Das Mittelalter will entzücken

Bei solch waghalsigen Manövern schaut Frank von Domarus (r.) nur noch aus der Ferne zu. Seine Passion auf den Ritterfesten ist jetzt die Musik.
Bei solch waghalsigen Manövern schaut Frank von Domarus (r.) nur noch aus der Ferne zu. Seine Passion auf den Ritterfesten ist jetzt die Musik.

Das beliebte Ritterfest in Zweedorf steht am ersten Maiwochenende wieder vor der Tür und ist für viele Teilnehmer der Saisonauftakt

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28. März 2018, 16:30 Uhr

Bald haben Besucher aus Nah und Fern in Zweedorf wieder die Gelegenheit, in eine längst vergessen Zeit zu reisen. Steht doch das alle zwei Jahre stattfindende Ritterfest wieder vor der Tür.

Dort werden nicht nur für die Zeit des Mittelalters typische Getränke und Speisen angeboten, es gibt vor allem Musik, die einen Einblick in den musikalischen Geschmack des Mittelalters geben soll. Auch zahlreiche Kämpfe zwischen den Rittern im Heerlager werden zu bestaunen sein.

Dass gerade das beschauliche Örtchen Zweedorf vom 4. bis zum 6. Mai Austragungsort dieser doch teilweise sehr martialisch anmutenden Veranstaltung ist, hat konkret zwei Gründe. Zum einen ist das Andreas Ulrich. Er ist einer der Organisatoren dieses großen Heerlagers, das Ritter, Knappen, Mägde und Händler aus dem ganzen Norden in den Ort nahe der schleswig-holsteinischen Grenze lockt und für viele den Auftakt der mittelalterlichen Saison bildet.

„Bei uns auf dem Dorf ist ja mitunter nicht viel los. Da haben wir uns zum Jubiläum des Ortes im Jahr 2002 dazu entschlossen, so etwas einmal auf die Beine zu stellen“, berichtet der Zweedorfer über die Entstehungsgeschichte des ersten Ritterfestes. „Frank von Domarus hatte vor allem die Idee für das Ganze“, so Ulrich. „Wir sind im Jahr 2002 hierher gezogen und da hat sich das Dorfjubiläum gleich angeboten“, erzhält von Domarus. Für den Mann, der in Berlin geboren wurde, war es hierbei nicht das erste Fest solcher Art. „Wir kommen aus Neustadt-Glewe und waren dort auf der Burg auch schon mit dem Mittelalter und einem Markt, der dieses Thema aufgreift, betraut“, erzählt der Initiator von seinen Erfahrungen.

Wie er zu dieser Passion gekommen ist, kann von Domarus hierbei nicht genau erklären: „Vielleicht ist mein Name daran Schuld. Für die Nachforschung unserer Ahnen sind wir jetzt bereits im 13. Jahrhundert gelandet. Aber eigentlich hat mich das Mittelalter schon immer interessiert.“

Dieses Interesse ging sogar so weit, dass sich der Neu-Zweedorfer mit ins Schlachtengetümmel warf. „Da kann man trotz des vorausgehenden Kampftrainings schon blaue Flecken bekommen“, weiß von Domarus zu berichten.

Diese „wilde“ Zeit ist für ihn jedoch vorbei. Nun begleitet er die nationalen wie internationalen Feste, die er besucht, auf seinem historischen Dudelsack als Musiker. Und kann dabei den Mai kaum noch erwarten, wenn am ersten Wochenende des Monats nicht nur die Klänge seiner Musik sondern auch das Klirren der Schwerter zu hören sein wird.

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