Hagenow : Das sind die Pfleger von morgen

Hier wird sich schon auf die praktischen Examen vorbereitet: Gudrun Glander (r.) kümmert sich als hauptamtliche Praxisanleiterin im Hagenower Krankenhaus um die Auszubildenden. Doch die zu finden, wird immer schwerer.
Hier wird sich schon auf die praktischen Examen vorbereitet: Gudrun Glander (r.) kümmert sich als hauptamtliche Praxisanleiterin im Hagenower Krankenhaus um die Auszubildenden. Doch die zu finden, wird immer schwerer.

Hagenower Krankenhaus punktet seit Jahren bei seinen Auszubildenden mit guten Bedingungen, die meisten wollen bleiben

23-11367778_23-66107385_1416391975.JPG von
23. Mai 2019, 05:00 Uhr

Für Marie Christin Rupnow, Sandra Behrendt oder Florian Pekruhl haben im Mai spannende Wochen begonnen. Für sie und weitere sechs Auszubildende stehen im Wonnemonat die Vorbereitungen zu den praktischen Examen an. Dann folgen im Juni und Juli die staatlichen Prüfungen für die künftigen Kranken- oder Gesunheitspfleger.

Wie gut das Ausbildungssystem im Hagenower Krankenhaus funktioniert, zeigt die Tatsache, dass sieben von insgesamt neun Auszubildenden nach den bestandenen Prüfungen weiter im Krankenhaus arbeiten wollen. Allerdings hat auch das Krankenhaus zunehmend Sorgen, genügend Nachwuchs zu finden.

Gudrun Glander ist seit vielen Jahren im besten Sinne die Ausbildungschefin im Haus. Und sie kümmert sich um ihre Schützlinge, was klare Forderungen auch einschließt. „Wir ermöglichen unseren Jugendlichen ein so genanntes Vorexamen. Dabei erleben sich die Schüler in einer Generalprobe und sind dann nach unserer Meinung für die eigentlichen Prüfungen im Sommer perfekt vorbereitet.“

Von den jungen Leuten werden die Anforderungen im Haus, aber auch das Einbinden in die Stationen sehr positiv wahr genommen. „Ich möchte nach meiner Ausbildung im Hagenower Krankenhaus bleiben, weil ich schon während meiner Ausbildung gut in das bestehende Team integriert worden bin. Ich hatte hier nie das Gefühl, nur die ,Schülerin’ zu sein. Außerdem haben mich die flexiblen Arbeitszeiten überzeugt“, sagt Sandra Behrendt. Marie-Christin Rupnow, die einst von Garwitz nach Hagenow kam: „Ich möchte nach der Ausbildung hier im Haus bleiben, da ich mich hier sehr wohlfühle. Wir haben ein sehr familiäres Klima und ich habe mich immer sehr gut aufgenommen gefühlt.“

Dazu kommt, dass sich die Auszubildenden auch noch die Station de facto aussuchen können, auf der sie künftig arbeiten wollen.

Gudrun Glander, die hauptamtliche Praxisleiterin, koordiniert die Ausbildung. „Wir treffen uns regelmäßig mit unseren Auszubildenden, um auch die Verknüpfung von Theorie und Praxis zu besprechen. Unser Berufsnachwuchs wird natürlich auch auf den Stationen eingesetzt, ohne dass wir sie in den Schichten verheizen.“

Schnell zeigen sich dabei unterschiedliche Neigungen, ob man sich auf der Kinderstation, der Notaufnahme, der Intensivstation oder in der chirurgischen Abteilung wohler fühlt. Die Ausbildung ist vielfältig. Und die jungen Menschen erfahren sehr schnell, wie wichtig ihre Arbeit ist. Meist direkt von den Patienten. Im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigten viele das kaum beschreibbare Gefühl, wenn sich Patienten für Fürsorge und Mithilfe direkt beim Pfleger bedanken.

Trotz all dieser Vorteile hat auch das Hagenower Krankenhaus zunehmend Mühe, genügend Auszubildende zu finden. „Wir müssen da deutlich mehr und besser werben“, weiß Ausbildungschefin Glander und fährt fort: „Ich denke, wir können mit sehr guten Ausbildungsbedingungen aufwarten, die Vergütung für die jungen Leute stimmt, und die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen eigentlich für sich.“

Zumal sich junge Menschen mit der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege später auch in der gesamten Branche bewerben können. Krisensicherer geht es eigentlich nicht mehr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen