Bundeswehrübung : Der Marsch über den großen Strom

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Dieses militärische Spektakel, das sich in der Nacht zu heute auf und an der Elbe nahe Tangermünde abspielte, hat es in der Größenordnung schon lange nicht mehr gegeben. Große Teile der Panzergrenadierbrigade 41 setzten über die Elbe, um ihren Übungsraum in Niedersachsen zu erreichen.

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04. Mai 2017, 21:00 Uhr

Für die meisten Hagenower Soldaten ging es mitten in der Nacht über den Fluss. Die Fahrt auf der von je vier Booten vom „Typ 3“ kraftvoll geschobenen Faltschwimmbrücke dauerte keine zwei Minuten, dann war die an diesem Tag 150 Meter breite Elbe überwunden. Doch zuvor war für alle Beteiligten stundenlanges Warten angesagt. Denn auf jeder der drei kreisenden Fähren passten immer nur drei Fahrzeuge mit maximal 140 Tonnen zusammen. Bei gut 400 Fahrzeugen und 1400 Mann dauerte das Übersetzen von 20 Uhr bis nach sieben Uhr am kommenden Morgen.

Hinter der Aktion steckte jede Menge Planung und Logistik. Schließlich wurden die jeweiligen Fahrzeuge in kleinen „Päckchen“ zu zwei Kontrollpunkten geschickt und durften erst dann auf die Fähre rollen. Endlose Kolonnen wartender Fahrzeuge im Elbvorland waren nicht zu sehen. Das wäre im Kriegsfall auch sicher nicht klug. Was bei den ersten Fahrzeugen bei Tageslicht noch einfach war, wurde bei Nacht deutlich komplizierter. Denn normales Licht war weder für die Fahrzeuge noch die Fährbesatzungen erlaubt.

Von Schützenpanzern, normalen Lkw, Bergefahrzeugen bis hin zum Jeep wurde alles über die Elbe gebracht. Das Spektakel verfolgten nicht nur viele Medienvertreter sondern auch zahlreiche Schaulustige aus der Gegend. Denn ein Übersetzmanöver in dieser Größenordnung hatte es lange nicht gegeben. Es wäre zeitgleich so an anderer Stelle, an einem zweiten Fluß gar nicht möglich. Denn die Schwimmbrücken der im nahen Havelberg stationierten Pioniereinheit gibt es in der ganzen Bundeswehr kein zweites Mal. Im übrigen auch keine Pontonbrücke in dieser Länge, wie SVZ auf Nachfrage bei einigen Stabsoffizieren der Brigade erfuhr.

Was für die Schaulustigen ein großes Spektakel war, hatte für die beteiligten Hagenower Soldaten nur die Bedeutung einer Etappe. Denn Ziel der Übung mit dem knackigen Namen „Haffschild“ war der riesige Übungsplatz Bergen in Niedersachsen. Denn sollen alle Soldaten heute im Laufe des Tages erreicht, bevor dann in den kommenden beiden Wochen dort weiter geübt wird.

Nach der Elbquerung wurde aus den kleine Gruppen mit jeweils drei Fahrzeugen größere Kolonnen zusammengestellt, die sie am Donnerstag mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h ihrem Ziel entgegen walzten. Mit entsprechenden Einlagen und und einer mehrstündigen Pause.

„Alles muss geübt werden“, war ein Satz, der an diesem Abend immer wieder von den verantwortlichen Offizieren zu hören war. Auch von Oberstleutnant Jörg Sieder, der Chef des Hagenower Versorgungsbataillons. Seine Leute sollten ja nicht nur mitrollen, sondern hatten und haben tatsächlich auch die Truppe zu versorgen. Die Stunde der Hagenower Grenadiere hingegen kommt noch in den kommenden beiden Wochen, wenn die eigentlichen Übungen auf dem Programm stehen. Dann wird nach den Planungen auch eine Kompanie der Amerikaner dabei sein. Höhepunkt soll das gemeinsame Gefechtsschießen am 16. Mai werden. Einige, wenige Amerikaner waren auch bei der Elbüberquerung dabei, es waren ein paar Feldjäger in „Humvees“.

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