Am Grünen Band : Der Grenzweg der Kerstin Großner

Kerstin Großner rastet kurz  am ehemaligen Polizeikontrollpunkt in Vier.
Kerstin Großner rastet kurz am ehemaligen Polizeikontrollpunkt in Vier.

Lehrerin aus Erfurt ist auf einer besonderen Wanderung

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25. Juli 2014, 15:20 Uhr

Die Fingernägel in den Farben Schwarz, Rot und Gold lackiert, das Base-Cap sitzt mit der Deutschlandfahne über ihren Zöpfen, den Rucksack geschultert: Kerstin Großner ist bereit und dann mal weg. Eine Lehrerin aus Erfurt ist auf einer ganz besonderen Wanderschaft. Im Gepäck hat sie jede Menge Neugier und Abenteuerlust, die ihr zusätzliche Kräfte zu verleihen scheinen. Um die 1200 Kilometer stecken in ihren Beinen. Dafür brauchte sie 55 Tage. Seit 2012 erkundet sie an den Wochenenden zu Fuß Deutschlands wilde Mitte. Am nächsten Mittwoch möchte sie gern Pötenitz bei Travemünde und damit den nördlichen Zipfel der ehemaligen innerdeutschen Grenze erreichen. Es ist nicht gerade geplant gewesen, aber ein schöner Zufall, das sie genau am selben Tag Geburtstag hat. Sie erblickte übrigens im Jahr des Mauerbaus das Licht der Welt. Sie lebte vier Jahrzehnte hinter dem „Eisernen Vorhang“, der vor 25 Jahren endlich fiel.

Am früheren Polizeikontrollpunkt, längst als „Checkpoint Harry“ ein gemütlicher Ort, legt Kerstin Großner eine Kaffeepause ein. „Wanderung am Kolonnenweg“, titelte die Thüringer Allgemeine 2012 eine Serie, die in ihr den Wunsch weckte, am „Grünen Band“ zu pilgern, knapp 1400 Kilometer vom Dreiländereck im Süden bis zur Lübecker Bucht. Schon jetzt spricht sie von einem persönlichen Geschichts-, Natur- und Geografiepraktikum. Neben ungebrochener Freude und Spaß an der Sache, waren und sind da für sie eine große Portion individuellen Lebens, Selbstbestimmung und Freiheit, die ihr keiner nehmen kann und eine gewonnene Lebenserfahrung, die sich nicht googeln lässt.

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