zur Navigation springen

Welcher Beruf passt : Den Job so gut wie in der Tasche

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Steven Raasch und Thoralf Dreyer absolvieren ihre Ausbildung bei Hydraulik Nord / Gestern machten sie Schülern Metallberufe schmackhaft

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 16:01 Uhr

Als Steven Raasch gestern auf der Berufs- und Studienorientierungsmesse in Parchim von 14-/15-Jährigen gefragt wurde, welche Voraussetzungen man für die Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker haben muss, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Einen vernünftigen Schulabschluss, sonst scheitert man in der Berufsschule“.

Der 26-Jährige ist gerade mit einem ehrgeizigen Ziel ins dritte Lehrjahr gestartet. Er möchte seine Ausbildung auf eigenen Wunsch vorzeitig beenden, was vor allem eines bedeutet: noch mehr ackern. Ab Januar 2015 muss Steven Raasch sich – mit Unterstützung der Schule – die theoretischen Lerninhalte eines halben Jahres in seiner Freizeit aneignen und dabei weiterhin sein volles Pensum auf Arbeit bringen. Steven Raasch lernt seinen Beruf in der Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG, einem Unternehmen der Hydraulik Nord Gruppe. Aufgewachsen und zur Schule gegangen in Neustadt-Glewe, wollte er gerne Mecklenburger bleiben, deshalb suchte er ganz bewusst nach einem Ausbildungsplatz in der Region. Schon nach dem ersten Probearbeiten war ihm klar: Das ist es. An seiner Arbeit begeistert ihn, „dass man ein konkretes Ergebnis vor Augen hat, nachdem man ein Stück Metall mit der Maschine bearbeitet hat, und man weiß, wofür das Teil verwendet wird.“ Um die Übernahmechancen braucht sich der Lehrling keinen Kopf zu machen: Läuft es bei ihm weiterhin so glatt, hat Steven Raasch seinen Arbeitsvertrag sicher, zumal er auch noch gute Voraussetzungen mitbringt, um sich eines Tages weiterentwickeln zu können, etwa zum Programmierer/Optimierer. Der Neustadt-Glewer wollte nämlich ursprünglich Fachinformatiker werden, doch dabei wurde ihm immer mehr bewusst, dass er eher der Typ für die Werkhalle ist.

Leute wie er oder Thoralf Dreyer (18), Werkzeugmechaniker -Azubi im 3. Lehrjahr bei HNP Werkzeugbau, werden als Fachkräftenachwuchs in der Hydraulik Nord Gruppe mit 16 Tochtergesellschaften echt gebraucht. Etwa 70 angehende Werkzeug-, Zerspanungs-, Konstruktions-, Fertigungs- bzw. Industriemechaniker, Mechatroniker sowie Elektroniker für Betriebstechnik lernen hier derzeit ihren Beruf von der Pike auf. 25 von ihnen haben in diesen Tagen ihre Lehre begonnen. „Ausgebildet wird für den eigenen Bedarf“. Das konnten Marlies Ortmann, Ausbildungskoordinatorin der Hydraulik Nord GmbH, und Doreen Wolff, Personalreferentin der Hydraulik Nord Fluidtechnik, gestern auf der Messe jedem Jugendlichen in die Hand versprechen. Ihren Fachkräftenachwuchs gewinnt die Unternehmensgruppe u. a., indem sie in Schulen geht, Kooperationsvereinbarungen unterstützt, Schülern Praxislerntage ermöglicht oder Betriebsrundgänge für Schulklassen anbietet. So manch ein Jugendlicher wird dabei auch ernüchtert feststellen, dass es in einer Werkhalle nicht gerade leise zugeht und der Geruch nicht jedermanns Sache ist. „Einer der wichtigsten Türöffner zur Lehrstelle ist und bleibt das Praktikum“, unterstreichen Marlies Ortmann und Doreen Wolff.

Und was den Schulabschluss betrifft: Da setzt der Schlussspurt im ersten Halbjahr der zehnten Klasse meistens schon zu spät ein: Ausschlaggebend im Bewerbungsmarathon ist heute oft das Zeugnis der 9. Klasse.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen