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Hagenower Kreisblatt

17. Dezember 2017 | 03:31 Uhr

Das Finale mit den Philharmonikern

vom

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 11:24 Uhr

Redefin | Höhepunkte gab schon viele im diesjährigen Festspielsommer, jetzt folgt am Sonnabend der Gipfel des Möglichen. Zum ersten Mal spielt mit den Wiener Philharmonikern eines der Spitzenorchester der Welt in Redefin. Mehr geht vom künstlerischen Anspruch eigentlich nicht.

Seit Monaten hieß es: Ausverkauft, tut uns leid. Gestern kam von den Festspielen die Nachricht, dass es für Kurzentschlossene doch noch Restkarten geben soll. In der Pressemitteilung liest sich das so: "Momentan sind keine Karten für das Konzert verfügbar, am Tag selbst gibt es jedoch noch wenige Restkarten an der Tageskasse, die um 13 Uhr öffnet." Hintergrund sind wohl ein paar zurückgegebene Karten von Musikliebhabern, die verhindert sind. Doch die meisten, die jetzt schon eine Karte haben, buchten im vorigen Herbst.

Es wird ein Konzert mit einer langen aber dennoch kurzweiligen Wartephase am Sonnabend, schließlich zählt auch der Auftritt der Wiener zu den so genannten Picknick-Konzerten.

Wie bei den beliebten Picknick-Pferde-Sinfoniekonzerten üblich, öffnet das Landgestüt den Konzertbesuchern ab 13 Uhr die Tore zum Picknick auf der Wiese und präsentiert um 17 Uhr eine Pferdeshow. Kinder können während des Konzerts in der Hansano-Kinderbetreuung malen, spielen und basteln.

Die Philharmoniker spielen unter der Leitung von Maestro Lorin Maazel am Sonnabend ab 19 Uhr, also eine Stunde später als sonst üblich. Das hängt damit zusammen, dass das Orchester erst am frühen Nachmittag auf dem Parchimer Flugplatz landen wird.

Mit dem Preisträger in Residence der Festspiele MV 2013, dem österreichischen Klarinettisten Matthias Schorn, als Solist spielt das weltberühmte Orchester Carl Maria von Webers Concertino für Klarinette und Orchester Es-Dur op. 26. Im Anschluss präsentieren die Wiener Philharmoniker Anton Bruckners monumentale 8. Sinfonie.

Inspiriert von der Virtuosität des Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann bedachte Carl Maria von Weber die Klarinette mit einer Vielzahl an Werken, darunter das 1811 komponierte Concertino Es-Dur op. 26. Das Werk war so erfolgreich, dass Weber in der Folgezeit eine Vielzahl an Kompositionsaufträgen u. a. vom König von Bayern erhielt. Seine 8. Sinfonie c-Moll unterzog Anton Bruckner nach der Kritik des Dirigenten Hermann Levi, der das Werk nicht uraufführen wollte, einer gründlichen Umarbeitung. Die Uraufführung der Sinfonie durch Hans Richter und die Wiener Philharmoniker am 18. Dezember 1892 in Wien wurde ein großartiger Erfolg.

Kaum ein anderer Klangkörper wird dauerhafter und enger mit der Geschichte und Tradition der europäischen Musik in Verbindung gebracht als die Wiener Philharmoniker. Im Laufe ihres nunmehr fast 170-jährigen Bestehens erlebten und prägten die Mitglieder dieses in der "Hauptstadt der Musik" beheimateten Ensembles das musikalische Geschehen durch eine Zeitepoche hindurch, die aufgrund der Vielzahl an genialen Komponisten und Interpreten in ihrer künstlerischen Bedeutung einmalig erscheint. Die Verbundenheit der Wiener Philharmoniker mit der musikalischen Geschichte lässt sich in den Zitaten vieler herausragender musikalischer Persönlichkeiten eindrucksvoll nachvollziehen. Richard Wagner beschrieb das Orchester als eines der allervorzüglichsten der Welt, Anton Bruckner nannte es "den höchsten Kunstverein in der Musik", Johannes Brahms bezeichnete sich als "Freund und Verehrer" des Orchesters, Gustav Mahler fühlte sich "durch das Band der Kunst" verbunden, und Richard Strauss fasste zusammen: "Die Philharmoniker preisen heißt Geigen nach Wien tragen". Die Faszination, welche das im Jahre 1842 von Otto Nicolai gegründete Orchester seit seinem ersten Konzert auf die größten Komponisten und Dirigenten sowie auf das Publikum in aller Welt ausübt, beruht neben der bewusst gepflegten, von einer Generation an die nächste weitergegebenen Homogenität des Musizierens auf seiner einzigartigen Struktur und Geschichte: Die Notwendigkeit, den sinfonischen Werken Mozarts und Beethovens in deren Heimatstadt kongeniale Interpretationen zu ermöglichen, führte 1842 zum Entschluss der Musiker des (Hof-)Opernorchesters, unabhängig von ihrem Theaterdienst in künstlerischer und unternehmerischer Eigenverantwortlichkeit "philharmonische" Konzerte zu veranstalten, wofür nur eine einzige Organisationsform geeignet war - die Demokratie. Lorin Maazel ist einer der bedeutendsten Dirigenten der Welt. Bei seinen regelmäßigen Auftritten in den großen internationalen Konzertsälen und Opernhäusern hat er in den letzten 50 Jahren mehr als 150 Orchester in über 5000 Darbietungen begeistert. Er ist überdies ein angesehener Komponist und Violinvirtuose. Eine CD mit Lorin Maazels eigenen Kompositionen ist Anfang 1998 erschienen.

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