Zarrentin : Der neue Urwald von Zarrentin

Das geschlagene Holz der Weymouthskiefern liegt zum Abtransport bereit.
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Das geschlagene Holz der Weymouthskiefern liegt zum Abtransport bereit.

Bestand an Weymouthskiefern südlich von Zarrentin war nicht mehr zu retten / Aufforstungsfläche wurde jetzt der Natur übergeben

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05. Januar 2016, 12:00 Uhr

Was stehen denn da südlich von Zarrentin für einzelne Baumstämme in dem gerodeten Wald? Sieht schon komisch aus, wird sich so mancher bei seinem jüngsten Spaziergang zum Jahreswechsel gefragt haben. Hier im Revier Lassahn, in der so genannten Wifo, haben Forstamt und Bio-sphärenamt Schaalsee-Elbe auf einer Fläche von knapp zwei Hektar in der Kernzone des Biosphärenreservates ein besonderes Projekt umgesetzt. Eigentümer des Areals ist der Zweckverband Schaalseelandschaft.

Wie Revierförster Heiko Berkhauer im SVZ-Gespräch erläuterte, standen in dem Bereich bis vor kurzem nordamerikanische Weymouthskiefern, die ein Alter von knapp 50 Jahren hatten. „Die Kiefern litten aber unter einem besonderen Pilz, dem Weymouthskiefer-Blasenrost. Allmählich, über Jahre hinweg, sind immer mehr Bäume abgestorben, auch an der nahen Lassahner Chaussee und dem dortigen Radweg. Damit wurden die Gefahren für Radfahrer und Fußgänger immer größer und wir mussten handeln“, macht Revierförster Berkhauer deutlich. Da es kein wirksames Mittel gegen den Blasenrost gibt, sterben die Bäume ab und fallen schließlich um. Und da die meisten Bäume befallen waren, entschieden Biosphärenamt Schaalsee-Elbe und Forstamt Radelübbe, die Bäume zu fällen und die Fläche aufzuforsten. Übrig geblieben sind einzelne tote Baumstämme, die markant aus der Fläche ragen und weiteres Totholz. „Knapp die Hälfte der Fläche ist bepflanzt worden mit Traubeneiche, Spitzahorn und Hainbuche. An der Straße zur Waldaußengrenze ist zudem eine Hecke entstanden“, macht der Revierförster auf die abgeschlossenen Arbeiten aufmerksam. „Wir als Forstamt haben die Arbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem Eigentümer der Fläche, dem Zweckverband Schaalseelandschaft, ausgeführt. Bei diesem Bereich in der Kernzone des Biosphärenreservates handelt es sich um eine Null-Nutzungs-Fläche. Das heißt, dass wir den Wald jetzt hier so wachsen lassen, wie es die Natur will. Es wird hier ein Urwald entstehen. Aus der Bewirtschaftung ist der Wald jedenfalls entlassen“, macht Sven Kowalski vom Forstamt Radelübbe aufmerksam.

Gegenwärtig ist die Fläche noch mit einem Zaun gesichert, um die angepflanzten Bäume vor Verbiss zu schützen, doch der verschwindet irgendwann, wenn die Bäume groß genug sind. Während ein Teil der Fläche bepflanzt ist, soll auf dem anderen Teil der Natur ihren Lauf gelassen werden. Dort werden dann in naher Zukunft Birken, Weiden und andere Arten zu finden sein. Für die Finanzierung so eines Vorhaben ist der Flächeneigentümer zuständig.

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