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Bluesnächte im Wald : Der Abend mit Liedern aus alter Zeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Begeisterung pur bei den Grevener Bluesnächten

von
erstellt am 27.Aug.2017 | 17:53 Uhr

Spätestens bei „Mama Wilson“ war es wieder da, das Gefühl von der alten Zeit mit den Liedern von einst. Grevens Bluesnächte starteten bereits am Freitag mit einem unvergesslichen Abend. Drei Blueslegenden aus DDR-Zeiten hatte Gastgeber Harald Elgeti in das kleine Greven locken können. Und Uschi Brüning, Jürgen Kerth sowie „Engerling“ kamen tatsächlich. Zwar war der Besucherandrang mit etwas mehr als 200 Leuten für einen Freitag und Grevener Verhältnisse nicht schlecht. Doch angesichts dieser Namen und des dann Gebotenen ist es dann doch unendlich schade und nur wenig verständlich, dass so wenige kamen.

Die, die in dem alten und doch recht engen Zelt auf der Waldlichtung diesen Abend erlebten, waren schon früh hin und weg. Denn die in die Jahre gekommenen Stars der einst sehr lebendigen DDR-Bluesszene straften auf der Bühne allesamt ihr Alter Lügen. Wippende Köpfe, verklärte Blicke, stille und laute Begeisterung im Publikum. Die Legenden klangen so, wie man sie in Erinnerung hatte, zum Teil sogar besser.

Uschi Brüning mit ihrer Band machte den Anfang, bedankte sich höflich nach jedem Lied und hatte fast eine Stunde lang Zeit, ihr breites Repertoire noch einmal aufleben zu lassen. Schon früh war klar, dass sie nichts von ihrer Präsenz und ihrer Klarheit eingebüßt hatte. Am Ende ihres Auftrittes musste sie mit ihren sehr gut aufspielenden Mitstreitern gleich mehrere Zugaben geben. Gastgeber Elgeti hatte dann noch eine ganz besondere Überraschung in der Hinterhand. Er überreichte ihr auf der Bühne einen riesigen Strauß Rosen. Aus seinem Garten, denn Elgeti ist nicht nur Musikliebhaber sondern auch passionierter Rosenzüchter.

Obwohl, und das gilt für alle Legenden, sie im Vorhinein nicht so genau wussten, was sie in Greven erwartet, waren alle Künstler und ihre Bands ausnahmslos begeistert. Das relativ kleine aber sehr sachkundige Publikum sorgte im Zelt für eine extrem gute Stimmung, die alle ansteckte.

Der Erfurter Jürgen Kerth, der ebenfalls kurz vor seinem 70. Geburtstag steht, hatte sich schon früh unters Publikum gemischt. Doch welche Verwandlung der begnadete Gitarrist dann auf der Bühne hinlegte, das war schon faszinierend. Allein seine Soli an diesem Abend wären das Eintrittsgeld wert gewesen. Kerth stellte sich hin, fing an  und war weg, in der Welt seiner Songs. Es waren auch ein paar neue dabei, beispielsweise „Oma hilf“ mit einem ganz eigenen Text.  Auch Kerth spielte lange, gab Zugaben und gelobte dann auf der Bühne, gern wiederkommen zu wollen. Dabei hatten sich die Erfurter auf dem Hinweg fast verfahren und waren zunächst in Dannenberg gelandet, weil Kerth keine Autobahnfahrten mag.

Nach ihm kamen dann die befreundeten Männer von „Engerling“, kraftvoll mit vielen bekannten Songs aus alten Zeiten. Nicht wenige im Publikum sahen sich direkt in ihre Jugendzeiten versetzt.  Die Hamburger von „8 to the Bar“ hatten dann spät in der Nacht die schwere Aufgabe,  anzuschließen.

Natürlich waren die Bluesnächte viel mehr als nur der Auftritt der DDR-Legenden. Die Zahl der verkauften Tickets  für den Sonnabend hatte schon im Vorverkauf deutlich höher als für den Freitag gelegen. Insgesamt waren es einige Hundert. Während der Freitag mehr dem Zuhören und Genießen gewidmet war, hatte der Sonnabend mit den Hamburger Bands vor allem Tanzbares zu bieten. Eine Klasse für sich war wieder einmal der extrem gefeierte Abi Wallenstein. Der lobte Greven, ein Musikfest dieser Qualität und Besetzung müsse man zwischen Hamburg und München wirklich suchen.

Gastgeber Harald Elgeti mit seinen rührigen Helfern vom Verein „Einigkeit“ war gestern einfach nur total glücklich. „Es war so schön.“

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