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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 23:51 Uhr

Boizenburg : Der neue Einkaufsmarkt kommt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadtvertreter fassten Aufstellungsbeschluss für Gebiet an der Schwartower Straße

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Es war ganz unspektakulär. Trotz  der mehr als 1100 Unterschriften dagegen, fassten die Stadtvertreter am Donnerstagabend zwei Beschlüsse, die den Weg frei machen  für den Bau eines Einkaufsmarktes an der Schwartower Straße. Zu der Sitzung hatten sich weder Vertreter des Handwerks- und Gewerbevereins HGV noch unmutige Bürger eingefunden.

Wie die SVZ mehrfach berichtete, fürchten die Einzelhändler in der Innenstadt, durch den Bau eines Vollsortimenters im Stadtgebiet verdrängt zu werden. Bestätigt wurde diese Angst durch die neu erstellte Einzelhandelskonzeption (EHK) der „Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung“ (GMA).

Abwanderung von 800000 Euro

Darin wurde festgestellt, dass im schlimmsten Fall mit einer Abwanderung von rund  800000 Euro Umsatz aus der Innenstadt zu rechnen ist. Bei der Vorstellung der Konzeption hatte Katharina Staiger von der GMA gesagt: „Da brauchen Sie kein Gutachten, um zu sehen, dass das kritisch ist. Davon wird u.a. der Konsum betroffen sein, das muss man schon so sagen, aber auch Rossmann. Und das sind die Frequenzbringer in der Innenstadt.“

In der Einschätzung der EHK im Zusammenhang mit den Beschlussvorlagen zur Aufstellung eines Bebauungsplanes bzw. der Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gebiet „Einkaufsmarkt an der Schwartower Straße“ durch den Fachbereich Bau und Ordnung am Donnerstagabend, wurde auf die Auswirkungen auf die Innenstadt nicht eingegangen. Darin hieß es: „Die Ansiedlung von Rewe wird gegenüber den nicht zeitgemäßen, schwächeren Betrieben zu verstärktem Wettbewerb führen.“ Eine Aufgabe des Sky-Marktes auf der Siedlung könne dann nicht ausgeschlossen werden. Dieser Sky-Markt wurde von der EHK als nicht mehr zeitgemäß eingestuft. Wie der Einschätzung des Fachbereichs weiter zu entnehmen ist, hat sich jedoch offensichtlich die Coop als Betreiber von Sky nun ebenfalls für das Grundstück an der Schwartower Straße beworben.

Unterschriftenaktion dagegen ohne Einfluss

Die Kosten für die Einzelhandelskonzeption hat  das Bauunternehmen Harms und Köster übernommen, die spezialisiert sind auf den Bau von Lebensmittelmärkten.

Zu der Unterschriftenaktion gegen die Ansiedlung eines Rewe-Marktes, die die Einzelhändler in der Innenstadt gemeinsam durchgeführt hatten, sagte Bürgermeister Harald Jäschke bereits im Vorfeld der Stadtvertretersitzung, dass sie rein formell die Stadtvertreter nicht dazu zwinge, sich damit zu beschäftigen. Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit Bauplanungsrecht könnten laut Kommunalverfassung nicht durch eine Unterschriftenaktion der Bürger beeinflusst werden. Allerdings habe die Unterschriftenaktion gegen das Heizkraftwerk vor zwei Jahren, bei der nur 800 Unterschriften zusammen kamen, trotzdem dazu geführt, dass dieses Projekt nicht verwirklicht wurde.

Die bauplanungsrechtlichen Kosten für das Grundstück an der Schwartower Straße, auf dem sich auch das alte Klärwerk befindet, übernimmt zunächst die Stadt, die 38000 Euro sind schon im laufenden Haushalt eingeplant. Diese Kosten will sich die Stadt jedoch vom Käufer des Grundstücks zurückholen. Ob der Käufer auch die Kosten übernehmen muss, die durch die Sanierung der alten Klärwerksanlagen anfallen, blieb am Donnerstag offen. Da hatte Rainer Wilmer (BfB) eine Sanierung dringend angemahnt.

Entsetzen über den Zustand des Geländes

Er sei entsetzt über den Zustand des Geländes. Alle Abwässer aus der Siedlung und der Altstadt würden in einem offenen Graben in ein Rückhaltebecken fließen. Ob dieses Rückhaltebecken nach unten überhaupt noch dicht sei, wäre bis jetzt nie untersucht worden. Dass das Gelände der alten Kläranlage saniert werden muss, bevor auf dem Gelände der Einkaufsmarkt entsteht, war jedoch schon vorher klar.

Die Stadt müsse vor Baubeginn im nördlichen Teil des ehemaligen Klärwerkes eine neue Pumpstation und ein Rückhaltebecken errichten, Kosten ungefähr 300000 Euro, hieß es bereits im Januar (siehe SVZ vom 12. Januar). „Da hätten wir als Stadt sowieso technisch investieren müssen“, waren sich damals Heinz Gohsmann und Rainer Wilmer einig. „Vielleicht kann man ja auch mit dem Investor reden, dass er uns da entgegen kommt“, konnte sich Rainer Wilmer vorstellen.

Inwiefern darüber inzwischen mit Verantwortlichen von Rewe oder Coop geredet wurde, sagte er am Donnerstagabend nicht.

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