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Hagenower Kreisblatt

16. Dezember 2017 | 10:26 Uhr

Stintenburg : Der Glückspilz mit der Kamera

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Prof. Volker Krieger wohnt auf der Stintenburg, lehrt mit 71 Jahren noch in Mailand Kommunikations-Design und freut sich auf China

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 15:45 Uhr

Was ist das Geheimnis ausdrucksstarker, berührender Fotografien? Dieser Frage hat sich Prof. Volker Krieger fast sein gesamtes bisheriges Leben verschrieben. Der gebürtige Hamburger, der auf der Stintenburg sein Zuhause hat, lehrt seit 12 Jahren in Mailand, der für ihn modernsten wie intelligentesten Stadt Italiens, Kommunikations-Design. „Zu meiner Zeit musste man das Handwerk des Fotografen noch erlernen. Das war 1969“, erinnert sich der 71-Jährige. Meisterprüfung und Selbstständigkeit folgten damals. Für Rinderzüchter des Biosphärenreservates hat der rüstige Senior eine Vermarktungsstrategie entwickelt und sich um Marketing und visuelles Erscheinungsbild gekümmert. „Verpackung ist heutzutage alles“, sagt er, der vor 25 Jahren das Viel-Reisen an den Nagel hängte. „Dreiviertel eines jeden Jahres war ich unterwegs. Man verliert alle sozialen Kontakte. Das will ich nicht mehr. Heute geht es mir vor allem darum, Spaß zu haben.“ Großformatige Fotos und Zeichnungen habe er in fest jedem großen Land dieser Welt ausgestellt, sagt er. Die Landschaften um den Schaalsee habe er in allen Jahreszeiten durchwandert. Im Ergebnis sei eine Postkartenserie dabei herausgekommen. Nun freue er sich auf China. „Ich habe mit sieben Künstlern ein sechswöchiges Stipendium erhalten. Im Oktober geht es los.“

Bewacht von Mischlingshund Oskar, beantwortete er SVZ-Redakteur Thorsten Meier die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz auf der Stintenburg?

Zu Hause. Ich bin viel mit meinem Hund unterwegs. Da muss man bei jedem Wetter raus, als Kampf gegen die eigene Bequemlichkeit.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Fotografien für eine Agentur. Das war 1969.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe das Geld in Technik investiert. Später hatte ich das Glück, dass ich dank der Meisterprüfung ein Förderdarlehen beantragen konnte. Das hat den Sprung ins Berufsleben etwas erleichtert.

Was würden Sie als Bürgermeister sofort anders machen?

Die Region lebt vom Tourismus, da ist noch viel Luft nach oben offen. Man müsste mehr Künstler in die Gegend holen. Aus Bahnhof, Kloster und Heimatmuseum würde ich Kultstätten machen.

Wo findet man Sie am ehesten?

Zu Hause, oder unterwegs mit der Kamera.

Was stört Sie an anderen?

Verschlagenheit und Unaufrichtigkeit. Mit allem anderen kann ich umgehen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Kein Mensch kann ein Held sein. Das Einzige, wovor man den Hut ziehen kann, ist die Lebensleistung. Held ist ein für mich zu oft missbrauchtes Wort.

Was würden Sie gerne noch können?

In meinem Alter akzeptiert man, dass man nicht alles können kann und muss.

Was bedeutet Ihnen Glück?

Ich habe im Leben unglaublich viel Glück gehabt. Ich würde mich schon als Glückspilz bezeichnen.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Den Maler Picasso, wenn er nicht schon tot wäre. Um ihm beim Zeichnen zuzusehen. Diese Leichtigkeit, mit der er in seiner Kunst unterwegs war, finde ich sehr beeindruckend. Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Wochenende.


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