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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 19:14 Uhr

Der Kampf an der Sandsack-Front

vom

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erstellt am 09.Jun.2013 | 08:21 Uhr

Lübtheen | Sonnabend gegen Mittag am Rande von Lübtheen: Wo die Lindenstädter und ihre Gäste sonst feiern, herrscht emsiges Treiben. Menschen wuseln umher, wie fleißige Ameisen. Es ist heiß, die Sonne schickt ihre wärmsten Strahlen auf die Erde. Sand, so weit das Auge reicht, lose oder in Säcken, die jeder zwischen 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage bringen. Den feinen Sand holen Lastkraftwagen vom nahen Truppenübungsplatz. Dort gibt es einen schier endlosen Vorrat davon. Frauen, Männer, Jugendliche schaufeln ihn in Säcke, um diese später auf Lastkraftwagen zu verladen, die diese dann abtransportieren. Ihre Ziele sind die Regionen von Dömitz, Heiddorf und Boizenburg. Die Menschen, die hier wohnen, erhalten Hilfe aus der Griesen Gegend.

Als alle Welt im August 2002 von einer Jahrhundertflut sprach, begann auf dem Bauhof und dem unmittelbar daneben liegenden Festplatz das, was sich auch in diesen Tagen bewährt. Die Lübtheener richten am Mittwoch hier einen Umschlagplatz für Sandsäcke ein, die dazu dienen, Deiche zusätzlich zu schützen. Seit Donnerstag ist er rund um die Uhr in Betrieb. Ute Lindenau zeigt sich einmal mehr tief beeindruckt von dem, was sie sieht. Die Bürgermeisterin der Lindenstadt schüttelt viele Hände und sagte immer wieder Danke. Auch zu Jörg Schriefer. Er leitet die Freiwillige Feuerwehr Lübbendorf, die am Sonnabend zu ihrer dritten Schicht mit 18 Kameraden anrückte. Zwei von ihnen sind von der Jugendfeuerwehr. Für die Jungen und Mädchen ist es keine Frage, die bringen sich ganz genauso ein, wie die Erwachsenen, sagt Gemeindejugendfeuerwehrwart André Metelmann.

Gemeindewehrführer Friedhelm Matz erzählt, dass die Helfer aus einem weitem Umkreis anreisen. Neben einigen zivilen Kräften handelt es sich bei den Allermeisten um Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren. Kurze Anfahrten hatten Lübbendorf, Jessenitz, Lübtheen und Garlitz, ein Stück weiter war es für Pogreß und für die Truppe aus Tessin bei Wittenburg. Sie alle sorgten dafür, dass wieder gut und gern 100 Kräfte den Kampf an der Sandsack-Front aufnahmen und dabei bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gingen. Das ist keineswegs selbstverständlich, meint anerkennend und dankbar Ute Lindenau. Sie bezieht das auch auf die fünf Gabelstapler, die permanent zwischen Bauhof und Festplatz pendeln. Wir haben nur eines dieser Fahrzeuge, sagt die Bürgermeisterin. Firmen aus der Region stellten vier weitere zur Verfügung. Ein Blick in die Halle offenbart Unterstützung von anderer Seite. Sie ist richtig gut bevorratet mit den so dringend benötigten Durstlöschern. Dodow und "Lidl" spendierten in großen Mengen Getränke wie Mineralwasser, Apfelschorle, Eistee und Eis.

Respekt zollt die Verwaltungschefin ihren Leitern des Ordnungs- und Bauamtes. Bei Bernd Skobel laufen sämtliche organisatorischen Fäden zusammen. Es ist eine enorme logistische Herausforderung, die er mit der Erfahrung von 2002 meistert, sagt Ute Lindenau und nennt auch Frank Wein und Friedhelm Matz, die dem Cheforganisator zuverlässig zur Seite stehen.

Gegen Mittag erklärt der Bauamtsleiter am Sonnabend der Bürgermeisterin, dass seit der ersten Schicht Donnerstag um die 75 000 Sandsäcke gefüllt und zum Teil abtransportiert worden sind. Es ist beachtlich, was Freiwillige leisten können, meint sie daraufhin. Ute Lindenau erfüllt es, wie sie verrät, schon mit einer gehörigen Portion Stolz zu wissen, dass aus Lübtheen viele der Sandsäcke kommen, die an den Deichen verbaut werden.

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