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Dorfverein Stiepelse : Der Deich wird zur Tribüne

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der Dorfverein organisiert zum vierten Mal ein Open–Air–Kino. Neben dem Hauptfilm wird auch ein kleiner Film aus dem Ort gezeigt.

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 12:00 Uhr

„Sitzdecken oder –kissen bitte selber mitbringen“, steht auf dem Plakat. Ansonsten hat der Dorfgemeinschaftsförderungsverein Stiepelse e.V. an alles gedacht. Sogar große Stoffbahnen werden auf dem Deich ausgerollt. Damit die Hintern der Zuschauer, die das Sitzkissen dann doch vergessen haben, nicht nass wird. „Wenn die Feuchtigkeit nicht von oben kommt, kommt sie zumindest von unten“, meint Brigitte Schöber, die Vorsitzende des Dorfvereins, der nun schon zum vierten Mal ein Freiluft–Kino organisiert. „Der Deich ist die Tribüne, ein Lkw die Leinwand.“

Heute Abend um 20 Uhr geht die Veranstaltung am Dorfgemeinschaftshaus los. Der Hauptfilm wird dann ab 22 Uhr gezeigt. Es lohne sich aber rechtzeitig da zu sein, meint Regina Byell, Vorstandsmitglied des Dorfvereins. „Die Stände haben ab 20 Uhr geöffnet, es wird gegrillt und vorab gibt es einen kleinen Film, den einige Stiepelseer selbst gedreht haben.“ Ihr Lebensgefährte, Peter Hoenow, sei der Hauptdarsteller, so viel dürfe schon verraten werden. Den Film selbst kennt sie aber noch nicht, denn Regisseur Theo Baumgärtner hält ihn noch unter Verschluss. Heute Abend soll es eben eine richtige Premiere werden. „Danach werden dann auch die Outtakes gezeigt“, freut sich Baumgärtner, also die Szenen, die es wegen Lachanfällen oder kleinerer Pannen nicht in den fertigen Film geschafft haben.

Der gebürtige Hamburger, den die Stiepelseer fast nur als ‘Mann mit der Kamera’ kennen, hat viel Zeit in das Projekt gesteckt. „Vier bis sechs Wochen hat es gedauert, bis wir alles gedreht hatten“, erzählt er. Danach wurde das Material gesichtet und geschnitten. „Einige Ideen aus dem Drehbuch haben am Ende nicht so richtig funktioniert und sind deshalb nicht mehr mit dabei“, gibt er zu. Aber so sei das eben.

Genauso liebevoll wie der kleine Film ist auch die Veranstaltung selbst geplant. Es wird gegrillt und Popcorn gemacht. Eis darf bei einem richtigen Kinoabend auch nicht fehlen. Selbst eine eigene Währung haben sich die Organisatoren ausgedacht, in die die bekannten Euro umgetauscht werden. „Wir haben schon öfter eine besondere Währung gehabt. Mal waren es Steine, und Nudeln gab es auch schon“, so Schöber. Damit hätten die Verkäufer nicht so viel Stress mit dem Geldwechseln. Der Eintritt für die Veranstaltung sei aber frei. Jeder soll an der Veranstaltung teilnehmen können. Und auch jeder sei willkommen, nicht nur die Leute aus dem Dorf oder der Region, sondern auch Touristen. Das gelte auch für andere Veranstaltungen, die der Verein organisiert, beispielsweise die „Elbmeile“ oder auch das Erntefest.

Wirklich ruhig lässt es der Dorfverein in Stiepelse nicht werden. Mindestens eine Aktion ist pro Monat geplant, nur nicht im Januar. „Das ist unser Schonmonat“, erklärt Schöber. Das bedeutet allerdings in diesem Fall, das organisiert wird. „Im Januar werden schon die Musiker für das Erntefest gebucht. Dann gibt es ein großes Vereinstreffen und wir geben auch den Veranstaltungskalender für das Jahr heraus.“

Seit 20 Jahren macht sich der Verein viel Arbeit und Mühe, um sein Ziel zu erreichen. Das lautet: Die Dorfgemeinschaft fördern und verbessern. Und eine gute Nachbarschaft sind wohl auch einige Anstrengungen wert. Zumindest beklagt sich keiner. „Ein Kalenderspruch sagt: Wo viele Hände tragen, ist die Last nicht schwer“, so Byell. Übermäßig viele gibt es dabei in dem kleinen Dorf gar nicht, aber die Hände, die da sind, scheinen zusammenzuhalten.

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