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Hagenower Kreisblatt

17. Oktober 2017 | 06:17 Uhr

Lübtheen : Der Kosmetik-Riese aus dem Dorf

vom

Millionen Shampoo-Flaschen oder Deo-Sprays verlassen Jahr für Jahr das Werk der Dankwardt-GmbH nahe Lübtheen. Als Lohnfertiger für die Kosmetikindustrie spielt das Unternehmen in der europäischen Spitzenklasse.

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 08:36 Uhr

Lübtheen/Jessenitz-Werk | Der Beschluss war eindeutig und schnell gefasst: Mit nur zwei Enthaltungen stellte die Stadtvertretung Lübtheen am Dienstag Abend die Weichen für den entscheidenden Planungsschritt der Umgehungsstraße in Jessenitz-Werk. Damit stehen die Zeichen gut, dass ein wichtiges Verkehrsprojekt endlich Wirklichkeit wird. Denn die neue Straße wird gebaut, um das Dorf Jessenitz-Werk vom Werksverkehr der Dankwardt-GmbH zu entlasten. Hinter dem Unternehmen, dessen Namen immer noch wenige kennen, steckt ein Kosmetikhersteller von inzwischen europäischer Dimension.

Der Lohnfertiger für nahezu alle wichtigen Kosmetikmarken wird 2011 allein mit seinem Mecklenburger Werk mehr als 90 Millionen Euro Umsatz machen. Millionen von Shampoo-Flaschen, Millionen Dosen Haarspray, Rasierwasser, Deo-Sprays verlassen Jahr für Jahr das Werk aus dem kleinen Ort nahe Lübtheen. Mit gut 180 Beschäftigten, davon mehr als 60 Prozent Frauen, ist die Dankwardt GmbH nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Region. Sie ist vor allem einer der Beständigsten.

Anders als z. B. in der Anhänger-Fertigung haben die Shampoo-Mischer und Abfüller ihre Produktion in den vergangenen Jahren fest ständig hochfahren und sich in einem sehr umkämpften Markt behaupten können. Nahezu gleichzeitig lief unter der Regie aber auch der direkten Führung von Geschäftsführer Thomas Willig ein beispielloses Investitionsprogramm. Aus der früher eher an eine Manufaktur erinnernde Fertigung ist inzwischen ein hochmoderner Produktionsbetrieb geworden. Seit 2007 wurden rund 25 Millionen Euro in den Standort investiert. Allein in diesem Jahr sind 2,7 Millionen Euro als reine Bauräume für spezielle geschützte Plattenlager investiert worden. Es geht dabei um vier Räume zu je 500 Quadratmeter Fläche mit einer Höhe von elf Metern.

Aufgrund der meist entzündlichen Ware müssen diese Lager speziell gesichert sein. Mit den zusätzlichen Kapazitäten von 2800 Palettenplätzen verschafft sich die Dankwardt GmbH eine noch bessere Position auf dem Kosmetikmarkt. Das, was die Jessenitzer können, vermögen nur ganz wenige in Europa. Auch bei den Kunden spielt man längst in der obersten Liga, europaweit geht es da vielleicht nur noch um zehn bis 15 Kunden, die die nötigen Stückzahlen ordern. Kapazität, die Fähigkeit schnell zu liefern und vor allem Qualität, das ist gefragt. Und Geschäftsführer Thomas Willig hält nach wie vor große Stücke auf seine Mecklenburger Belegschaft.

"Wir haben allein 22 Leute, die sich nur mit Qualitätskontrolle beschäftigen. Meist bekommen wir nur die Rezepturen, den Rest von der Produktion bis zur Auslieferung in die halbe Welt, das regeln dann wir hier. Und die Jessenitzer sind schon seit Jahren über das normale Maß hinaus engagiert, damit wir im Markt da bleiben können, wo wir sind." Einziger Nachteil: Das große Werk liegt mitten im Dorf. Seitdem das Unternehmen für 35000 Euro einen Parkplatz vor dem Ort gebaut hat, ist die Belastung durch schwere Lkw zurückgegangen. Jeder Fahrer muss zuerst auf den Platz, sich anmelden und darf nur bei Bedarf liefern. Eine endgültige Lösung wäre die seit Jahren geplante Umgehung, das Verfahren hat sich nicht zuletzt wegen des Widerstandes einzelner Anwohner erheblich verzögert. Jetzt könnte vielleicht 2013 gebaut werden.


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