“, meint Kerstin Kühl im SVZ-Gespräch. Die Pharmazeutisch-technische Assistentin aus Brahlstorf  arbeitet in einer Apotheke in Schwerin und pendelt jeden Tag mit der Bahn. Bisher hatte das auch immer gut geklappt, doch mit der Fahrplanumstellung der Deutschen Bahn zum 10. Dezember 2017 begannen die Probleme.

So wurde beispielsweise der Regionalexpress 4323 Büchen - Schwerin, der morgens zwischen 6 Uhr und 7 Uhr  fuhr, gestrichen (SVZ berichtete). Schüler und Pendler,  die auf dieser Strecke in Richtung Schwerin unterwegs sind, müssen seitdem auf einen Zug zurückgreifen, der eine halbe Stunde früher fährt. Mit einer Unterschriftensammlung und einer Petition an Verkehrsminister Pegel hatten sich rund 100 Pendler versucht, gegen diesen Wegfall zu wehren. Gebracht hat es allerdings nichts. „Diese Verbindung des RE 4323 wurde infolge von Baumaßnahmen in Hamburg durch das Land zusätzlich bestellt. Durch die Baumaßnahme ergaben sich notwendige Fahrplanänderungen die dazu führten, dass eine Angebotslücke entstand. Infolge war Schwerin aus der Region Westmecklenburg zur Hauptverkehrszeit gegen 7 Uhr schlecht erreichbar. Diese Zusatzbestellung, die mit überdurchschnittlichen hohen Kosten verbunden ist, war von vornherein auf die Zeit der Bauarbeiten in Hamburg beschränkt“, begründete Katharina Henkel vom Verkehrsministerium den Wegfall.

Allerdings sind die Pendler nicht nur über die neuen Verbindungen nach Schwerin verärgert, sondern auch über die aus der Landeshauptstadt zurück in Richtung Hamburg. Stein des Anstoßes dabei: „Die Regionalzüge halten nicht immer in Schwerin Mitte“, so Kerstin Kühl. Das sei völlig unverständlich. „Gerade  um 16.15 Uh, 18.15 Uhr und 20.15 Uhr wird der Halt nicht mehr bedient. Wenn ich bis um 18 Uhr arbeiten muss, schaffe ich es aber nicht bis zum Hauptbahnhof und muss dann zwei Stunden warten. Glücklicherweise habe ich einen kulanten Arbeitgeber und kann auch mal früher gehen. Viele andere Pendler, die das betrifft, haben dieses Glück  vielleicht nicht.“

In einer eigenen Petition an den Petitionsausschuss des Landtages und den Bürgerbeauftragten des Landes, Matthias Crone, forderte sie deshalb Nachbesserungen. In der Stellungnahme des Verkehrsministerium heißt es dazu: An der Schienenstrecke Schwerin – Bad Kleinen und im Eisenbahnknoten Bad Kleinen komme es durch die notwendigen Bauarbeiten zu Einschränkungen im Angebot. Bei der Gestaltung des Jahresfahrplanes sei zu entscheiden gewesen, ob die Linie RE2 zwischen Schwerin und Wismar komplett entfalle und durch Busse ersetzt werde oder die RE1 nicht in Schwerin Mitte halte. Nach Abschluss der Bauarbeiten voraussichtlich Ende 2018 würden wieder alle Züge der Linie RE1 in Schwerin Mitte halten.

Eine Antwort die Kerstin Kühl und andere Pendler  nicht nachvollziehen können. Und auch  Verkehrsminister Christian Pegel räumt laut Bürgerbeauftragten  ein, dass die jetzige Entwicklung nicht optimal sei. Er scheint das Problem also zumindest schon erkannt zu haben.

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