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Nach Brand in Moraas : Das Sonntagswunder vom Heidehof

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Am vergangenen Sonntag ist der Heidehof in Moraas in Brand geraten. Doch eine äußerst seltene Rettung des Reetdachhauses macht nicht nur die Feuerwehren der Hagenower Region stolz. Jetzt bedankte sich das Heidehofteam.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 07:18 Uhr

Moraas | Normalerweise wäre der Heidehof am vergangenen Sonntag rauchende Geschichte gewesen. Da war das Reetdach des historischen Ensembles durch eine Verkettung technischer Umstände in Brand geraten. Und üblicherweise haben dann Feuerwehren nur wenig Chancen, dieses Feuer wieder zu löschen oder die Gebäude zu retten. In Moraas kam es anders: Das Gaststättenensemble im Dorf wurde nicht nur gerettet, der Schaden im Haus selbst hielt sich in engen Grenzen, und schon anderthalb Tage später war der Hof schon wieder für seine Gäste geöffnet.

Hanjo Schulte, dessen Familie das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude gehört, war noch nach Tagen ganz außer sich vor Freude: "Ein Riesendankeschön an alle Feuerwehrleute, die so schnell da waren und die uns geholfen haben. Ohne die Jungs aus Moraas, Strohkirchen, Kirch Jesar und Hagenow gäbe es das Haus nicht mehr. Wir sind heilfroh und dankbar, dass es so glimpflich ausgegangen ist."

Die Familie Schulte, Tochter Anne betreibt die Einrichtung, hatte quasi zur Nachbereitung die Verantwortlichen noch einmal zum Brandort gebeten, um sich persönlich zu bedanken.

"Reetdachbrände sind ganz schwierig für uns, da laufen wir dem Feuer meist nur hinterher", weiß Hagenows Wehrführer Steffen Kasulke. Dass es in Moraas anders lief, grenzt fast an ein Wunder hat aber auch konkrete Ursachen. "Es war Sonntag, alle Feuerwehrleute waren da und schnell verfügbar, der Besitzer hat schnell gehandelt und wir haben die Spezialtechnik effektiv einsetzen können. Ansonsten wäre wohl wenig zu machen gewesen", schätzte Egon Müller, der Amtswehrführer für den Bereich Hagenow-Land ein. Die Spezialtechnik hatte die Hagenower Wehr zur Verfügung. Mittels neuer Löschlanzen, die in die Glutnester gerammt wurden, gelangte nur ein Bruchteil des sonst üblichen Löschwassers ins Haus. Zusätzlich wurden später die restlichen Glutnester im Reetdach per Wärmebildkamera aufgespürt und sofort beseitigt. Für die Nachsuche wurden sogar gemischte Trupps der Hagenower und der anderen Wehren gebildet. Geführt hat den ganzen Einsatz mit immerhin 53 Feuerwehrleuten der Moraaser Wehrführer Danny Jürs (22), der seine Feuertaufe nach Meinung aller Fachleute glänzend bestand.

Mit zwölf Mann waren die Moraaser vor Ort, extrem schnell, schließlich passierte der Brand in Sichtweite zur Feuerwache. An einem Montag, das berichtete der Wehrführer, hätte die Lage ganz anders ausgesehen. "Dann hätten wir nur drei Leute zur Verfügung gehabt". Dem Dilemma wird im Bereich Hagenow-Land durch Mehrfachalarmierung von Wehren inzwischen vorgebeugt. Außerdem ist die Kooperation mit der Hagenower Wehr über die Jahre sehr viel enger geworden. Trotz aller helfenden Umstände sind nicht nur die Feuerwehrleute stolz, das Haus gerettetet zu haben. "Selbst der Gutachter von der Versicherung war schwer beeindruckt, wie glatt das hier gelaufen ist," berichtetet Hanjo Schulte. Und er erzählte noch die Geschichte der 87-jährigen Anni Matzel, die mitten im Brandeinsatz vor Ort mit frisch gebrühtem Kaffee auftauchte, um die Jungs von der Feuerwehr zu versorgen. Schulte: "Das ging uns allen wirklich zu Herzen."

Für alle beteiligten Feuerwehrleute aller Wehren gab es vom Heidehof noch ein kleines Gastgeschenk.

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