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Bauer Korl in Hagenow : Der Philosoph „von de LPG“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jörg Klingohr begeisterte mit seinen Weltsichten am Sonnabend die Gäste im fast ausverkauften „Mecki“

von
erstellt am 30.Jan.2017 | 17:03 Uhr

Von wegen, es kommt keiner, wenn in der Stadt etwas los ist. Schon mehr als eine Stunde vor der Vorstellung begehrten die ersten Neugierigen Einlaß in den „Mecki“. Bereits im Vorverkauf waren 160 Karten abgesetzt worden, am Ende war der Saal voll. Und das alles nur, weil ein Mecklenburger Unikat in Gestalt von „Bauer Korl“ in Hagenow zu Gast war. Und Jörg Klingohr, der den Bauern mit seinen sehr speziellen Weltsichten vor vielen Jahren erfunden und immer weiter entwickelt hat, der nahm die Einladung zu einem überaus amüsanten und kurzweiligen Abend an.

Das Publikum? War gut gelaunt und vor allem sehr diszipliniert. Das zeigte sich, als einem Gast im Saal per Notarzt geholfen werden musste und die Vorstellung sich verschob.

Doch Korl wäre nicht er selbst gewesen, wenn er das unkommentiert gelassen hätte. Er hätte sich fast gar nicht auf die Bühne getraut, bekannte der Mann „von de LPG“. Und dann legte er in seiner ganz eigenen Sprache und Weltsicht los. Er lobte Hagenow als den Ort, an dem man gewesen sein müsse, wenn man beim Entertainment etwas werden wolle. Er beklagte die Handy-Manie der jüngeren Leute und verwies darauf, dass es ja schon früher mobiles Telefonieren gegeben habe. Das habe er allerdings bei der Kampfgruppe erlebt. Da sei ihm das Handy mit 40 Kilogramm Gewicht auf den Rücken geschnallt worden, und die Antenne sei sieben Meter hoch gewesen. Spätestens an der Stelle hatte er die Lacher auf seiner Seite. Zwar spielten und spielen die DDR-Zeiten in seinem Programm noch immer eine wichtige Rolle, doch Korl übertreibt es damit auch nicht und vermeidet Ostalgie. Und der Philosoph, der das Betriebsfest seiner LPG jungen Leuten schon mal als „Speed Dating“ von früher verkauft, kann von einem Moment auf den anderen von den normalen Witzen zu tieferen Botschaften umschalten. Beispielsweise dann, wenn er von dem 1984 an seinem Dorfkonsum aufgestellten Schild schwärmt und die dortige Botschaft als Motto für Mecklenburg für die kommenden 100 Jahre beschreibt. „Was wir nicht haben, braucht ihr nicht!“ soll da gestanden haben. Brüllendes Gelächter im Saal war die Quittung.

Jörg Klingohr alias „Bauer Korl“ ist geübt in seiner Rolle und er tritt ohne jedes Hilfsmittel, ohne Spickzettel auf. Er kombiniere sein Angebot nach Blöcken, und wenn doch mal etwas schief gehe, dann merke das keiner, weil sie es alle für einen Teil des Programmes hielten. Aktuelle Themen wie den US-Päsidenten oder die Flüchtlingsproblematik umgeht er nicht, und er ist in seinen Botschaften auch sehr klar. So hätten sich alle, die übers Netz und anderswo über das billige Einkaufen reicher werden wollten, am Ende doch ärmer gemacht.

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