Döbbersen : „Der Glaube fasziniert mich“

Cornelius Wergin (31) vor dem Pastorenhaus in Döbbersen, diese Gemeinde trägt auch noch einen Schutzheiligen in ihrem Namen. Für den Pastor auf Probe keine schlechtes Omen.
Cornelius Wergin (31) vor dem Pastorenhaus in Döbbersen, diese Gemeinde trägt auch noch einen Schutzheiligen in ihrem Namen. Für den Pastor auf Probe keine schlechtes Omen.

Cornelius Wergin ist der neue Pastor für gleich drei Gemeinden – Döbbersen, Lassahn und Neuenkirchen

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22. Februar 2018, 12:00 Uhr

Drei Jahre war die Pastorenstelle im idyllisch gelegenen Döbbersen verwaist, nicht besetzt oder, wie es offiziell heißt, vakant. Mit dem 31-jährigen Cornelius Wergin ist seit dem 1. Februar endlich der neue Pastor da. In den wenigen Tagen, in denen er mit seiner Familie vor Ort ist, hat es unter den Kirchenmitgliedern schon so etwas wie eine Aufbruchsstimmung gegeben. „Wir sind überall mit sehr offenen Armen empfangen worden, mein Einführungsgottesdienst mit geschätzt 250 Besuchern war sehr beeindruckend. Dieser Eindruck hat sich in den letzten Tagen fortgesetzt, wir haben bisher nur wirklich gute Leute kennen gelernt“, sprudelt es aus dem jungen Pastor fast heraus. Er ist schon fast angekommen.

Döbbersen ist seine erste Stelle, offiziell ist er Pastor auf Probe, drei Jahre lang. Den gebürtigen Schweriner stört das nicht, er ist offen, fragt nach und erklärt viel. Und er weiß, dass er eine Menge Arbeit vor sich hat. Denn es geht eigentlich um drei alte Kirchengemeinden, die bisher nur im Sprengel verbunden sind, Döbbersen, Lassahn und Neuenkirchen. Es geht um drei Kirchen und zwei Kapellen und ganz besonders um 750 Gemeindemitglieder. „Ich bin total fasziniert, mit welcher Leistung die drei Gemeinderäte in den vergangenen Jahren die Organisation in die eigenen Hände genommen haben, ja nehmen mussten. Ich habe aber auch schon gemerkt, dass viele jetzt froh sind, dass ein neuer Pastor da ist. Dennoch habe ich hier schon in den ersten Tagen starke Christen kennen gelernt, mit denen ich jetzt zusammenarbeiten darf.“

Fertig mit der Ausbildung ist er offiziell erst seit Dezember, davor lagen Jahre der Findung, der Suche aber auch der Zweifel. „Mir war früh klar, ich wollte etwas mit Menschen machen“, erinnert er sich. Den entscheidenden Impuls, sich in Richtung Theologie und Kirchenarbeit zu bewegen, gab es für ihn beim freiwilligen sozialen Jahr in Rostock. Das reichte für ihn, trotz eines technisch ausgerichteten Abiturs ein Theologiestudium zu wagen, das in Rostock, Leipzig und Halle stattfand. Obwohl ihm das Erlernen der alten Sprachen extrem schwer fiel, blieb er dabei. „Der Glauben, die Theologie, das hat mich früh fasziniert und bewegt. Das ist geblieben. Die Fragen woher wir kommen, wohin wir gehen, was unser Schicksal bestimmt, das beschäftigt mich täglich. Ich wollte das kennen lernen, und ich wollte und will es richtig machen.“

Seine Familie hat ihn dabei früh unterstützt. Seine Mutter arbeitet in der Pflege, sein Vater in der öffentlichen Verwaltung, war aber auch mal Sozialdiakon. Sein Großvater aus der sächsischen Linie der Familie war schon Pastor, er ist geprägt. „Meine Eltern haben sich gefreut über meine Entscheidung, gedrängt haben sie mich nicht.“

Der junge Mann, mit dem jeder sofort ins Gespräch kommt, hatte sich eine Stelle in Westmecklenburg gewünscht. „Man wird ja doch ein wenig gefragt und ich habe schnell entdeckt, dass mein Herz für diese, meine Region schlägt. In den alten Bundesländern wäre vieles sicher leichter, doch ich wollte hierher.“

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