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Kurioser Einsatz der Feuerwehr : Der Plastestorch war nicht zu retten

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Der Feuerwehr Haar ist die Rettung eines Storches, der augenscheinlich im Eis festgefroren war, leider nicht gelungen. Der Einsatz war umsonst. Aber nicht so schlimm, denn es handelte sich um einen Vogel aus Plastik.

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erstellt am 07.Feb.2012 | 07:42 Uhr

Darchau | Der Feuerwehr Haar ist die Rettung eines Storches, der beim Fähranleger in Darchau augenscheinlich im Eis festgefroren war, leider nicht gelungen. Der Einsatz war umsonst. Aber das ist auch nicht so schrecklich schlimm, denn bei dem Tier handelt es sich um einen Vogel aus Plastik. Wie es zu dem Einsatz der Feuerwehr kam, schildert Henry Kruse, langjähriger, ehemaliger Gemeindebrandmeister des Amtes Neuhaus.

Angst, dass jemand im Eis eingebrochen war

"Der Pieper ging, die Sirene ging. Einsatz Fährstelle Darchau habe ich nur gelesen. Ich war gerade auf dem Weg zu einem 60. Geburtstag und bin auf der Stelle umgedreht, natürlich mit der Angst im Nacken, dass dort eine Person ins Eis eingebrochen ist. Wir sind dann mit zwölf Mann nach Darchau losgetobt", erinnert sich Henry Kruse und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Was sie in Darchau vorfanden war eine aufgelöste Frau aus Vellahn, die über den Notruf zur Einsatzleitstelle in Lüneburg gelangt war. Ein Storch sei auf dem Eis festgefroren. Sie sei schon vor geraumer Zeit hier längs spaziert, und als sie auf dem Rückweg war, habe das arme Tier immer noch an der gleichen Stelle gestanden, könne sich offensichtlich nicht vom Fleck bewegen. Als die Feuerwehrleute aus Haar das "arme Tier" entdecken, wissen sie nicht, ob sie lachen oder weinen sollen. Der Storch, der auf einem der Poller an der Anlegestelle der Elbe flöße sitzt, bewegt sich nämlich nie, egal ob es stürmt, schneit oder gar friert. Er ist das Maskottchen der Elbefloßfahrten von Manfred Ruffing und eben ganz und gar aus Plastik.

Einer der Fahrer der Elbe-Flöße, Manfred Petersen, hatte den Plastikstorch aus einer Laune heraus dort im Sommer vor zwei Jahren auf dem Poller festgebunden. "Der Tourismus wirbt ja mit dem Storch, da dachte ich, das passt doch gut", erinnert sich Manfred Petersen. Und dort auf dem Poller in der Elbe blieb er, sah aus wie ein echter Storch und wurde auch für einen solchen gehalten. "Wenn wir mit den Flößen losgefahren sind, haben oft Gäste ihn für einen echten Storch gehalten und gebeten, doch mit dem Floß dichter heranzufahren, damit man fotografieren kann," so Harald Pröhl, Mitarbeiter von Manfred Ruffing. Und als das gute Tier beim Hochwasser vor einem Jahr sich doch von seinen Fesseln löste und danach nicht mehr gesehen ward, wurde ein neuer Kollege angeschafft und auf eben jenem Poller wieder festgezurrt.

Der Plastikvogel sieht täuschend echt aus

"Der Storch sieht wirklich täuschend echt aus" so Henry Kruse. Die Frau habe sich nur schwer überzeugen lassen. Und die Feuerwehr? Wir verbuchen das ganze dann unter "kuriosester Einsatz im Jahr 2012" ", meint Kruse, der sich nicht vorstellen kann, dass noch etwas passiert, dass diesen Einsatz toppt. Er habe auch die Einsatzleitstelle noch einmal angerufen. Die hätten sich darauf berufen, dass die Anruferin sehr überzeugend gewirkt habe. "Und ich hätte die vollständige Meldung auf dem Pieper lesen sollen, als Letztes stand noch "Tierrettung". Dann wäre die Aufregung nicht so groß gewesen."

Und wenn es wirklich ein lebendiger Storch gewesen wäre - es gibt durchaus mal Vögel, die sich ungewöhnlich früh aus ihren Winterquartieren in den Norden aufmachen oder gleich ganz hierbleiben- dann hätte die Rettung nicht so ohne weiteres von den Feuerwehrkameraden ausgeführt werden können. Das ganze Elbevorland ist vereist, der Poller steht in der Elbe. "Da hätte man wohl einen Hubschrauber ordern müssen", meint Kruse und lässt offen, ob er das ernst meint.

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