Greven : Das Rockdorf der Region

Viele Besucher kommen jedes Jahr nur wegen Abi Wallenstein zu den Bluesnächten. Zu Recht, der Mann macht Musik, die auch Menschen anspricht, die sonst keinen Blues hören.
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Viele Besucher kommen jedes Jahr nur wegen Abi Wallenstein zu den Bluesnächten. Zu Recht, der Mann macht Musik, die auch Menschen anspricht, die sonst keinen Blues hören.

Greven hat sich zu einem etablierten Ort für Musikveranstaltungen entwickelt. Auch in diesem Jahr exklusives Programm geplant

svz.de von
23. März 2016, 05:00 Uhr

Frühschoppen mit Livemusik, Holzfest, Rock 'n' Roll-Nacht und die Bluesnächte – mit diesem Programm kann sich das kleine Dörfchen Greven mit  252 Einwohnern auch 2016 sehen lassen.

Für alle Freunde von wirklich guter Rock- und Bluesmusik ist es sicher eher von Vorteil, dass Harald Elgeti im Frühjahr den Vorsitz des Bauernverbandes Ludwigslust abgeben  wird und sich  dann vor allem auf die  Organisation der  Musikveranstaltungen in seinem Heimatdorf konzentrieren kann.  Denn als Vorsitzender des „Fördervereins für Kultur in Greven“, der alle diese Veranstaltungen anschiebt, ist er der unangefochtene maßgebliche Initiator und Macher.

Als leidenschaftlicher Musikfan fährt er oft extra los, um sich Musiker im Vorfeld für die Veranstaltungen in Greven anzusehen.

„Wegen der Bluesnächte im August, die ja mittlerweile Kultstatus haben, rufen mich inzwischen oft Musiker von sich aus an und fragen, ob sie hier spielen können“, erzählt Harald Elgeti im Gespräch. „Ich  frage  sie, wann sie hier im Umkreis von 100 Kilometern spielen und dann fahre  ich dorthin.“

Das diesjährige Musik-Programm in Greven startet am Pfingstsonntag, dem 15. Mai, mit einem Frühschoppen von 11 bis 15.30 Uhr, zu dem die Countryband „Cattle Call“  live spielt.

„Das sind vier Musiker aus Hamburg. Der Gitarrist  Claas Vogt gehört dazu, der spielt sonst auch in der Band ’8 into  the bar’, von der man sagt, das wäre die beste Live-Band Hamburgs“, verrät Elgeti.

Schon am Wochenende danach geht es vom 20. bis 22. Mai weiter mit dem Holzfest, mittlerweile ist es das 105.

Wie immer beginnt das Fest am Freitag mit einem Skat- Würfel- und Romméabend, wobei als erster Preis beim Skat 100 Euro winken. 

Am Sonnabend steigt dann die Holzfestparty, bei der zur Musik von DJ Falo ausgiebig getanzt werden kann.

„Das Holzfest war früher das größte Volksfest in der Region. Vor dem Krieg hat das der Verein ’Einigkeit’ organisiert und danach zuerst die ’Zeltgemeinschaft’, dann die Feuerwehr und danach der Dorfklub“, erzählt Harald Elgeti. Durch die Gründung der riesigen Pflanzenproduktionsgenossenschaften in der DDR in den 70er Jahren  sei  jedoch der regionale Bezug für die Bauern verloren gegangen und damit auch viel vom kulturellen Leben in den Dörfern, erläutert Elgeti als jemand, der es wissen muss. Dadurch sei auch das Holzfest mehr oder weniger eingeschlafen.

„Unseren ’Förderverein für Kultur in Greven’ haben wir nach der Wende vor allem gegründet, um das Holzfest wieder zu beleben“, erinnert sich Elgeti. Das sei zunächst auch gelungen. „Doch jetzt ist da irgendwie der Schwung verloren gegangen. Früher hatten wir bei der Holzfestparty am Sonnabend noch Livebands, da kamen bis zu 700 Leute. Heute sind wir froh, wenn 300 kommen. Aber vielleicht liegt das daran, dass die Leute heute anders feiern wollen als früher.“

Nämlich so wie bei der Rock 'n' Roll-Nacht im Juni oder bei den Bluesnächten im August.

Bei der inzwischen 7. Rock 'n' Roll-Nacht  am 11. Juni  spielen in diesem Jahr wieder die beliebten „The Sinners“ aus Hamburg und „The Torpids“ aus Stade. „Wie immer haben alle Frauen in Petticoats freien Eintritt“, kündigt Elgeti an. „Im letzten Jahr hatten wir schon 21.“

Höhepunkt in Greven werden dann die 16. Bluesnächte am letzten Augustwochenende, am 26. und 27.8. Neben den bekannten Musikern wie Kally Darm, Abi Wallenstein, Henry Heggen, Günther Brackmann, Michael Maaß und Anke Angel, die auf keinen Fall fehlen dürfen, sind am Sonnabend neu dabei Nicole Rochelle & Christoph Steinbach.

„Nicole Rochelle ist eine ganz junge Französin mit einer irren Stimme,  Steinbach wird auch der Boogie-Woogie-Wolf aus Österreich genannt“,  schwärmt Elgeti. „Der spielt schneller als sein Schatten. Das wird das Highlight des gesamten Festivals.“

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