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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 06:53 Uhr

Hagenow : „ Das ist ein unhaltbarer Zustand“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bauernverbandsvertreter fordert verbindliche Regelungen zu EU- und Landesagrarvorhaben / Backhaus: Probleme werden schnell gelöst

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 20:49 Uhr

Der Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, Harald Elgeti, wirft der Politik Versäumnisse in der Agrarpolitik auf EU-, Bundes- und Landesebene vor. Er kritisierte erneut fehlende Regelungen beispielsweise zum sogenannten Greening, die eine Einführung von Umweltkomponenten in der EU-Agrarförderung ab 2014 vorsieht, und zu Agrarumweltprogrammen auf Landesebene.

„Es gibt keine verbindlichen Programme mit Durchführungsbestimmungen, was konkret bis wann zu passieren hat oder zu unterlassen ist, und wie die Entschädigung für die Teilnahme an diesen Programmen genau ausfällt“, sagte Elgeti im SVZ-Gespräch. „Die lassen die Landwirte komplett im Dustern stehen, zu einer Zeit, wo es aus landwirtschaftlicher und biologischer Sicht, Entscheidungen geben müsste.“

Der Verbandsvertreter verwies auf den Rapsanbau. Wenn der Raps den Winter überstehen solle, müsse er zwischen dem 15 .August und 5. September ausgesät werden. Daher müsse man aber überhaupt wissen, ob es richtig ist, Raps zu bestellen. „Da muss man uns nicht im Oktober sagen, dass es verkehrt war“, fügte Elgeti hinzu.

Er nannte es einen „unhaltbaren Zustand“, dass unmittelbar vor der Herbstbestellung „ niemand sagt, was im Rahmen des Greenings ganz konkret zu tun ist“. Dabei müssten die Bauern dafür bestimmte Auflagen erfüllen, die unter anderem für die Preisausgleichszahlungen Voraussetzung sind. Die Verantwortung werde zwischen EU und den zuständigen Ministerien beim Bund von einen auf den anderen geschoben, aber „ganz am Ende kriegt der Bauer nicht gesagt, was er machen soll. Sie führen uns am Gängelband und definieren das Gängelband nicht.“

Nach den Worten Elgetis bergen die noch fehlenden klaren Regelungen die „riesengroße Gefahr, dass uns nächstes Jahr gesagt wird, toll was ihr gemacht habt, war aber alles verkehrt“. Offen seien nach wie vor konkrete Vorgaben beim Greening zu Flächenstilllegungen und zu Zwischenfrüchten nach der Ernte. Es gebe wohl Streit, ob Leguminosen als Greening angerechnet werden könnten. Das Bundesumweltministerium wolle das offenbar nicht. Dabei würde es durchaus Sinn machen, um zum Beispiel von Sojaimporten unabhängiger zu werden.

Bei den Agrarumweltprogrammen des Landes gibt es Elgeti zufolge auch „nur einen Diskussionsstand und nichts Verbindliches“. Ob die Dokumente bereits in Brüssel eingereicht oder noch in Bearbeitung sind, wusste er nicht genau. Als Beispiel für noch ausstehende Festlegungen nannte er das Vorhaben „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“. Danach soll der Landwirt fünf verschiedene Kulturen in einer bestimmten Größenordnung anbauen. Hier fehle immer noch die Klarheit. „Aber der Landwirt bestellt jetzt seine Flächen, der muss jetzt wissen, was er da darf oder soll“.

„Sie sollen jetzt sagen, das und das müsst ihr machen, dann habt ihr das, was wir wollen, erfüllt, und zwar ganz konkret mit Anrechnungsmöglichkeiten, Neben- und Durchführungsbestimmungen“, verlangte der Verbandsfunktionär. Der Landwirt könne doch nicht Weihnachten anfangen, Wintergetreide in die Erde zu stellen.

Elgeti erinnerte daran, dass die Landesprogramme auch noch von der EU genehmigt werden müssten. Das würde ebenfalls wieder Zeit kosten. „Unter drei Monaten passiert da nichts in Brüssel“, mutmaßte der Geschäftsführer.

Was Landwirtschaftsminister Till Backhaus darauf antwortet, lesen Sie Donnerstag im Hagenower Kreisblattes oder im Epaper.

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