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„Es war einmal eine Grenze......“ : Der regionalen Geschichte so nah

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hobby-Historiker Kuno Karls stellt beim St. Marien-Forum sein Buch „Es war einmal eine Grenze......“ vor

Er ist ein waschechter Mecklenburger, engagiert sich seit Jahrzehnten erfolgreich für die Erhaltung und Pflege seiner heimatlichen Mundart und Kultur ebenso wie für die bleibende Erinnerung an die jüngere deutsch-deutsche Geschichte: Kuno Karls, schon zu DDR-Zeiten selbstständiger Optikermeister in Hagenow mit einem enorm großen Faible für die Historie seiner Region, hat den Beruf zwar längst an den Nagel gehängt, aber umso intensiver widmet sich der inzwischen 77jährige „Unruheständler“ seither seinem wichtigsten Hobby, dem Sammeln von authentischen Zeitdokumenten für sein ständig wachsendes privates Archiv und Sachdepot. Dass Karls ein profunder Kenner der Geschichte der Region ist, stellte er unlängst beim Boizenburger St. Marien-Forum unter Beweis.

Anlässlich des 25. Jahrestages der Wiedervereinigung von BRD und DDR gab er 2014 das Buch „Es war einmal eine Grenze...“ Der Titel war auch Thema der Veranstaltung im Gemeindezentrum. Der im Banzkower Adebor Verlag erschienene Hochglanz-Bild-Band trägt den Untertitel „Das Entstehen und Vergehen der deutsch-deutschen Grenze vom Priwall bis zur Elbe“. Er beinhaltet 540 Schwarz-Weiß- und Farbfotos – aufgenommen von 100 Amateuren sowohl aus Ost- wie aus Westdeutschland.

„Viele der Aufnahmen wären ohne dieses Buch nie ans Tageslicht gekommen, sondern in irgendwelchen Schubladen vergessen und am Ende sogar unüberlegt vernichtet worden“, vermutet der leidenschaftliche Hobby-Historiker und Geschichten-Sammler.

Zur authentischen Information der Betrachter und Leser dient eine großformatige Übersichtskarte von der Ostseeküste im Norden bis zur Elberegion im Süden mit den einstigen offiziellen Grenzübergängen an der rund 200 Kilometer langen Strecke zwischen Travemünde und Schnackenburg.

Im ersten Teil wird „Der Auf- und Ausbau der Grenze bis 1989“ dokumentiert, im zweiten geht es um „Die Grenzöffnung 1989/90“ und im dritten folgt „Der Abbau der Grenze nach 1990“. Alle Abschnitte beginnen mit ein- bis zweiseitigen historischen Berichten über die jeweilige Entwicklung. Dann folgen Aufnahmen mit aussagekräftigen Motiven sowie Abbildungen von seinerzeit gültigen Dokumenten. Sie werden durch ein- bis zweizeilige knappe Hinweise erläutert.

„Es gibt eine Vielzahl von Büchern, Filmen sowie Informationen im Internet über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze“, weiß Herausgeber Kuno Karls. Allerdings habe ein solches Fotobuch mit prägnanten Texten gefehlt, das besonders die jüngere historische Entwicklung zwischen Priwall und Elbe dokumentiert sowie vor allem bei nachfolgenden Generationen die Erinnerung daran bewahrt. Das habe ihn zur Erarbeitung „seines“ Bildbandes motiviert, sagt Karls in der Boizenburger Runde. Er sei ein wenig stolz darauf, dass dabei mehr als 100 Zeitzeugen beteiligt sind und der Landkreis das Vorhaben mit weiteren Sponsoren unterstütze.

Wie gut der Bildband ankommt, zeigt sich jedes Mal nach den Foto-Vorträgen und Beamer-Präsentationen des Buchs in den Gesprächen mit den Gästen. Eine Besucherin war so begeistert, dass sie meinte: „Es war einmal eine Grenze...“ sollte zum Muss für die gesamte Lehrerschaft und alle Schülergenerationen werden. Vielleicht stehe diese historische Dokumentation Made in Mecklenburg ja eines Tages sogar in manchem Bücherschrank neben der Bibel...

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