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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 20:11 Uhr

Teldau : Das war der HügelRock

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Alle, die am Wochenende zum Open-Air-Festival nach Hinterhagen kamen, waren begeistert - aber es kamen zu wenig

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 21:00 Uhr

„Wir finden es super“, sagten die Schwestern Nicole Lembke aus Groß Timkenberg und Andrea Hammer aus Boizenburg. Sie hatten sich mit ihren Freunden aus der Umgebung, alle zwischen 34 und 40, auf dem ersten mehrtägigen HügelRock - Open Air verabredet, um zu feiern. Freundin Alice reiste sogar extra aus Hamburg an, wo sie inzwischen lebt. „Das ist toll, wenn man so etwas auf dem platten Land hat als Alternative zu den Erntefesten“, meinte Andrea Hammer, die den Friseursalon Haarmonia in Boizenburg betreibt. „Die haben sich hier richtig Mühe gegeben.“ So wie sie äußerten sich alle Festivalbesucher, die die SVZ fragte. Katrin S. und Dirk N. waren sogar aus einem Dorf bei Kiel angereist. „Ein Kollege von mir spielt bei den ‘Dead Shepherds’ aus Hamburg, deshalb wussten wir von dem Festival“, meinte Dirk N. Das Paar fährt oft auf Musikfestivals, zuletzt waren sie gerade auf dem „Hurricane“ in Scheeßel. „Wir wollten deshalb jetzt mal auf ein kleines Festival. Die Stimmung hier ist toll, ,Tequila & The Sunrise Gang’ waren großartig. Es könnten noch ein paar mehr Besucher hier sein, das ist schade. Es ist schön hier, die haben gute Ideen.“

Charlotte (12) aus Hinterhagen und ihre Freundinnen amüsierten sich ebenfalls prächtig in der Lounge mit Sitzgruppen und Feuerschalen. Anastasia aus Gülze spielt seit drei Jahren sogar selbst E-Gitarre.

Dass Frau es damit durchaus auf die Bühne schaffen kann, zeigte ihr Martha Toepler von der Boizenburger Band „Stroking Breeze“. Sie genoss zusammen mit ihren Bandkollegen Mario Heitmann und Steffen Otto einfach nur ihren Festivalauftritt. „Die Leute haben uns das Gefühl gegeben, dass wir gut sind“, strahlten sie hinterher zufrieden. Auf den Gig hätten sie sich eher gefreut, als dass sie aufgeregt waren. „Blöd ist allerdings, wenn man beim Soundcheck den Text vergisst, so wie ich. Aber zum Glück hat das keiner gemerkt, ich habe einfach zwei Strophen zusammen gemixt“, verriet Martha Toepler. Ärgerlich fanden die drei Musiker allerdings, dass sie zwar Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hatten, um ihr erstes Album zum Festival fertig zu bekommen und die CDs auch am Dienstag aus dem Presswerk verschickt wurden. Leider kamen sie bisher nicht bei der Band an und konnten somit auch nicht auf dem Festival verkauft werden. „Wir haben in Rekordzeit sieben Songs im Parchimer Studio bei befreundeten Musikern von ‘Trail of Blood’ aufgenommen. So eine Studioaufnahme ist eine ganz besondere Erfahrung“, meinten alle drei. Die Zeit sei sehr intensiv und anstrengend gewesen. „Da hört man jede Kleinigkeit und merkt, dass das Tempo von meinem Schlagzeug vielleicht nicht zu Marios Gitarre passt“, erinnerte sich Steffen Otto. „Aber das ist auch schade, dass die Zeit vorbei ist“, fand Martha Toepler, die auch in Hinterhagen mit ihrem Wechsel zwischen zarter Stimme und Metalrock-Röhre beeindruckte.

„Wir wissen noch nicht, ob es ein nächstes Festival geben wird“, sagte Mel Sussmann am Montag. „Es hat alles super geklappt, es war eine tolle Stimmung, die Leute, die da waren, waren begeistert - aber es waren zu wenig.“ Er und Mitorganisator Andy Vogt haben neben viel Zeit und Kraft eine Menge privates Geld in das Festival investiert. „Aber wir sind stolz auf unsere Crew. “ Etwa 40 Freunde und engste Verwandte sowie ein paar Schülerpraktikanten hätten einfach aus Spaß an der Sache unentgeltlich bei Auf- und Abbau sowie Durchführung geholfen. „So viele Leute schreiben uns und wollen sich mit Ideen einbringen“, so Sussmann. „Eigentlich reden hier alle schon vom HügelRock 2018. Bei uns ist auch der Wille da, aber wenn, dann müssen wir dafür Sponsoren finden.“

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