Hagenow : Deckel drauf, auf die alte Müllkippe

Raupenfahrer Hans Sareike erledigt mit seinen Kollegen die Abdichtung der Kippe gegen eindringendes Regenwasser.  Fotos: Stefani Kortmann
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Raupenfahrer Hans Sareike erledigt mit seinen Kollegen die Abdichtung der Kippe gegen eindringendes Regenwasser. Fotos: Stefani Kortmann

Einsickerndes Regenwasser drohte, zu einer Gefahr für das Grundwasser zu werden / Gelände an Toddiner Chaussee soll verkauft werden

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13. April 2015, 14:20 Uhr

Seit knapp einem Jahr sind Bagger an der Toddiner Chaussee, gegenüber der Total-Tankstelle, im Einsatz. Sie sichern eine alte Müllkippe. In zwei Wochen werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann sind etwa 500 000 Euro in die Maßnahme geflossen - gezahlt vom Geld, was der Bund dem Land für derartige Maßnahmen zur Verfügung gestellt hat.

Zuständig für die Sanierung ist die GAA, die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg-Vorpommern mbH. Das etwa zwei Hektar große Flurstück gehört zu einem Sondervermögen des Landes. Die GAA ist für die Verwaltung, Sanierung und anschließende Verwertung solcher ökologisch belasteter Liegenschaften zuständig. Sie ist eine 100 prozentige Tochter des Landes, die Gesellschafterrechte nimmt das Landwirtschaftsministerium wahr. Seit 2003 hat die GAA rund 230 bis 240 Projekte umgesetzte, von der Sanierung alter Stallanlagen über Tankstellen bis hin zu vielen Müllkippen. So wie diese gegenüber der Tankstelle. Zu DDR-Zeiten gab es dort zunächst eine kommunale Müllkippe. „Die Altablagerung ist in den 70er Jahren geschlossen worden, eine aufgelassene Tongrube, die nun weitgehend verfüllt ist“ , erklärt Dipl. Geologe Klaus Westen von der GAA. Später wurden auf dem Gelände Garagen, überwiegend für die Offiziere der Hagenower Kaserne, gebaut, meint Raupenfahrer Hans Sareike von der Firma MUT, der mit seinen Kollegen derzeit auf dem Areal die Deckschicht aufbringt. Doch die Garagen seien längst verfallen gewesen. Schließlich drohten die Reste der Kippe zu einer Gefahr für die Umwelt zu werden.

„Aus der Altablagerung wurden Schadstoffe ausgewaschen und gelangten in das Oberflächenwasser, [der kleine Teich hinter der Kippe, die Red.] Das Oberflächenwasser ist damit belastet. Nach unten hin ist es abgedichtet durch die sich fortsetzende Tonschicht. Das Grundwasser ist also nicht gefährdet.“ Auch unter der Kippe selbst sei die Tonschicht ein funktionierender Schutz für das Grundwasser. Früher seien an dieser Stelle einmal Ziegel hergestellt worden, so Westen.

„Das Problem war, dass bei starkem Regen dieser Topf volllaufen und schließlich überlaufen könnte. Daher haben uns die Umweltbehörden mit der Sanierung beauftragt. Sollte das Überlaufen passieren, könnte belastetes Wasser aus dem Tonloch in das Hydrographische System übergeleitet werden und damit irgendwann, wenn auch verdünnt, in der Sude landen. Deshalb wird die Sicherungsmaßnahme durchgeführt.“

Auf den Topf werde nun ein Deckel gesetzt, so dass das Niederschlagswasser nicht mehr in den Deponiekörper einsickern könne. Der Schadstoffaustrag lasse sich dadurch absolut minimieren.

Zum Baden sei der kleine Teich dennoch nicht geeignet. Denn etwas Sickerwasser fließe nach wie vor hinein. Zunächst in den kleineren, mit Schilf bewachsenen Teil des Sees, das wie ein Vorklärbecken wirke. Hier würden auch noch unterstützend Pflanzen angesiedelt, die Schadstoffe aufnehmen. Die Wasserqualität werde natürlich weiterhin geprüft, so Westen.

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