Elbfähre in Darchau : Defekt stoppte die „alte Dame“

Die Elbfähre „Tanja“ bei der Anfahrt des Fähranlegers in Darchau.
Die Elbfähre „Tanja“ bei der Anfahrt des Fähranlegers in Darchau.

Überraschender Ausfall der Fähre „Tanja“ zwingt Pendler und Schüler zu Umweg. Im März muss das knapp 60-jährige Schiff zum TÜV.

svz.de von
07. Februar 2018, 21:00 Uhr

Warten hätte sich nicht gelohnt. Dafür dauerte die Reparatur zu lange. Und so wurden Pendler und Schulkinder heute Morgen auf ihrem gewohnten Weg über die Elbe, bzw. noch kurz davor, gestoppt und zu einem Umweg gezwungen. Der Grund waren technische Probleme an der Elbfähre „Tanja“, wie Ernst-Wilhelm Meihöfer im SVZ-Gespräch berichtet. „Wir haben aber alles unternommen, den Defekt so schnell wie möglich zu beheben“, so der Betriebsleiter. Nach drei Stunden sei das Schiff wieder fahrtüchtig gewesen. Von ca. 7 bis 10 Uhr konnte die Fährverbindung von Darchau nach Neu Darchau allerdings nicht angeboten werden. „In so einem Fall, greift sofort eine Notfallkette“, erklärt Meihöfer. So würden unter anderem der Landkreis, Verkehrsbetriebe oder auch Radiosender benachrichtigt, um Autofahrer über den Ausfall zu informieren. Außerdem sei mit der Fähre „Amt Neuhaus“ in Bleckede abgesprochen, dass in einer Notsituation die jeweiligen Fahrkarten gegenseitig akzeptiert würden.

Der überraschende Ausfall der Fähre heute sei übrigens nicht auf das Alter des Schiffes zurückzuführen, meint Meihöfer. „Das Blech ist zwar das Alte, aber die Maschinen sind modern. Wir haben einen Diesel-Elektro-Antrieb. Die Technik ist also auf dem neuesten Stand.“ Auch von außen sieht man der „Tanja“ das Alter nicht unbedingt an. Das Schiff wurde immerhin schon 1959 auf der Scheepswerft en Machinefabriek H. J. Koopman im niederländischen Dordrecht gebaut. Im März 1960 wurde sie, damals noch unter dem Namen „Waal“, in Dienst gestellt und bis 1974 von der Gemeinde Tiel in den Niederlanden betrieben. Danach wurde sie von der Gemeinde Wijk bij Duurstede übernommen und auf „Wijkse Veer“ getauft. Schließlich ging es für das Schiff 1993 auf die Elbe nach Neu Darchau. Dort bekam es dann den jetzigen Namen „Tanja“ und ersetzt seitdem seine etwas kleinere Vorgängerin, die unter gleichem Namen über den Fluss fuhr.

Das fast 60-jährige Schiff dreht damit schon seit knapp 25 Jahren seine Runden über die Elbe. Und das soll es wohl auch noch in vielen kommenden Jahren machen. Denn so ein überraschender Ausfall sei bei der fast 46 Meter langen Doppelendfähre die Ausnahme. Damit das so bleibt steht für die „alte Dame“ demnächst eine große Durchsicht auf dem Programm. „Mitte März geht es für sie 14 Tage in die Werft. Dann bekommt sie den Schiffs-TÜV. Bei der Gelegenheit wollen wir gleich fällige Wartungsarbeiten und Reparaturen durchführen“, erzählt Meihöfer.

Alle fünf Jahre müsse das Schiff zu einer Durchsicht, die vergleichbar mit dem TÜV beim Auto ist. Eine Schiffsuntersuchungskommission prüft dann, ob die Bestimmungen über Bau, Einrichtung und Ausrüstung eingehalten sind. Außerdem legt diese, soweit es vorgeschrieben ist, auch die notwendige Besatzung fest. Gibt die Kommission grünes Licht, bekommt die „Tanja“ ihr sogenanntes Schiffsattest und wird weiter für den Verkehr zugelassen.

Die Durchsicht des Fährschiffs erfolgt voraussichtlich ab dem 17. März, dann wird die Verbindung Darchau - Neu Darchau für zwei Wochen stillgelegt. „Wir haben die Untersuchung extra in die Schulferien und betriebsschwache Zeit gelegt“, so Meihöfer. „Zu Ostern wollen wir wieder bereit sein.“

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