Rastower Schüler widmen sich der Fotografie : Das Zusammenspiel von Blende, Licht und Zufall

<strong>Blütenzauber. </strong><foto>Patricia Behrens</foto>
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Blütenzauber. Patricia Behrens

Drei Neuntklässler sind seit vielen Jahren Mitglieder der Mediengruppe an der Dr.-Ernst-Alban-Schule in Rastow, die sich in jedem Schuljahr einem bestimmten fotografischen Thema widmet.

svz.de von
07. Januar 2013, 09:36 Uhr

Rastow | Immer und immer wieder lassen Jaqueline und Bastian die Pflaume in die Milch fallen, während Patricia den Eintauchvorgang und die hochspritzende Milch mit ihrer Spiegelreflexkamera auf dem Speicherchip festhält.

Alle drei Neuntklässler sind seit vielen Jahren aktive Mitglieder der Mediengruppe an der Dr.-Ernst-Alban-Schule in Rastow, die sich außer der Dokumentation der schulinternen Veranstaltungen auch in jedem Schuljahr einem bestimmten fotografischen Thema widmet. Seit August dieses Jahres beschäftigen sich die Jugendlichen mit der experimentellen Fotografie und erhalten dabei Hilfe und Anleitung vom Projektleiter Tilo Röpcke.

Schüler setzen seit 7. Klasse Fotoprojekte um

Letzterer ist an der dortigen Regionalschule Mathematik- und Physiklehrer und arbeitet seit fast zehn Jahren als freiberuflicher Fotojournalist. "Meine Schüler setzen nun schon seit der 7. Klasse mit mir zusammen verschiedene Fotoprojekte um. In diesem Jahr ist ganz besonders ihre Kreativität bei der experimentellen Fotografie gefordert. Über ihren Einfallsreichtum und ihre Bereitschaft, sich auch außerhalb des regulären Unterrichts mit dieser Problematik auseinanderzusetzen, freue ich mich sehr", sagt der 43-jährige Rastower Lehrer. Die Frage, was eigentlich experimentelle Fotografie genau ist, kann von der Projektgruppe allerdings nicht so einfach beantwortet werden. Jede Art der Fototechnik, welche sich von einem konventionellen Foto abhebt, kann experimentell sein. Was aber wiederum als konventionell oder alltäglich bezeichnet wird, ist wieder sehr individuell. Ihr Ziel ist nicht die Abbildung der Realität oder Dokumentation, was die Fotografie sich zu eigen macht, sondern das Erforschen der fotografischen Möglichkeiten und der Wirkung des Zusammenspiels von Blende, Licht und Verschlusszeit, von absichtlicher Bewegung der Kamera bis hin zu Verfremdung im digitalen Labor mit Bildbearbeitungsprogrammen am Computer. Und so ließen die jungen Fotografen in den vergangenen Wochen unter anderem Pflaumen in Milch fallen, spritzten Lackfarbe in Wasser, besprühten Blumenblüten mit Wasserdampf, formten einfallsreiche Gebilde aus Smarties oder legten geometrische Formen mit Hilfe von simplen Buntstiften, in jedem Fall mit dem Ziel, die Abläufe mit der Kamera aus allen erdenklichen Positionen zu dokumentieren. Das Schuljahr ist zwar erst wenige Monate alt, doch herausgekommen sind dabei schon beachtliche Fotos, die man sowohl im Schulhaus, als auch auf der Schulhomepage unter www.schule-rastow.de betrachten kann. Für die 15-jährige Patricia ist die Arbeit in der Mediengruppe eine geeignete Vorbereitung auf ihr zukünftiges Berufsleben. "Wenn ich im kommenden Schuljahr die Mittlere Reife erlange, möchte ich im Anschluss daran eine Ausbildung zur Mediengestalterin beginnen", sagt Patricia. "Doch leider müssen dann meine über viele Jahre treuen Wegbegleiter die Schule verlassen, doch ein geeigneter Nachwuchs ist mit der 12-jährigen Lucie zum Glück schon in Sicht", ergänzt Projektleiter Tilo Röpcke. Die Siebtklässlerin arbeitet erst seit diesem Jahr in der Arbeitsgemeinschaft Foto mit und konnte ihre Mitschüler und Lehrer schon in kurzer Zeit von ihren fotografischen Fähigkeiten überzeugen.

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