Zarrentin : Der Brückenwächter von Stintenburg Kampenwerder

Norman Thorn: „Alle drei Jahre müssen unsere Brücken in der Stadt und im Amt Zarrentin auf Verkehrs- sowie Standsicherheit und Dauerhaftigkeit überprüft werden.“  Fotos: Thorsten Meier
Norman Thorn: „Alle drei Jahre müssen unsere Brücken in der Stadt und im Amt Zarrentin auf Verkehrs- sowie Standsicherheit und Dauerhaftigkeit überprüft werden.“ Fotos: Thorsten Meier

Norman Thorn: Das aus 1963 stammende Werk auf Insel Kampenwerder wird Mitte September abgerissen

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24. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Sie ist von allen unseren Brücken im schlechtesten Zustand“, resümiert Norman Thorn, zuständiger Mitarbeiter für Straßen- und Tiefbau im Amt für Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten. Und meint damit das in die Jahre gekommene Bauwerk, das die Zuwegung zur Stintenburg auf der Insel Kampenwerder ermöglicht. Die Stadt Zarrentin habe vier und das Amt 12 Brücken in Betreuung, erklärt der 40-Jährige weiter, der seit 2005 den Posten bekleidet.

„Alle drei Jahren müssen die Brücken auf Verkehrs- sowie Standsicherheit und Dauerhaftigkeit überprüft werden. Bei der 1963 errichteten Brücke ist letzteres gefährdet. Im Überbau und den Widerlagern wurden Feuchtigkeitsschäden und Abplatz-ungen festgestellt. Die Standsicherheit ist zwar noch gewährleistet, die Schäden müssten aber mittelfristig beseitigt werden.“ Deshalb sei für 2018 ein Neubau als Stahlbetonbrücke geplant. Dafür seien umfangreiche Untersuchungen und Gutachten für fast 10 000 Euro vorgenommen worden.

„Wir haben einen 36-seitigen landschaftspflegerischen Begleitplan, 40 Seiten Vorprüfung der Verträglichkeit für das Europäische Vogelschutzgebiet sowie eine Vorprüfung der Verträglichkeit für das FFH-Gebiet von 30 Seiten angefertigt“, berichtet Thorn im SVZ-Gespräch. Die Abriss- und Bauarbeiten sollen nach der Brutperiode, also Mitte September, beginnen. Damit die Vogelwelt noch ungestört ihre diesjährige Brut hochbringen kann. „Den Überbau werden wir komplett neu errichten. Dafür haben wir Fördermittel beantragt. Die Widerlager links und rechts sollen saniert werden. Die Gesamtinvestitionen betragen ungefähr 550 000 Euro. Davon sind rund 270 000 Euro Fördermittel und der Rest Eigenanteil der Stadt Zarrentin.“

Dass man mit der halbseitigen Sperrung der Brücke leben müsse und könne, erklärt der Lassahner Ortsvorsteher Mario Langkau gegenüber der Redaktion auf Anfrage. „Eine Totalsperrung wäre jedoch eine Katastrophe. Deshalb muss die Baumaßnahme in Absprache mit allen Verantwortlichen realisiert werden. Wir begrüßen den Neubau, denn Sicherheit geht nun einmal vor.“ Es nütze ja auch nichts, die Tonnage-Begrenzung immer weiter herabzusenken, bis die Brücke überhaupt nicht mehr passierbar sei.

Voraussichtlich Anfang März 2019 solle die neue Brücke fertig sein, sagt Norman Thorn. Die Baumaßnahme werde unter halbseitiger Sperrung stattfinden. „Wir reißen erst die eine Hälfte der Brücke weg, dann die nächste, während der Verkehr dann über den ersten neuen Teilabschnitt rollen kann.“ Schließlich befänden sich auf der Insel Kampenwerder nicht nur 100 Hektar Wald, sondern auch umfangreiche Ackerflächen. Außerden müssten die acht bis neun Anwohner ja ihr Zuhause erreichen können.

Thorn: „Für die paar Stunden, an denen wir die Brücke voll sperren müssen, wird auf der Insel Löschtechnik vorgehalten. Da haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“

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