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Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 01:19 Uhr

Wittenburg : Dem Kirchenerhalt verschrieben

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dank des Fördervereins sind Bauarbeiten an Wittenburger Gotteshaus in Gang gekommen / Starker Mitgliederzuwachs zu verzeichnen

von
erstellt am 18.Mai.2015 | 09:56 Uhr

In nur zwei Jahren ist die Arbeit des Wittenburger Fördervereins zum Erhalt der St. Bartholomäuskirche eine Erfolgsgeschichte geworden. Dass der Bewahrung des um 1240 errichteten Sakralbaus so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und Anfang März Handwerker an der Außenfassade und im Dachbereich des Ostchores mit der so dringend notwendig gewordenen Sanierung begonnen haben, ist dieser Gruppe von Gleichgesinnten zu verdanken. Feucht gewordenes Gebälk wird derzeit entfernt und ersetzt, Schäden am Mauerwerk der unter Denkmalschutz stehenden Backsteinkirche behoben. „Wir sind so froh, dass nach zwei Jahren Vereinstätigkeit bereits die Außenhülle in Angriff genommen worden ist“, betont die Vereinsvorsitzende Dr. Barbara Gubalke.

Im April 2013 hatten auf Beschluss des Kirchengemeinderats 25 Bürger aus Wittenburg und Umgebung den Verein gegründet, um Fördermittel einzuwerben. Denn allein die Sanierung der Außenhaut kostet mindestens 800 000 Euro, zu viel, um diese Summe allein aus privaten Beiträgen und Spenden zu finanzieren. In einer relativ kurzen Zeit ist die Zahl der Mitglieder mit oder ohne Konfession, die mit ihrem Jahresbeitrag von 25 Euro dieses Bauvorhaben unterstützen, auf aktuell 172 Personen aus ganz Deutschland angewachsen.

Barbara Gubalke führt den starken Mitgliederanstieg unter anderem auf Überzeugungsarbeit zurück: „Wir haben am Anfang im Amts- und Kirchenblatt geworben, denn uns war klar, dass wir mit unseren Mitgliedsbeiträgen keine 800 000 Euro zusammen kriegen. Von alleine sind die Leute aber nicht gekommen. Da haben wir dann mindestens 100 Hausbesuche gemacht und dabei erklärt, was wir vorhaben. Viele waren ja ohnehin am Erhalt der Kirche interessiert, weil sie zum Ort und zum Ensemble mit Rathaus und Bürgerhaus gehört. So konnten wir sie dazu bewegen, einen Mitgliedsantrag auszufüllen.“ Andere haben gespendet, auch größere Summen, wie beispielsweise der aus Wittenburg stammende frühere Ministerpräsident Harald Ringstorff. Auf diesem Wege kamen nach Gubalkes Angaben ungefähr 20 000 Euro zusammen.

Mit Hausbesuchen um Mithilfe geworben

Die Vereinsvorsitzende erinnert sich auch, Leute besucht und angeschrieben zu haben, die beispielsweise Pastoren in Wittenburg gewesen, in der Bartholomäuskirche getauft und konfirmiert worden oder aus der Kleinstadt in den Westen gezogen waren, um sie von der dringenden Notwendigkeit einer Renovierung des Sakralbaus zu überzeugen. „Ehemalige Wittenburger, die der Stadt immer verbunden geblieben waren, haben beispielsweise bei der Goldenen Konfirmation gemerkt, wie muffig es in der Kirche riecht, und dass dort etwas gemacht werden muss, Sie haben tatsächlich spontan gespendet oder sich Mitgliedsanträge schicken lassen.“ Mittlerweile seien ganze Familien im Förderverein vertreten, berichtet Barbara Gubalke.

Seit 2011 gibt es zudem jährlich mindestens sechs Benefizveranstaltungen. Das können Konzerte, aber auch Bildervorträge von Vereinsmitgliedern sein. Alle Einnahmen gehen in die „Baukasse“.

Der Aufwand, die Kirche wieder herzurichten, ist enorm: Durch Witterungseinflüsse hat das Mauerwerk und das Dachtragewerk sehr gelitten, Steine bröckelten, Feuchtigkeit drang durch die undichten Fenster ein. Zerstörte Balkenköpfe, vergammeltes Holz an der Dachkonstruktion sowie Pilzbefall waren die Folge. 75 Tonnen Schutt wurden bereits vom Kirchengewölbe entfernt. „Das Gewölbe war wegen des über die Jahrhunderte angesammelten Bauschutts und des Vogelkots fast nicht mehr zu sehen“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Innenrenovierung erfordert große Summe

Nicht weniger aufwändig wird wohl die Innenrenovierung. Dafür werden nach vorläufiger Kostenschätzung noch einmal 800 000 Euro benötigt. Das Gestühl muss zeitweise entfernt und die Sitzanordnung anschließend geändert werden. Geplant ist nämlich, den alten Eingang am Turm wieder herzurichten und statt des jetzt seitlichen Zugangs zur Kirche zu nutzen. Die Genehmigung der Denkmalpflege liege vor, hieß es. Zudem sollen im Innenraum Hausschwamm beseitigt, gemalert sowie sanitäre Anlagen und eine Teeküche eingebaut werden.

„Wir hoffen, dass es mit den Innenarbeiten genauso schnell weitergeht. Anträge bei den Stiftungen laufen bereits“, wie die Vereinschefin mitteilt. Nach Fertigstellung des Bauwerks möchte der Förderverein, dass dort künftig regelmäßig Konzerte stattfinden. Vorerst werden es Veranstaltungen auf einer Baustelle bleiben, so beim Konzert auf der Winzerorgel im Juni und bei der Festspiel-Premiere der zu den ältesten im Land zählenden Kirchen im August.

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