Boizenburg : Der Fliesen und Radwege wegen

Petra Götz von der Stadt-Info vor einer Wegetafel Boizenburgs.  Fotos: Sven Moritz
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Petra Götz von der Stadt-Info vor einer Wegetafel Boizenburgs. Fotos: Sven Moritz

Boizenburg profitiert vermehrt von Fahrradtouristen, der Altstadt und dem städtischen Markenzeichen

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14. August 2015, 11:50 Uhr

Andrea Goll und Thomas Winter haben ihren Abstecher nach Boizenburg nicht bereut. Die Berliner Radwanderer haben auf ihrer Tour eine Nacht in der Stadt verbracht und sich schon etwas umgeschaut. „Boizenburg ist sehr schön hergerichtet“, sagt Andrea Goll. Ihr Begleiter erinnert sich an frühere Tagen, als hier noch eine Transitstrecke verlief. „Es hat sich viel verändert“, stellt Thomas Winter fest. Beide Urlauber sind seit etwa zweieinhalb Wochen mit dem Rad unterwegs und haben mehr als 900 Kilometer absolviert. Ihre Route führte sie von Berlin über Ueckermünde auf dem Mecklenburger Seenradweg bis nach Lüneburg, um dann über Hamburg auf den Elberadweg zu gelangen.

Vom Elbfernweg profitiere die Stadt derzeit enorm, berichtet Petra Götz von der Stadt-Information. „Wir haben das große Glück, dass der Elberadweg am Hafen entlang führt und die Altstadt nur einen Katzensprung entfernt ist. Das ist ein absoluter Vorteil“, sagt sie. Das zeigt sich nach ihren Worten an der wachsenden Zahl von Radtouristen in der Stadt.

„Nach dem touristischen Einbruch wegen des Hochwassers 2013 läuft es in diesem Jahr super gut“, schätzt die Mitarbeiterin der Stadt ein. „In der vergangenen Woche gab es Tage, da war nicht mehr ein Zimmer frei in Boizenburg. Das ist bezeichnend dafür, wie viele Radtouristen sich hier aufhalten.“

Das Gros von ihnen ist während des Jahresurlaubs über mehrere Tage auf dem beliebten Elberadweg unterwegs und steuert Boizenburg als Zwischenstopp oder Etappenziel an. Für die Tourplanung wird Petra Götz vielfach wegen Infomaterial und Übernachtungsmöglichkeiten angefragt.

„Diese Tagestouristen bleiben zumeist nur eine Nacht und fahren dann weiter“, sagt die Touristikerin. Radwanderer aus der näheren Umgebung, die extra einen Ausflug nach Boizenburg unternehmen, sind hingegen in der Minderheit.

Die Besucher mit dem Rad sind immer wieder vom geschlossenen Altstadtkern fasziniert. „Der Weg in die Altstadt über den Wall ins Zentrum kommt einfach gut an, und dass alles schnell zu Fuß erreicht werden kann“, erzählt Petra Götz. „Viele der Gäste sagen, dass sie unser Städtchen gerne weiterempfehlen.“

Boizenburg schlägt derzeit auch mehr Kapital aus dem Markenzeichen als Fliesenstadt. Seit dem NDR-Landpartiefest und den damit verbundenen Medienberichten über die Kommune mit ihrem Fliesenwerk und Fliesenmuseum ist ein Schub zu spüren“, freut Petra Götz sich. Es kämen mehr Menschen, die sich speziell für die Fliesenstadt und Fliesenkunst interessierten. Zwar seien auch früher bei der Stadt-Info Erkundigungen zur Fliesenfabrik und zu den Fliesenwandbildern eingeholt worden. Doch seit dem NDR-Filmbeitrag über die Bedeutung der Fliesen für die Stadt sei das Interesse an mehr Hintergrundinformationen gestiegen.

Götz verweist zudem darauf, dass die Ausstellungen und Börsen im Fliesenmuseum Touristen aus dem Ausland locken. Die Fliesen sind nach ihrer Einschätzung ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt mit noch ausbaufähigem touristischen Potenzial.

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