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SVZ_Fragen zum Wochenende : Den Tagen mehr Leben geben

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Thorsten Schütt ist Kassenwart beim Zarrentins Kulturverein, Optimist, Kopfmensch, harmoniebedürftig und wunschlos glücklich

von
erstellt am 30.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Als der Zarrentiner Kulturverein vor sieben Jahren das Schauspieler-Urgestein Hardy Krüger zu einer Lesung ins Kloster habe locken können, sei bei ihm der Wunsch entstanden, der rührigen Truppe beizutreten. „Das Charisma dieses Mannes hat mich mehr als beeindruckt. Ich habe gedacht, wer es schafft, solch hochkarätige Künstler an den Schaalsee zu holen, der hat wirklich was drauf“, erinnert sich Thorsten Schütt, der seit vier Jahren als Kassenwart die Finanzen im Blick hat. „Das ist kein dröger Job, wie mancher vermutet. Man hat mit der GEMA, der Künstlersozialkasse und den Künstleragenturen zu tun. Alles in allem eine spannende Sache“, berichtet der gebürtige Lüneburger, der seit 1994 in der Schaalseestadt lebt, sich selbst als Optimisten bezeichnet, der immer auch die Kontrolle haben wolle. Und stets den schwierigen Spagat praktiziere, seinen Tagen durch Achtsamkeit mehr Leben zu geben.

Mit fast schon kitschigem Postkartenblick auf das verwunschene Schweriner Märchenschloss, beantwortete der 50-Jährige in seinem Büro, er arbeitet als Sachgebietsleiter im Finanzamt der Landeshauptstadt, dem SVZ-Redakteur Thorsten Meier die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Versuche immer, gelassen zu bleiben. Rege dich nicht über Dinge auf, die es nicht wert sind. Trenne das Wesentliche vom Unwesentlichen.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Am Wasser, am liebsten an der Nordsee oder auch am Schaalsee.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Rasenmähen bei einer älteren Dame, die vier Dackel hatte. Da war ich wohl um die zehn Jahre alt. Für so einen kleinen Burschen wie mich war das damals eine Menge Geld, das ich dafür bekam.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für kleine Spielzeugfiguren. Das waren Soldaten aus allen möglichen Kriegen und Armeen. Davon habe hunderte besessen.
Wo findet man Sie am ehesten?
Zuhause im Garten oder rund um den Schaalsee.
Was stört Sie an anderen?
Unehrlichkeit ist die schlimmste aller Todsünden. Ich mag auch keine Notlügen. Die Wahrheit kann unbequem und verletzend sein. Ich versuche dann Formulierungen zu finden, die keine Grenzen überschreiten.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Held ist mir zu gewaltig. Vorbild sind mir alle die Menschen, die eher unauffällig in Krisengebieten ihr Leben regelmäßig riskieren, um Menschlichkeit zu praktizieren.
Was würden Sie gern noch können?
Ich würde gern perfekt Dänisch sprechen können. Und ich möchte wieder mit Klarinetten-Unterricht anfangen. Das habe ich schon mal versucht, aber leider aus Zeitmangel wieder aufgegeben.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Lieben dürfen und geliebt zu werden. Das ist nichts Selbstverständliches. Liebe ist kein Tauschgeschäft, sondern mitunter harte Beziehungsarbeit. Miteinander alt werden zu wollen, ist das größte und schönste aller Versprechen.
Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Kopfmensch, ich lasse mich ungern von Gefühlen leiten.

Wonach suchen Sie im Leben?

Nach Ruhe, die nichts mit Stillstand und Abgeschottetsein zu tun hat. Sondern Raum für Genießen und Geselligkeit bietet.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Wurst, Käse und Quark.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Chinesisch beim Essengehen. Ansonsten Deutsches, wie Kalbsleber im Fischhaus oder Hechtklöschen in der Maräne in Groß Zecher. Wenn ich selber koche, mag ich das Mediterrane. Mit sehr viel Gemüse, Pasta und Olivenöl.
Welches Buch lesen Sie gerade?
„Auf der Suche nach Indien“, von Edward Morgan Forster, einem Engländer. Es gibt einen Einblick in das Wesen und den Zeitgeist der Kolonialherrschaft.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich bin zufrieden und glücklich, so wie es ist.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Harmoniebedürftig
Wo ist für Sie Heimat?
In Zarrentin.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Abermillionen Marienkäfer. Als Kind mit den Eltern an der Ostsee gab es vor etwa 40 Jahre eine regelrechte Plage.

Worauf könnten Sie nie verzichten?

Auf ein gutes Glas Rotwein.

Wen würden Sie gern mal treffen?

Helmut Schmidt, aber der ist ja nun leider schon tot. Ein Mann mit brillantem Verstand. Ohne Kompromisse kommt die Welt nicht weiter. Das wusste er nur allzu gut.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

1. Dass mich die Liebe nie verlässt.

2. Dass mich die Gesundheit nie verlässt.

3. Dass wir mit dem Kulturverein noch viele interessante Gäste einladen können.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Rainer Schmahl, einem Ornithologen aus Zarrentin. Und begnadeten Natur-Kenner.

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