Boizenburg : Der Vierwald wird „umgebaut“

Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamtes  begutachten den Kiefernforst am Elberadweg und der B 5.
Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamtes begutachten den Kiefernforst am Elberadweg und der B 5.

Flächen des Nationalen Naturerbes sollen naturnäher gestaltet werden. Dort soll sich die biologische Vielfalt ungestört entwickeln

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10. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Im Norden des Unesco-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe stehen in den kommenden Jahren großangelegte Umbauten an. Allerdings, nicht wie man vermuten könnte an Gebäuden, sondern an Wäldern. Hintergrund sind vier große Waldflächen, die der Bund dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V in den Jahren 2011 und 2013 als „Nationales Naturerbe“ übertragen hat. Das Besondere dieser insgesamt rund 61 Hektar großen Flächen ist, dass sich dort die biologische Vielfalt ungestört entwickeln soll - für nachfolgende Generationen. Konkret geht es dabei um Waldstücke im Bereich des Vierwaldes zwischen Boizenburg und Horst sowie entlang der B 5 und dem ehemaligen Kolonnenweg.

„Bevor diese Wälder ohne das Zutun des Menschen nach eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln können, müssen wir naturschonende waldbauliche Maßnahmen initiieren“, informiert Forstamtsleiter Jörg Stübe vor Beginn der geplanten Maßnahmen. „Denn noch sind die Waldstücke überwiegend eintönige Kiefernforste“, sagt Inge Suhren, Forstwirtin vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Deshalb sei in diesem Bereich ausnahmsweise eine Holznutzung erlaubt. Allerdings nicht um einen Gewinn zu erwirtschaften, sondern um die Naturnähe der Wälder zu erhöhen.

Aus diesem Grund ist geplant, dass noch im Winter untypische Baumarten entnommen werden, sprich hauptsächlich Nadelbäume. So sollen vorhandene Laubbäume freigestellt werden, um ihnen mehr Raum zum Wachsen zu geben.

Vor allem entlang des viel befahrenen Elberadweges an der B 5 muss vergleichsweise stark eingegriffen werden. Im Vorfeld wurden deshalb die vorhandenen Höhlenbäume, z.B. für den Schwarzspecht, und Horstbäume für Greifvögel kartiert und ausgezeichnet.

Im Zuge des Waldumbaus soll zukünftig ein gesunder und artenreicher Laubmischwald entstehen, der widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Stürmen ist. „Bis dieses Ziel erreicht ist, vergehen jedoch noch ein paar Jahrzehnte“, so Stübe. Dagegen sollen die im Dezember für die Abfuhr des Nadelholzes extra befestigten Wege bereits nach einigen Jahren wieder zurückgebaut werden.

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