Dr. Alfred Biolek las im Kloster Zarrentin : Der große Mann des Fernsehens zu Gast

Er kann noch immer sehr viele in seinen Bann ziehen. Pohle
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Er kann noch immer sehr viele in seinen Bann ziehen. Pohle

"Biolek liest im Kloster Zarrentin", das war und ist eine große Sache für die kleine Stadt, aber es war auch eine große Aktion für den nicht gerade zu großen Kulturverein. Am Ende haben sich all die Mühen gelohnt.

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10. März 2013, 07:01 Uhr

Zarrentin | "Biolek liest im Kloster Zarrentin", das war und ist noch immer eine große Sache für die kleine Stadt, aber es war auch eine große Aktion für den nicht gerade zu großen Kulturverein. Am Ende haben sich die Geduld, das Wagnis des Auftritts und all die Mühen gelohnt. Den Dr. Alfred Biolek, der Grandseignieur des deutschen Fernsehen, er überzeugt trotz seines Alters und der merkbaren Spuren seines schweren Unfalls noch immer. Im fast vollen Saal des Klosters, einige waren offenkundig wegen des zu schlechten Wetters nicht gekommen, lauschten viele fast andächtig seiner Lesung.

Biolek las aus zwei Büchern vor, die auf seinen Erzählungen basieren und doch nicht von ihm geschrieben worden. Er sei ein Mann des Gespräches, Bücher zu schreiben, das liege ihm nun wirklich nicht. Vorlesen dagegen schon. Er begann ohne großes Vorwort und gewährte Zeile für Zeile einen Einblick auf den Menschen Alfred Biolek, bevor er zum großen Unterhalter im deutschen Fernsehen wurde. Das war auch erklärtes Ziel des Abends, mehr über den Menschen Biolek, seine Erfahrungen, seine Beweggründe zu erfahren. Thorsten Schütte, Kassenwart des Vereins, war für den zweiten Teil des Abends zum Moderator auserkoren worden, und Schütte machte seine Sache wirklich ausgezeichnet. Er hatte sich aber auch ganz besonders akribisch vorbereitet. So las er nicht nur beide Bücher, aus denen Biolek vorlas, durch, er sah sich auch eine mehrstündige Filmbiographie über den Entertainer an. Dem Gespräch, in dem Biolek dann immer seine alte Klasse als Unterhalter aufblitzen ließ, merkte man dann auch wohltuend an, dass der Fragende sehr gut im Stoff stand.

Für viele Zuschauer war es die fast ein wenig ehrfürchtige Begegnung mit einem Großen der Unterhaltung aus jüngerer Vergangenheit.

Und die Organisatoren, die strahlten um die Wette, die Vereinsvorsitzende Birgit Struck-Henning vorneweg.

Ihrer Hartnäckigkeit war es am Ende eigentlich zu verdanken, dass der Abend möglich wurde. Sie hatte vor gut einem Jahr den ersten Kontakt zum Management von Biolek aufgenommen. Schließlich gab es einen Termin und Biolek gewährte auch einen Nachlass, als er hörte wie klein der Saal und wie begrenzt die Refinanzierungsmöglichkeiten waren. Der Aufwand war dennoch beachtlich, schließlich halfen eine Spende der Sparkasse und der Sponsor Fischhaus am Schaalsee, um die Betreuung des 79-jährigen Stargastes zu ermöglichen. Die Vereinsvorsitzende selbst holte ihn am Hamburger Bahnhof ab, es folgte eine Sprechprobe. Dann gab es für den Gast eine kleine Pause, bevor er dann am Abend pünktlich seinen Auftritt startete und sehr viel von seiner Person und seinen Beweggründen für seine spätere Karriere preisgab. Die, die da waren, werden den Abend wohl nicht vergessen.

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