Abfall im Landkreis LUP : Das Jahr der Veränderungen

Gelbe Säcke, säuberlich aufgehängt zur Entsorgung. Im Landkreis wird die Wertstofftonne klar bevorzugt.
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Gelbe Säcke, säuberlich aufgehängt zur Entsorgung. Im Landkreis wird die Wertstofftonne klar bevorzugt.

Kreis sieht sich zu zahlreichen Einschnitten gezwungen: Ganz oben stehen die Papierentsorgung und die Abfuhr des Sperrmülls

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31. März 2016, 21:00 Uhr

Unabhängig vom künftigen Betreiber der Abfallentsorgung kündigen sich etliche Änderungen in dem Bereich für den Kreis an.

So steht z. B. das Entsorgungssystem für Altpapier und Pappe im Landkreis auf dem Prüfstand. Bisher gibt es zwei Systeme. Das so genannte Holsystem mit den blauen Papiertonnen, die von den Entsorgern entleert werden. Die bleiben nach dem Stand der Dinge unangetastet. „Im Landkreisgebiet stehen derzeit insgesamt 41 050 Abfallsammelbehälter für Papier-Pappe und Kartonagen (blaue Tonne) mit einem Fassungsvermögen von 120 l (4245 Behälter), 240 l (35 715 Behälter) und 1100 l (1090 Behälter) für das Holsystem“, heißt es dazu in einer Information des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes auf Anfrage unsere Redaktion.

Anders sieht es beim sogenannten Bringsystem, den Iglus aus. Der Name kommt daher, weil der Kunde seine Kartonagen dorthin bringen muss. Derzeit gibt es im gesamten Landkreis auf 626 Stellplätzen 964 Depotcontainer, die überwiegend ein Fassungsvermögen von drei Kubikmetern haben. Diese Zahl, das machte der Leiter des Abfallbetriebes Steffen Grünwaldt schon klar, werde sich verringern. Grünwaldt: „Wir sind mit diesem System in fast jedem Dorf. Das wird sich aus Kostengründen nicht halten lassen, die Zahl der Standorte wird sich sicher verkleinern. Das wird für Unmut sorgen, ist aber auch wegen der zunehmenden Vermüllung an vielen Standorten unumgänglich.“ Aktuell sind die Papierpreise mit 110 Euro pro Tonne auf einem guten Niveau, das muss aber nicht so bleiben. In guten Zeiten können Papiererlöse die Gebühren in anderen Abfall-Bereichen stabil halten.

So ist der Aufwand bei der Sperrmüllentsorgung gewaltig gestiegen, und der Sperrmüll war auch der Bereich, wo es bei den jüngsten Angeboten der Privaten mit 109 Prozent die größten Steigerungen für die Zukunft gegeben hätte. Somit, das wurde im jüngsten Pressegespräch in der Kreisverwaltung klar, wird sich das bisherige System im ländlichen Bereich wohl nicht mehr aufrecht erhalten lassen.

Stattdessen, so die bisherigen Ideen, wird komplett auf das Postkartensystem umgestellt. Das bedeutet, dass jeder Haushalt wahrscheinlich zweimal im Jahr individuell seinen Bedarf zur Abfuhr von Sperrmüll anmeldet. Das passiert schriftlich und in Zukunft wahrscheinlich auch online am Computer. Dann gibt es einen Termin, an dem abgeholt wird. Vorteil: Die Vermüllung ganzer Dörfer und Ortsteile, wie bei den bisherigen Straßensammlungen, entfällt. Zugleich wird auch den „Schnäppchenjägern“, die bei solchen Aktionen jeweils in Scharen durch die Dörfer fahren, der Boden entzogen. Finanziell war der Spermüllbereich schon jetzt ein Zuschussgeschäft.

Als Zusatzangebot denkt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises darüber nach, eine Annahmestelle im Kreis ständig zu unterhalten, bei der dann auch Elektro- und Elektronikschrott abgegeben werden kann. Der Standort steht noch nicht fest.

Wie lange es im Landkreis noch Gelbe Säcke geben wird, ist noch unklar. Aktuell ändern wird sich allerdings nichts, weil es einen gültigen Dreijahresvertrag mit einem der zahlreichen dualen Systeme gibt. Damit ist auch klar, dass die Wertstofftonne, die viele haben wollen, auch weiterhin auf den Modellversuch im Hagenower Stadtgebiet beschränkt bleibt.

Allerdings kann sich das durch Bundesgesetzgebung auch schnell ändern, dann würde das Wertstoffsystem mit der orangenen Tonne schnell kommen. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim würde die Gelben Säcke schon wegen der um sich greifen Vermüllung lieber heute als morgen abschaffen.

Zunächst nichts ändern wird sich im Landkreis auch im Bereich der Grünschnittannahme. Hier sind die laufenden Verträge gerade um ein Jahr verlängert worden.

Völlig unklar ist die Lage bei der von der großen Politik geforderten Biotonne, die Fachleute vor allem für den ländlichen Bereich als unsinnig und kostentreibend erachten. Zumal für die Haushalte dann noch eine Tonne mehr auf dem Hof stünde. Und dann stehen in diesem Jahr noch die Entscheidungen beim Hausmüll an, das soll im Oktober geklärt werden. Hier wird es um das Verhältnis von Grundgebühr und der vorgeschriebenen Entleerungen gehen.






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