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Neuhaus: Ausbau des Deichradweges aufgegeben : Deichradweg kontra Grenzturm

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Fassungslosigkeit in Neuhaus: Die Mitglieder im Bauausschuss kritisieren, dass Verwaltung und Ausschuss für Tourismus den weiteren Ausbau des Deichradweges aufgeben.

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2012 | 02:28 Uhr

Neuhaus | "Ich kann es nicht fassen. Wie kann man allen Ernstes den Weiterbau des Radweges auf dem Elbdeich aufgeben. Jahrelang ging es jedes Jahr Stück für Stück weiter, und nun streichen Verwaltung und auch die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus den Ansatz aus dem Haushalt. Ich finde das unglaublich". Henning Niemann, beratendes Mitglied im Bauausschuss, hielt mit seiner Empörung nicht hinterm Berg. Schützenhilfe kam von Bauausschussmitglied Thorsten Knebusch. "Der Radweg auf dem Deich ist ein Alleinstellungsmerkmal, woanders gibt es so etwa kaum. Und nicht nur die Radtouristen aus Hamburg kommen deswegen, sondern auch Leute aus Hagenow und der näheren Umgebung, weil es eben so toll ist, auf dem Deich Rad zu fahren und nicht unten auf dem Deichverteidigungsweg."

Ausschussvorsitzender Klaus Karnatz setzte nach: "Wenn wir die Maßnahme aus dem Haushalt streichen, ist der Radweg politisch erledigt." Bürgermeisterin Grit Richter versuchte die Wogen zu glätten. Vorgespräche zum Haushalt beim Landkreis hätten deutlich gemacht, dass die Gemeinde um einen genehmigungsfähigen Haushalt kämpfen müsse. Man habe nach Investitionssummen gesucht, die für die Entlastung des Haushaltes auch was bringen.

Schon im vergangen Jahr war nicht weiter gebaut worden. Die Genehmigung des Haushaltes sei so spät erfolgt, dass es für einen Antrag auf Fördermittel zu spät gewesen sei, erläuterte Kämmerer Carsten Riegel. Würde auf die Herstellung des Deichradweges verzichtet, kann der Kreditbedarf um 150 000 Euro gesenkt werden. Niemann gab auch zu bedenken, dass der Landkreis ab 2014 nicht mehr "Ziel 1 Gebiet" sei, also EU-Fördergelder nicht mehr in aktueller Höhe fließen würden. Alle Mitglieder stimmten dafür, den Haushaltsansatz für den Radwegebau im Haushaltsplanentwurf zu belassen.

Was hingegen alle beratenden und ordentlichen Mitglieder bis auf Marcel Kramer für überflüssige Geldverschwendung halten, ist die Sanierung des Grenzturms in Darchau. Es herrschte allgemeines Unverständnis darüber, dass der Tourismusausschuss das Projekt nicht einfach aufgeben, sondern nach Wegen und Mitteln suchen wollte, den Turm zu sanieren und zu erhalten (SVZ berichtete). Der Tourismusausschuss hatte dafür plädiert, den Haushaltsansatz für eine Sanierung zunächst im Haushaltsplan zu belassen.

"Der steht noch in 20 Jahren", äußerte sich Thorsten Knebusch zum wiederholten Male. Wer einen Grenzturm sehen wolle, könne doch nach Lenzen fahren, der Betreiber vom Haus des Gastes könne den Turm doch für einen Euro kaufen, waren wohl nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge. Es ging auch unter die Gürtellinie - Namen wurden natürlich nicht genannt - als gemutmaßt wurde, dass der planende Architekt nur deshalb um den Turm so "kämpfe", damit er ein Planungshonorar generieren könne. Bis auf Marcel Kramer, der sich der Stimme enthielt, stimmten im Bauausschuss alle dafür, den Haushaltsansatz zu streichen. Bleibt abzuwarten, wie die Entscheidung im Rat fällt.

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