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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 01:19 Uhr

Göhrde : Das Riesenpaket wieder ausgepackt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Holz geschlagen, eingepackt und drei Jahre gewartet: Ist das Experiment des Forstamts Göhrde zur Lagerung von Kiefernholz geglückt?

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Es ist wie zu Weihnachten - alle warten gespannt darauf, dass das Paket geöffnet wird. Im Unterschied zu Weihnachten wissen die über 20 Forstleute, die in der Revierförsterei Röthen des Forstamts Göhrde vor diesem großen Paket stehen, aber was drin ist: nämlich 250 Festmeter vor drei Jahren frisch geschlagenes Kiefernholz, das dann eingepackt wurde. Die spannende Frage ist die nach dem Zustand des Holzes: hat es sich gut gehalten, ist die Qualität in Ordnung.

Für das Forstamt ist es ein Experiment. Man will diese Methode testen, um Holz über einige Jahre ohne Wertverlust lagern zu können. „Es betrifft den Fall, dass durch große Schadensereignisse viel Holz anfällt. Die Holzindustrie kann die Mengen nicht aufnehmen und ein rapider Preisverfall ist die Folge“, erläutert Dr. Uwe Barge, der Leiter des Forstamts Göhrde. Es gibt auch die Methode, das Holz ständig mit Wasser zu berieseln, aber das ist aufwendiger.

Daher wurden vor ziemlich genau drei Jahren zwei riesige Polter mit  herkömmlicher Silagefolie eingepackt. Die Luft wurde abgesaugt, der Sauerstoffgehalt sank und der Kohlendoixidgehalt stieg auf Werte zwischen 30 und 40 Prozent (in der Luft sind sonst 0,03 Prozent CO2). Die im Holz und in der Rinde sitzenden Pilze und Bakterien „veratmen“ den Sauerstoff und können, wenn dieser  verbraucht ist,  dann nicht mehr weiterwachsen. Der Zustand der Folie musste regelmäßig überprüft werden. War der gemessene Sauerstoffwert zu hoch, gab es irgendwo ein Loch, hervorgerufen durch herabfallenden Äste, Waschbären oder Mäuse oder  einmal sogar durch Vandalismus. Die entstandenen  Löcher  mussten geflickt werden. Der zweite Polter ist „pottendicht“ und soll noch länger eingepackt bleiben.  Als der erste Stamm aus dem Polter entnommen wurde und durchgesägt war, machte sich große Zufriedenheit  breit. Auch das gesägte Holz  eines zweiten Stamms überzeugte in seiner Qualität. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.  Das Holz hat eine sehr gute Qualität“, so Dr. Uwe Barge.

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