Zarrentin : Das Ökosymbol der Region wird 20

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Pahlhuus Zarrentin: Aus einer Notlösung wurde schnell das Wahrzeichen für die Biosphäre und die ganze Region um den Schaalsee.

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11. März 2018, 05:00 Uhr

Es gehört inzwischen zur Stadt wie Kloster, Kirche und Schaalsee. Es ist das Eingangstor Mecklenburgs zur Metropolregion, es ist aber auch das Symbol für die staatliche gewollte ökologische Ausrichtung der Schaalseeregion. Nicht zuletzt der plattdeutsche Name „Pahlhuus“ hat den immer noch eigenwilligen Bau auch sehr schnell zum Teil der norddeutschen Heimat werden. Das Pahlhuus wird in diesem März 20 Jahre alt.

Sachlich gesehen besteht der Bau mit seiner hölzernen Verkleidung aus zwei Bereichen. Dem Informationszentrum und der Biosphärenamtsverwaltung. Dass beides in einem Komplex residiert, ist schon damals ein besonderer Coup gewesen, der sich schnell als Segen erwies. Das Informationszentrum zu bauen, war Pflicht für das Naturparkamt, aus dem später die Biosphäre Schaalsee wurde. Die Verwaltung hätte auch woanders unterkommen können.

Klaus Jarmatz, seit mehr als 27 Jahren Chef der Verwaltung, hat an dem Bau, seiner Gestalt entscheidenden Anteil. Größe und Standort waren gewagt, am Ende kostete der Bau 5,6 Millionen Mark. An dem neuen Wahrzeichen der Stadt wirkte aber auch der frühere Zarrentiner Bürgermeister Wolfgang Günther mit. Er bot der ökologisch orientierten Verwaltung das Grundstück in Seenähe an, zum symbolischen Preis von einer Mark den Quadratmeter. Nicht ohne Grund, schließlich lagen dort in einer Deponie etlicher Hausmüll und jede Menge Bauschutt. „Da gab es damals die wildesten Ideen von den Bauverwaltungen, mit kompletter Beräumung und dem Bau von großen Spundwänden“, erinnert sich Pahlhuus-Vater Jarmatz. Das daraus nichts wurde, lag an der Deponie. Die wurde beprobt und begutachtet, es gab keine Gefahren. Dafür war aber klar, dass das Gebäude auf Pfähle gestellt werden musste, der Name war gefunden. Die Gründung des Gebäudes ruht bis heute auf 43 Pfählen, die 12 Meter tief in festes Erdreich getrieben wurden. „Dass wir das so hinbekommen haben, war damals keineswegs ausgemacht. Wir haben uns Ideen von Wiek auf Föhr geholt, und wir konnten bei der maßgebenden Deutschen Bundesstiftung Umwelt punkten“, weiß Jarmatz, der Jahre später auch noch einen Erweiterungsbau durchsetzen konnte.

Heute ist das Pahlhuus Anlaufpunkt für Touristen, Schulklassen, Händler und Künstler aus der Umgebung. Und es noch immer extrem wichtig, wenn es um die Informationen über Umwelt und Umgebung geht. Inzwischen gibt es in Vier bei Boizenburg mit „EinFlussReich“ einen Zwilling für die Biosphäre Flusslandschaft Elbe. Auch dort sind Verwaltung und Informationszentrum zusammen.

Mit den Vorzeige-Häusern ist der Grundgedanke der schützenswerten Umwelt mit seinen strengen Maßstäben sichtbar geworden. Doch nicht nur in Zarrentin ist aus manchen Konfrontationen früherer Jahre längst eine faire Zusammenarbeit geworden.

Dennoch gab es auch Rückschläge, gibt es Ideen für Verbesserungen. Stichwort: Moorlehrpfad. Der aufgeständerte Holzweg, der am Pahlhuus beginnt, ist marode geworden und muss erneuert werden. Klaus Jarmatz: „Wir werden ihn erneuern, es gibt immer wieder Anfragen. In der wilden Anfangszeit haben wir den einfach gebaut. Heute ginge das schon vom Personal her nicht mehr. Den neuen Pfad werden wir aus Recycling-Materialien bauen. Das hält dann locker 25 Jahre.“

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